Weniger giftig Wäsche waschen

Bewusstes Wäschewaschen ist eine tolle Möglichkeit, etwas für unsere Umwelt zu tun. Denn pro Waschgang kommen bei modernen Maschinen etwa 50 Liter Abwasser zusammen. Nicht alle Substanzen können unsere Kläranlagen daraus entfernen. Die anderen wandern weiter in unsere Gewässer. Oder mit dem Klärschlamm in die Landwirtschaft. Und die Substanzen im Waschmittel sind alles andere als unbedenklich. Selbst wenn sie als „biologisch abbaubar“ gekennzeichnet sind, ist der Fisch schon tot bevor sich die Substanz mitsamt Fischleiche abgebaut hat…

Das Krasse ist: Die meisten der Wirkstoffe im Waschmittel sind absolut unnötig!

Wie kann das sein? Nun, die Waschmittel-Industrie versucht uns das Leben einfach zu machen. Nicht nachdenken, sondern Waschmittel abmessen und los geht’s. Ob Weiß- oder Buntwäsche, sie wird und riecht sauber. So wollen wir es haben. Das ist schon fast ein Wunder, denn brauchen unterschiedliche Verschmutzungsarten nicht unterschiedliche Wirkstoffe – Tomatenflecken andere als Fettflecken, andere als Eigelbspuren, die wieder andere als Rotweinflecken…?

Der Waschmittel-Hersteller kann nicht wissen, welche Flecken in einem Waschgang sein werden und dass ich sowieso keinen Rotwein trinke. Deshalb hat er einfach alles mit rein gepackt. Für strahlend weiße Weißwäsche packt er zusätzlich noch Bleichmittel und Vergrauungs-Verhinderer dazu. Dann noch Wasserenthärter, Verfärbungs-Verhinderer und Parfüme, damit die Wäsche auch wirklich „sauber“ riecht. Klar, dass die wenigsten dieser Substanzen bei mir wirklich gebraucht werden.

Also, was tun?

  1. Keine Flüssigwaschmittel nehmen. Denn diese belasten die Umwelt besonders stark!
  2. Wer es bequem braucht steigt um auf ökologischere Waschmittel mit etwas weniger Gift, beispielsweise Waschmittel von Frosch.
  3. Noch besser sind Waschmitteln im Baukastensystem, hier entspannt sich die Umwelt merklich. Beispielsweise das Waschmittel von Sonett besteht aus den drei Bausteinen Grundwaschmittel, Enthärter sowie Bleichmittel/Fleckenentferner. Jeden Baustein füllt man nur bei Bedarf in der notwendigen Menge in die Waschmaschine. Mit dem weichen Wasser in Freiburg kann man sich und der Natur den Enthärter sparen. Sonett findet ihr meistens nicht im Supermarkt, sondern eher im Alnatura oder Reformhaus.
  4. Mit Waschnüssen und ohne Parfüme/Ätherische Öle wird es ganz ökologisch. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht – schreibe ich mal in einem anderen Beitrag…
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7 Gedanken zu „Weniger giftig Wäsche waschen

  1. Karin

    Hallo,

    warum mengst du dein Waschmittel denn nicht selber an (https://langsamerleben.wordpress.com/2013/04/20/waschmittel-selber-machen/ und https://langsamerleben.wordpress.com/2013/06/19/wollwaschmittel-selber-machen/) oder wäscht mit Kastanien (http://www.smarticular.net/waschmittel-aus-kastanien-herstellen/) oder Efeublättern (http://www.smarticular.net/efeu-als-biologisches-waschmittel-und-spuelmittel-verwenden/?utm_source=smarticular&utm_medium=web&utm_campaign=mostviewed). Bevor du Waschnüsse verwenden kannst, haben diese doch schon eine große Weltreise hinter sich bringen müssen (https://de.wikipedia.org/wiki/Waschnussbaum). Und das kann doch auch nicht so toll für die Umwelt sein.

    LG von Karin

    P.S.
    Die Rezepte von langsamerleben habe ich schon probiert und sie finde ich total gut. Das Wollwaschmittel dickt zwar nach, aber das lässt sich mit etwas abgekochten heißen Wasser wieder flüssiger machen.

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    1. Martin Autor

      Hallo Karin. Mit der Waschmitte-Weltreise hast Du sicher recht. Allerdings werden auch die Inhaltsstoffe der konventionellen Mittel nicht unbedingt lokal abgebaut. Ich wasche inzwischen auch nur noch jeden zweiten Gang mit den Nüssen, weil die Wäsche ansonsten einen unangenehmen Geruch bekommen hat. Dazwischen nutze ich Mittel von Ecover, „denk mit“ (dm) oder Frosch-Waschmittel. An die Selbst-Produktion von Waschmittel habe ich mich noch nicht gewagt…
      LG Martin

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  2. Karin

    Hallo Martin,
    ich weiß, dass es diese Waschmittel gibt, nutze sie aber selber nicht. Die Produktion von eigenem Waschmittel mache ich ja auch erst seit kurzem und das ist überhaupt nicht schwer.

    Kurzer Tipp von mir, wo du die Zutaten dafür bekommen kannst…

    für das Waschmittel
    – Waschsoda von Holste gibt es bei Drogerie Müller im Papierbeutel
    – Zitronensäure gibt es von Brauns Heitmann in einem größeren Pappkarton im normalen Supermarkt
    – Natron oder auch Kaisernatron im Papplarton gibt es im Supermarkt bei den Backzutaten – ist auch im Pappkarton und von Holste
    – die Kernseife gibt es bei Violey http://www.violey.com/de/sonett-kernseife_p_8115.html
    – die ätherischen Öle kannst du getrost weglassen

    Für das Wollwaschmittel bekommst du den Spiritus im normalen Handel. Leider ist der in einer Plastikflasche, aber ich glaube, hochprozentiger klarer Schnaps dürfte auch gehen. Mit dem Schnaps habe ich aber keine Erfahrungswerte. Da muss es dann nicht mal was ganz teures sein.

    Versuch es doch einfach mal – mach zum ausprobieren doch einfach nur eine kleine Menge. Günstiger als die gekauften Waschmittel ist es und das Waschergebnis hat mich total überzeugt.

    LG von Karin

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  3. Pingback: Der gute Vorsatz 2016 | Hundertsand

  4. majorneryz

    Wird das auch wirklich sauber mit dem Baukastenwaschmittel…? Ich bin deshalb skeptisch, weil ich eine strenge „Öko-Wäscherin“ in meiner Familie habe und man dort irgendwann nicht mehr in die Wohnung gehen konnte, so hat es gemieft. Das (Baukasten-) Ökowaschmittel hatte damals zwar die Flecken rausgewaschen, aber Verseifungsreste/Talgreste in der Wäsche gelassen, die nach ein paar Monaten so fies gerochen haben, dass eine Anti-Öko-Revolution innerhalb der Familie ausgebrochen ist … Ergebnis: mehrere Zwangs-Kochwäschen mit „herkömmlichem“ No-Name Waschpulver, und der Mief war weg. Danach wurde nur noch das herkömmliche Pulver verwendet, und es hat nie wieder gemieft.
    Diese Erfahrung möchte ich natürlich nicht nochmal machen. Gibts da Unterschiede bei den Pulvern? Ich würde gern meine Gewässerbelastung reduzieren, und dabei keinen Mief produzieren …

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    1. Martin Autor

      Ich wasche mit einem Frosch-Nuss-Wechsel. Also eine Wäsche mit Froschwaschmittel, eine mit Waschnuss. Wenn der Frosch leer ist, werde ich auf Sonett umsteigen. Anfang habe ich nur die Waschnüsse verwendet, das gab dann nach einiger Zeit den von Dir beschriebenen Mief. Der ist so hartnäckig, dass er auch nach mehreren Waschungen nicht mehr raus gegangen ist. Mit dem Frosch-Nuss-Wechsel funktioniert das problemlos. Das Sonett-Waschmittel hat in Internet-Foren sehr gute Kommentare bekommen. Schau mal hier: http://www.utopia.de/kaufberatung/sonett-basis-waschpulver-36491#scorableform.

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  5. majorneryz

    Ja, das war auch bei uns sehr hartnäckig, dieser Mief, es musste alles gekocht werden – und das mehrmals. Danach wars weg.
    Ich werd mir auch mal das Sonett-System angucken. Das erscheint mir wirklich nicht schlecht.
    Im Moment nutze ich 3 Waschpulver (flüssig lehn ich ab, das belastet die Umwelt mehr und wäscht auch nicht so gut), das Vollwaschpulver und das Colorpulver von DM und Perwollpulver für die Feinwäsche. Wollte für Fein- und Wollwäsche aber auch das DM-Pulver mal versuchen. Nachteil: es ist nicht vegan. Beim Sonett ist das Feinwaschmittel aber auch wieder nur flüssig … M.a.W.: die ideale Lösung habe ich noch nicht gefunden. Aber der Weg ist ja bekanntlich auch das Ziel! Schönen Sonntag 🙂

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