Der Große Wandel braucht und jetzt!

Der Begriff „Große Wandel“ geht zurück auf das Buch von Joanna Macy über die Tiefenökologie. Ein sehr bewegendes und super aktuelles Buch. Dort schreibt Sie sinngemäß: 

„Es ist durchaus denkbar, dass die Menschen der Zukunft unsere Zeit den „Große Wandel“  nennen werden. Eine Zeit, in der wir den Wandel von der industriellen Wachstumsgesellschaft zu einer langfristig lebenserhaltenden Gesellschaft vollzogen haben.“ (Joanna Macy).

Für mich ist offensichtlich, dass die Menschheit vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte steht. Und dass dieser Wandel alternativlos ist. Schaffen wir ihn nicht, dann werden die Geschichtsbücher über unsere Zeit nur wenige Kapitel haben.

Die Klimaerwärmung ist eine sich selbst beschleunigende, exponentielle Veränderung. Wir Menschen können solche Veränderungen nicht einschätzen. Wir sind durch unseren Alltag an langsame und kontinuierliche (lineare) Veränderungen gewöhnt. Deshalb glauben wir, dass wir noch richtig viel Zeit für viele kleine Schritte haben. Tatsächlich ist die Klimaveränderung schon so weit fortgeschritten, dass uns für den Großen Wandel nur noch zehn bis zwanzig Jahre bleiben.

Obwohl ich mich schon seit einigen Jahren mit dem Thema beschäftige hat es Roger Hallam in seinem YouTube-Video geschafft, mich aufzurütteln. Roger ist Mitbegründer der Extinction Rebellion. Seine Worte gingen mir ganz tief unter die Haut, er macht die Dramatik und den Zeitdruck sehr deutlich:

„Wir stehen vor der größten Katastrophe in der Menschheitsgeschichte. Demonstrationen und andere Protestformen haben es in den vergangenen 30 Jahren nicht vermocht, das aufzuhalten. Deswegen brauchen wir massenhaften zivilen Ungehorsam.“ (Roger Hallam)

Hier kannst Du sein Video anschauen (Englisch):

Es wird ungemütlich

Der Anstieg der globalen Durchschnitts-Temperatur von nur 2°C hat gravierende Folgen für die Landwirtschaft. Aktuell liegen wir bei etwa 1,1°C. In 2018 ging der Nahrungsmittel-Anbau in Nord Amerika, Europa und Russland um 20 Prozent zurück. Diese Folgen beschreibt nicht nur Roger in seinem Video, sondern auch der IPCC, der globale Klimarat. Er warnt eindringlich vor den Folgen auf die Nahrungsmittel-Versorgung – wer mag, kann diese Warnung hier nachlesen:

Langfristig wird die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmittel schwieriger. Bisher – so scheint es mir – halten Politik, Medien und Wirtschaft andere Themen für wichtiger. Wenn ich die Entscheidungen von unserer Regierung in letzter Zeit anschaue bin ich fassungslos, mit welchen belanglosen Themen sie sich beschäftigen angesichts dessen, was auf uns zukommen wird.

Was mich betroffen gemacht hat an der Aussage von Roger ist, dass die 2-Grad-Grenze, welche die Staaten im Pariser Abkommen „zugesichert“ haben, heute schon nicht mehr zu halten ist. Dieser Zug ist abgefahren. Die Menschheit müsste jetzt alles daran setzen, um wenigsten noch die „4°C-Erwärmung“ zu halten!

Es kommt leider noch dicker: Die Arktis schmilzt. Das wissen wir alle. Aus dem Fernsehen sind Bilder von kalbenden Gletschern und brennenden Wäldern in der Arktis gezeigt. Was nicht gesagt wird, ist, dass aufgrund der Eischmelze und des dadurch verändernden Salzgehalts der Ozeane es durchaus passieren kann, dass der Golf Strom seinen Dienst einstellt. Ein Dienst, dem wir unser gemäßigtes Klima in Europa verdanken. Die Eisschmelze in der Arktis ist nicht aufzuhalten. Gleichzeitig pusten wir trotz Klimavertrag mehr CO2 in die Luft als jemals zuvor. Auch dieser Zug ist also schon ohne uns abgefahren.

Es schmilz nicht nur die Arktis, auch die Gletscher in den Hochgebirgen sind ungebremst auf dem Rückzug. Die Meeresspiegel steigen – erste ufernahe Siedlungen und Inselbewohner wandern ins Landesinnere. Es drohen akute Wasserknappheiten. Das wird noch zunehmen. Dies gepaart mit Wetter-Kapriolen werden viele Menschen dazu bewegen, ihren Lebensmittelpunkt dorthin zu verlegen, wo es für sie noch angenehm ist. Flüchtlingsströme in noch nicht dagewesene Ausmaß sind die Folge. 

Als Konsequenz aus alldem werden unseren Staaten das Geld ausgehen, weil sie an zu vielen Stellen gleichzeitig „Brände löschen“ müssen. Als Konsequenz spricht Roger vom „sozialen Kollaps“, einem Zusammenbrechen unserer Gesellschaft.

Wie es dann weiter geht, darüber kann man nur spekulieren. Verteilungskämpfe um Ressourcen, Lebensmittel und Trinkwasser gepaart mit Flüchtlingsströme und zusammenbrechendem Sozialstaat klingt ungemütlich.

Und jetzt? – Mut und Tatkraft!

Es wäre ein Fehler, wenn wir uns durch diese düsteren Szenarien blockieren lassen mit der Haltung, dass wir sowieso nichts mehr machen können.

Wir sind mitten im Großen Wandel, vergessen? Bei Veränderungen ist es normal, dass eine ungemütliche und chaotische Phasen ansteht. Da, meine ich, sind wir gerade am Anfang. Diese Phase, auch „Tal der Tränen“ genannt, gilt es durchzustehen mit allem Mut, Leidenschaft und Tatkraft für unseren Planeten und alle Lebewesen. 

Unsere Zukunft auf der anderen Seite des Tals erwartet uns – wie immer sie auch aussehen mag. Diese Zukunft gestaltest auch Du mit durch Deine Entscheidungen heute und in den nächsten Jahren. 

Wichtig ist jetzt, dass wir alle aktiv werden für den Großen Wandel.

Und wie? Das musst Du für Dich selbst entscheiden. Nutze Deine Lebenszeit weise, schließe Dich mit anderen Menschen zusammen und geht gemeinsame Wandelwege. Du wirst dabei merken, wie befriedigend und sinnstiftend das für Dich auch sein wird. 

Ich selbst habe vor Jahren angefangen, mich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen. Danach kam Beschäftigung mit Spiritualität, Umstellung auf vegane Ernährung, erlernen der Gewaltfreien Kommunikation – und die Vernetzung mit Gleichgesinnten. Beispielsweise engagiere ich mich für eine regionale Gruppe der „Pioneers of Change“  in Freiburg („Pioneers of Change Freiburg“). All das und vieles mehr hat mich auf meinem persönlichen Weg begleitet. Wie sieht wohl Dein Weg aus…?

Wieso wir ein Tempolimit brauchen

Deutschland hat als einziges Land in der EU noch kein Tempolimit auf Autobahnen. Dabei wäre das ein wichtiger Schritt für die Umwelt und uns Bürger.

Ein paar gute Gründe in Kürze:

  • Ein Tempolimit reduziert den Ausstoss von Benzin und Diesel. Auf diese Idee war übrigens Deutschland während der ersten Ölkrise im Jahr 1973 schon gekommen. Da wurde ein generelles Tempolimit von 100 km/h auch auf Autobahnen eingeführt, um Sprit zu sparen. Ganz schön klug, die Politiker damals.
  • Der Verkehrsfluss wird gleichmäßiger, wenn die Fahrzeuge durch ein Tempolimit nicht mehr so stark unterschiedlich schnell unterwegs sind. Dadurch reduzieren sich Stau und Stress.
  • Durch den ruhigeren Verkehrsfluss und die geringeren maximalen Geschwindigkeiten sinkt das Risiko für Unfälle. Die 6.000 Schwerverletzten und über 400 Todesfälle auf den Autobahnen sollten uns ein Tempolimit wert sein!
  • Die E-Automobilität profitiert von einem Tempolimit. Denn die Reichweite von Elektro-Mobilen nimmt stark ab, umso schneller sie gefahren werden. Sind größere Entfernungen zu überwinden, bleiben höhere Geschwindigkeit den Verbrennungsmotoren vorbehalten. Mit Tempolimit reduziert sich dieser Reichweiten-Nachteil. Darüber sollte sich die Industrie eigentlich freuen. 

Selbst Gegner eines Tempolimits wie der ADAC müssen knurrig zugeben, dass ein Tempolimit gut für die Umwelt sein wird:

Unter Zugrundelegung des Handbuchs für Emissionsfaktoren (HBEFA) ergibt sich bei einem Tempolimit von 130 km/h für die Pkw-Flotte des Jahres 2019 ein CO2-Einsparpotenzial in der Größenordnung von bis zu 2 Millionen Tonnen pro Jahr. (ADAC)

Die Aufregung der Auto-Lobby verstehe ich nicht. In Deutschland gibt es schon auf 30 Prozent aller Autobahnkilometern generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen. In Bremen beispielsweise gilt  generell Tempo 120. Und auf vielen anderen Autobahn-Kilometern werden durch Baustellen, Staus und überholende Lastwägen temporäre Tempolimits errichtet.

Für mich wird durch dieses politische Tempolimit-Theater wieder einmal deutlich, wie sehr die deutsche Politik von Industrie-Interessen gelenkt wird. Das Bühnenstück „Generelles Tempolimit auf Bundesautobahnen“ wird reflexartig nach kurzer Spielzeit vom Spielplan genommen.

Umso mehr hat mich der mutige Schritt von dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann gefreut. Hat er doch tatsächlich gewagt, auf einer Teilstrecke der A81 „Tempo 130“ durchzusetzen. Wie nicht anders zu erwarten haben auch diesmal CDU/CSU und FDP sich sofort lautstark dagegen ausgesprochen: „Nein, in Deutschland darf es nicht noch mehr Verbote geben. Und überhaupt…“

Fazit

Ich kann keine wirklich stichhaltigen Argumente finden, die gegen ein Tempolimit sprechen. Ausser, dass für einige Mitbürger dann die Freude am Fahren etwas vergällt wird. Der Nutzen für alle überwiegt das allerdings bei Weitem. Wünschen wir also einem mutigen Minister wie Winfried Hermann viel Rückgrat und Durchhaltevermögen!

Und bis dahin halte ich es für eine gute Idee, einfach so zu tun als gäbe es schon das Tempolimit und mit 130 km/h Höchstgeschwindigkeit zu fahren.


Titelbild: PixabayCreative Commons CC0

Wie mit der Impfpflicht Grundwerte geopfert werden.

Das Kabinett hat die Impfpflicht für Masern durch gewunken. Die geplante Zwangsimpfung der Bevölkerung wird mit der Bedrohung durch Masern begründet. 400 Masernfälle soll es im ersten Halbjahr 2019 unter den 80 Millionen Bundesbürgern gegeben haben.

Zum Vergleich:

Dagegen wurden im Gesamtjahr 2018 gerade einmal 518 Masernfälle in Deutschland gemeldet. Keine Todesfälle.

Wo genau ist die Bedrohung, mit der das Gesetz gerechtfertigt wird? Wieso möchte der Staat die grundgesetzlich garantierte körperliche Unversehrtheit aushebeln?

Hier wird eine Angst geschürt, Panik gemacht. Dabei sind doch 93% der Bevölkerung geimpft, wie der Minister selbst verbreitet – diese haben von der angeblichen Gefahr durch Ungeimpfte nichts zu befürchten.

Impfkritiker werden in Medien als verantwortungslose Menschen denunziert, die ihre Kinder und die Gesellschaft gefährden. Das ist ganz üble Propaganda – und so etwas in unserem vormals toleranten Land. Dabei sind Kritiker wichtig für eine funktionierende Demokratie und durchaus respektvoll zu behandeln, auch wenn sie meistens unbequem sind. Denn sie allein setzen sich kritisch mit einem Thema auseinander, anstatt die vorherrschende Meinung unwidersprochen zu übernehmen (Lies dazu auch meinen Artikel zum Thema Impfen).

Ich vermute, dass im Laufe der nächsten Jahre auch die anderen, durch das Robert-Koch-Institut empfohlenen Impfungen zwangsverordnet werden. Indirekt sind sie das ein Stückweit schon, denn Masern-Impfstoff gibt es nur in Kombi als MMR (Masern, Mumps, Röteln)Da freut sich die Pharma-Industrie. 

Es gibt seit einiger Zeit immer wieder Schläge gegen kritische Stimmen oder Wertesysteme, die nicht zu dem vorherrschenden Werten aus Wirtschaft und Wachstum, Wissenschaft und Technologie, Demokratie und Obrigkeitsgläubigkeit passen. Hebammen werden zur Berufsaufgabe getrieben, die SPD will gegen Homöopathie vorgehen, kritischen Organisationen wie Attac wird die Gemeinnützigkeit entzogen. Die E-Mobilität wird forciert, obwohl die dort verbauten seltenen Erden bei ihrem Abbau immense Umweltschäden verursachen. Die Industrie und ihre Politiker sichern sich ihr Wirtschaftswachstum.

Mich macht ein solches Gesetz einfach nur traurig. Hier gehen Grundwerte der Bundesrepublik Deutschland über Bord.

Vielleicht irre ich mich. Hoffentlich.

Wir brauchen keine härteren Gesetze,  keine Ausgrenzung von Andersdenkenden, keine neuen Technologien, damit wir die großen Probleme unserer Zeit zu lösen. Sondern wir brauchen ein neues Bewusstsein.

Mediate Your Life – Ike Lasater am 1. Juni in Freiburg

Am 1. Juni ist Ike Lasater, der Mitgründer des GfK- basierten Mediate Your Life Programms in Freiburg und bietet einen Workshop auf Spendenbasis an.

Ike hat viele Jahre intensive Trainings von Marshall Rosenberg erhalten. Ich bin mir sicher: Das ist eine einmalige wunderbare Gelegenheit – nutzt sie!

Sprache des Workshops ist Englisch.

Wo:
Waldorfschule Sankt-Georgen Freiburg

Wann:
1. Juni, von 16:30 Uhr bis 21:30 Uhr

Kosten:
Spendenbasis

Der Wandel beginnt in uns

Viele Organisationen und Menschen bekämpfen die Symptome unserer verkorksten Weltordnung – die Umweltverschmutzung, Artensterben, Klimawandel. Das finde ich wichtig, um der Erde die Notwendige Zeit für den Großen Wandel zu verschaffen.

Die Ursache für alle diese Symptome liegt in der Haltung und Glaubenssätzen der Menschen. Beispielsweise in Wettbewerbsdenken „Wir-Gegen-Die“, Wachstums- und Leistungsdenken „Schneller-Größer-Besser“.

Dabei sind wir von Geburt an kooperative, altruistische Wesen – Wettbewerb, Karriere und Egoismus müssen wir erst lernen. Diese Glaubenssätze haben wir als kleine Kinder antrainiert bekommen, in unseren Familien, Kindergärten und Schulen. Und deshalb setzt für mich ein Wandel in unserer Gesellschaft genau hier an: An bewussten Eltern, die ihre Glaubenssätze nicht mehr ungeprüft weiter geben. An Kindergärten und Schulen, die eine andere Haltung vorleben und möglich machen.

Der Wandel beginnt in uns Erwachsenen. In unserem inneren Erleben – damit wache und mit sich verbundene Kinder eine Weltordnung schaffen können, die auf Kooperation statt Konfrontation setzt, die auf Liebe statt auf Angst gebaut ist.

Werbung in eigener Sache: Darum geht es auch in meinem Väterkurs in Freiburg – wer möchte, ist herzlich dazu eingeladen: Seminar für Starke Väter (6. Juli, Freiburg)

Hört Euch dieses Lied an – vielleicht berührt es Euch auch so wie mich. Denn es enthält so viel Wahrheit:

 

Giftfrei Haare waschen – mit Natron

Die Industrie betreibt eine immensen Aufwand, um uns Konsumenten zum Kauf des ultimativen Shampoos zu bewegen, welches „optimal zu uns passt“. Wer sich das Kleingedruckte bei den verkauften Plastikflaschen zu Gemüte führt wird feststellen: da sind so viele Chemikalien drin, bei manchen auch Mikroplastik – das kann für die Kopfhaut und Umwelt nicht gesund sein!

Vor drei Jahren habe ich deshalb mein bisheriges Shampoo aus dem Bad verbannt und durch ein Stück Bio-Seife ersetzt. Mit der habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht: die Haare werden zuverlässig entfettet, sie riechen gut und die Bio-Seife enthält keine Gifte. Wer diesen Weg gehen möchte, dem empfehle ich die vegane „Dusch +Badeseife“ von Speick, die es im Alnatura sowie manch anderen Bio- und Drogeriemärkten gibt. Es geht allerdings noch Minimalistischer – mit dem Wundermittel Natron:

Das Wundermittel Natron

Die chemische Bezeichnung von Natron ist „Natriumhydrogencarbonat“ (alt: Natriumbicarbonat, Backsoda). Der Name lässt üble Chemie vermuten. Und tatsächlich ist nur ein minimaler Teil von Natron natürlichen Ursprungs, denn die Welt braucht viele Millionen Tonnen mehr von dem weißen Pulver als die Natur hergibt. Die größte Menge wird in dem industriellen Solvey-Verfahren hergestellt, unter Einsatz von Kalkstein, Kochsalz, Koks, Ammoniak und viel Wasser und Energie. Und dennoch halte ich Natron für deutlich haut- und umweltfreundlicher als den Chemie-Cocktail, mit dem wir normalerweise unsere Haare waschen.

Meine Erfahrung mit Natron

Ich wasche meine Haare seit einigen Wochen nur noch mit Natron. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: die Haare sind nach einer Wäsche mit Natron sauber, locker und angenehm weich. Darüber hinaus muss ich mir seitdem seltener die Haare waschen. Noch ein Plus für die Umwelt. Und so einfach geht das:

  1. Je nach Haarlänge und Fettigkeit zwei bis drei Teelöffel Natron in einen kleinen Behälter mit Wasser (ca. 200 ml) mischen. Es ist egal, wenn sich das Pulver nicht ganz auflöst.
  2. Den Inhalt über die nassen Haare kippen und einmassieren. Das fühlt sich wie Sand in den Haaren an. Ein déjà-vu für ehemalige begeisterte Sandkasten-Kinder…
  3. Gut ausspülen.

Was kostet es und wo bekommst Du es her?

Natron gibt es in jeder gut sortierten Drogerie zu kaufen. Freiburger finden es auch im Unverpacktladen „Glaskiste“. Bei größeren Mengen, die ihr auch im Internet bestellen könnt, kostet das Kilo etwas um die 1,70 Euro.

Fazit

Ich bin begeistert. Diese Haarwäsche kostet fast nichts, erfüllt ihren Zweck, schmeichelt den Haaren und der Kopfhaut. Mit deutlich weniger Umweltgifte als „herkömmliche“ Mittel, ohne Mikroplastik, ohne sinnlosen Plastikmüll. Wieso habe ich es jemals anders gemacht?


Titelbild: Fortepan – CC BY-SA 3.0

Befreiung vom Überfluss

Dass unsere auf Wachstum gebaute kapitalistische Wirtschaft der Erde und uns immer schneller immer größere Probleme schafft, ist akzeptiertes Allgemeinwissen. Nur, wie kommen wir aus dieser Abwärtsspirale heraus?

Einen möglichen Ansatz beschreibt der Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech auf 160 Seiten in seinem Buch „Befreiung vom Überfluss – Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“.

Sein Konzept besteht aus vier Prinzipien. Die Grundbedingung ist allerdings, dass wir die Wochenarbeitszeit auf 20 Stunden ohne Lohnausgleich reduzieren – um die  freigewordene selbstbestimmte Lebenszeit sinnvoll zu Nutzen im Dienste unserer Gesundheit und der Erde. Ein Bedingung, bei der viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer ungläubig den Kopf schütteln werden. Niko Paech hält das jedoch für durchaus realistisch, was er in seinen vier Prinzipien weiter ausführt:

Erstes Prinzip – Suffizienz

Als Erstes sollten wir uns von unserem Wohlstandsballast entledigen. Damit meint er nicht, dass wir Minimalisten werden müssten. Sondern wir sollten bewusst nur noch diejenigen Produkte konsumieren, die (a) wir wirklich brauchen, die (b) lange halten und die (c) einfach zu reparieren sind. Und alles Unnötige vermeiden, da es eben unnötig Ressourcen verbraucht.

Zweites Prinzip – Subsitenz

Gleichzeitig müssten wir aus der Flut an Werbereizen ausbrechen und Hoheit über unsere Zeit zurück gewinnen, die viel zu oft an Freizeit-Industrie und Fernseh-Konsum verloren geht.

In der gewonnenen Zeit durch Reduktion der Wochenarbeitszeit und weniger Inanspruchnahme von Freizeitindustrie sollten wir wieder vieles selbst herstellen, was wir vorher eingekauft haben: Kosmetika, Nahrungsmittel und wir reparieren Produkte.

Gleichzeitig sollten wir Konsum vermeiden, indem wir Produkte gemeinschaftlich nutzen. Wir sollten uns gegenseitig unterstützen indem wir Leistungen tauschen und gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeit leisten. Damit würden wir nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch viel Geld, was uns durch die Reduktion der Wochenarbeitszeit nicht mehr zur Verfügung stünde.

Drittes Prinzip – Regionale Ökonomie

Das dritte Prinzip ist für Paech die De-globalisierte Wirtschaft mit regionalen Komplementärwährungen (wie dem Freitaler) und gemeinschaftlicher Landwirtschaft. Das spart viele unnötige Transporte und Energie.

Viertes Prinzip – Globale Arbeitsteilung

Schlussendlich sollten wir uns in der globale Arbeitsteilung auf effizientere Technologien fokussieren und Produkte entwickeln, die nach Ende ihres Lebenszyklus nicht weg geworfen werden müssten, sondern sich zu neuen Produkten umgestalten lassen würden.

Mein Fazit

Der Weg in die Postwachstums-Ökonomie wird nicht einfach sein, egal nach welcher der diskutierten Strategien. Gleichzeitig gibt es zu diesem Weg keine Alternative – denn grenzenloses Wachstum ist einfach unmöglich.

Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt: Viele Aspekte der in dem Buch von Niko Paech beschriebenen Prinzipien lassen sich heute schon umsetzen und werden es auch. Und was die Grundbedingung angeht – ich kenne viele Menschen, für welche die 40-Stundenwoche schon lange kein Thema mehr ist und die ihre freigewordene Zeit in sinnvolleres als Freizeitindustrie und Fernsehen investieren.

Insgesamt finde mag ich an dem Buch, dass es tolle Impulse bringt und zum Nachdenken anregt. Durchaus eine lohnenswerte Lektüre!

  • Titel: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie
  • Autor: Niko Paech
  • Verlag: oekom verlag (3. April 2012)
  • ISBN-10: 3865811817
  • ISBN-13: 978-3865811813

Gebraucht zum Beispiel bei Booklooker.de oder Medimpos.


Titelbild: By Marcus Sümnick – Own work, CC BY 3.0