Bio-Deo – natürlich selbstgemacht

Die Liste von Inhaltsstoffen ist bei vielen Deos lang und voll chemisch klingender Bezeichnungen. Die Haut ist unser größtes Organ. Stoffe, die auf sie aufgetragen werden, können über sie in unseren Blutkreislauf gelangen. Wer darauf achtet kauft Deos mit ungiftigen Soffen. Ich habe gute Erfahrungen mit dem von Speick gemacht.

Aber wieso kaufen und nicht selber machen? Denn ein Deo Marke Eigenbau geht so einfach nur aus Natron! Natron sorgt für einen PH-Wert, der ungünstig für Bakterien ist. Es ist ja nicht der Schweiß, der unangenehm riecht. Sondern es sind Bakterien, die sich im Schweiß wohl fühlen und Stoffe produzieren, die uns die Nase rümpfen lassen. Mit Natron könnt ihr in weniger als fünf Minuten ein sehr preiswertes Deo einfach selber machen, wie auf „Wundermittel Natron“ beschrieben.

Für die heißen Sommertage mixe ich mein Deo nicht nur aus Natron, sondern auch mit Eichenblättern. Deren Gerbstoff hemmt Schweißbildung und reduziert Gerüche. Die Anregung habe ich mir durch das Buch „Grüne Kosmetik“ von Gabriela Nedoma geholt.

Anfänglich hatte ich Sorge, dass mein selbst gemachtes Deo nicht so „sicher“ ist wie ein gekauftes. Frau Hundertsand hat sich deshalb bereit erklärt, Abends den Geruchstest zu machen. Ergebnis: Das Deo wirkt sogar besser als die bisherigen gekauften – ich bin begeistert! Das schöne dabei ist auch, dass es dazu noch viel weniger Müll verursacht.

Und so gehts:

Du brauchst:eichendeo.png

  • 1 TL Natron (gibt es z.B. im Drogeriemarkt, einige Bio-Läden etc.)
  • Eine Hand voll Eichenblätter
  • Einen halben Teelöffel Meersalz
  • 150 ml Wasser

IMG_8472.jpgDie Eichenblätter in das Wasser geben und mit einem Mixer zerkleinern. Einen Tag stehen lassen und dann absieben. Natron und Salz dazu. Schütteln. Fertig. Ich habe etwas mehr Natron rein gemacht, damit das Deo auch wirklich „sicher“ ist. Wenn man es übertreibt (so wie ich), dann wird die Lösung übersättigt, das Natron löst sich nicht auf sondern setzt sich unten ab. Macht aber nichts – sicher ist sicher 😉

Im Badezimmer steht eine kleine Ration in einem Fläschchen zur Anwendung bereit. Der Rest bleibt im Kühlschrank für mindestens einen Monat frisch. Mir ist eine Charge mal bei den heißen Temperaturen „gekippt“ – seit dem rieche ich vor Nutzung daran, ein verdorbenes Deo riecht echt eklig. Nach dem Auftragen lasse ich das Eichenblatt-Deo etwas eintrocknen um Abfärben zu vermeiden, bevor ich helle T-Shirts anziehe.

Fazit:

  • Kauft kein Deo aus der Spraydose. Die Inhaltsstoffe sind oft bedenklich, das Treibmittel ist es auf jeden Fall – sowohl für Dich als auch das Klima. Und: Diese Deos sind meiner Meinung nach überteuert.
  • Wenn nicht Selbermachen, dann kauft ein Deo (Roller oder Stick – kein Spray!) mit natürlichen Inhaltsstoffen. Beispielsweise den von Speick.
  • Noch weniger Müll und noch gesünder für Euch und die Erde wird es, wenn ihr das Deo selbst produziert.

Nachhaltige Kommunikation ist gewaltfrei

Seit Anfang 2000 beschäftige ich mich intensiv mit der Gewaltfreien Kommunikation (GfK), so benannt von ihrem Begründer Marshall Rosenberg. „Gewaltfrei“ klingt etwas harsch, so dass viele sie auch „Wertschätzende Kommunikation“ nennen. Mit dieser auf wenigen einfachen Schritten aufbauenden Kommunikation und der zugrundeliegenden Haltung könnt ihr das Trennende zwischen Euch und anderen Menschen aufheben und echtes Verständnis herstellen.

Für mich ist die Gewaltfreie Kommunikation stark mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden. Denn wie oft erlebe ich das Trennende in der Nachhaltigkeitsbewegung und lese es in Blogs: da wird gewettert auf „die böse Industrie“ oder die „uneinsichtigen Umweltsünder und Konsumenten“. Durch solche moralisierenden Wertungen anderer schaffen wir statt Verständnis nur Ablehnung und Widerstand. Ein verbissener „Kampf gegen“ etwas oder jemanden erreicht viel weniger als wenn wir uns gemeinsam um Lösungen bemühen. Mit Verständnis ist ein Weg, die Gesellschaft nachhaltig zu heilen.

Mit der GfK vertreten wir im Diskurs mit anderen unsere Position klar in einer wertschätzenden und verbindenden Art. Ich bin überzeugt, würden viele Umweltschützer diese Prinzipien umsetzen, dann könnte viel mehr mit weniger Energieaufwand bewegt werden. Nicht gegen „die Anderen“. Sondern mit ihnen.

Gewaltfreie Kommunikation wirkt!

Ich habe die Wirkung der Gewaltfreien Kommunikation selbst erlebt und bin so begeistert, dass ich jedem den Besuch eines Trainings nur ans Herz legen kann. Denn die GfK wirkt nicht nur beim Thema Nachhaltigkeit, sondern ist eine große Hilfe im menschlichen Miteinander, sowohl privat als auch beruflich.

In der Regel bieten GfK-Trainer Wochenendkurse an. Danach empfiehlt sich der Besuch einer regelmäßigen Übungsgruppe – das hilft, diese Kommunikationsform im Alltag zu verankern.

Wer einen Trainer finden möchte, kann als erste Anlaufstelle auf gewaltfrei.de nachschauen.

„Gewaltfreie Kommunikation Freiburg“

Hatte ich schon gesagt, dass ich von der Gewaltfreien Kommunikation begeistert bin? So sehr, dass ich ihr einen eigenen Blog widme: gfk-freiburg.de. Hier findet Ihr auch eine Liste von Trainern aus der Stadt.

Viele Beiträge dort richten sich an alle, die Grundkenntnisse in der Gewaltfreien Kommunikation haben. Ich freue mich über neue Abonnenten – gfk-freiburg.de!

Was tun?

  • Besucht einen Kurs in Gewaltfreier Kommunikation in Eurer Stadt. Eine Auswahl von Trainern in Eurer Stadt findet Ihr auf gewaltfrei.de. Freiburger schauen auf gfk-freiburg.de

Schein-Aus – der geheime Stromfresser

Viele elektrische Geräte verharren im Standby-Betrieb, wenn sie nicht gebraucht werden.

In diesem Zustand verbrauchen sie eigentlich relativ wenig Energie. Laut einer EU-Verordnung ab 2010 höchstes 1 Watt, neuere Geräte ab 2014 maximal 0,5 Watt. Auch wenn das wenig erscheint – wenn wir alle diese Verbräuche in einem Haushalt aufsummiere, in einem Unternehmen oder gar in ganz Deutschland, kommt ein erstaunlicher hoher Verbrauch zusammen. Laut Umweltbundesamt kostete uns das in 2013 deutschlandweit insgesamt mehr als vier Milliarden Euro an Strom. Heute liegt dieser Gesamtbetrag bestimmt deutlich höher.

Auch wenn wir Ökostrom beziehen statt solchen aus konventionellen Kraftwerken: auch dieser verbraucht Fläche und Natur. Umsonst gibt es eben nichts.

Stromfressern auf der Spur…

Also wollte ich den geheimen Stromfressern auf die Spur kommen. Ich habe mir ein Messgerät von einem Kollegen ausgeliehen und bin zuhause damit herum getigert.

Wer ein Messgerät braucht und keine solchermaßen ausgerüstete Kollegen hat, der leiht sich eins kostenfrei bei Stromversorgern wie Greenpeace Energie oder regionalen Verbraucherzentralen. Einfach mal im Internet suchen nach „messgerät leihen stromverbrauch“ suchen.

Das Ergebnis hat mich dann doch erstaunt! Denn neben dem erwarteten Verbrauch im „Standby“ stieß ich auf Geräte, die meiner Meinung nach wirklich Ausgeschaltet waren – und dennoch Strom verbrauchten! Aber mal der Reihe nach…

Standby bedient unsere Bequemlichkeit

Manche Geräte lassen sich nicht mit einem Netzschalter, sondern mit einem Taster oder per Fernsteuerung ausschalten. Klar, dass sie dann nur „stromlos“ tun und in Wirklichkeit im Standby-Betrieb darauf harren, dass wir sie wieder aktivieren.

Nur wenige Geräte müssen wirklich ständig unter Strom stehen um für uns ihre Dienste zu verrichten. Bei den meisten dient Standby rein unserer Bequemlichkeit – damit wir sie vom Sessel aus an-/ausschalten können ohne uns auf den weiten Weg quer durch das Wohnzimmer zu begeben.

Schein-Aus

Fies wird es, wenn die Geräte sich mit einem vermeintlichen Schalter hörbar ausschalten lassen und nichts an ihnen verrät, dass sie weiterhin Strom verbrauchen. „Schein-Aus“ nennt man das im Fachjargon.

Ärgerlich finde ich zum Beispiel meine Stehlampe aus dem Baumarkt. Mit einem hörbaren „Klick“ am Drehschalter ist sie ausgeschaltet. Keine Spur davon, dass sie jetzt noch Strom zieht. Auch nicht auf dem Aufkleber des Herstellers unter dem Stehfuß. Das tut sie aber: 0,4 Watt. Das sind 3,49 kWh pro Jahr. Sinnlos verbraten.

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Diese Stehlampe verbraucht 3,49 kWh pro Jahr – im ausgeschalteten Zustand!

Das Selbe mit dem Kinder CD-Player von Lenco. Mit einem Schalter lässt er sich scheinbar ausschalten. Auch er verbraucht dann ebenfalls 0,4 Watt.

Mehr Verdächtige konnte ich nicht finden, unser Haushalt ist relativ technikarm. Typische Verdächtige wären ansonsten Stereo-Anlagen, Aktivboxen, PC-Monitore, Fernseher – auch manch alter Wasserkocher ist nicht gefeit davor …

Ob ein Gerät anfällig für Schein-Aus ist oder nicht, lässt sich ohne Messgerät kaum erkennen.

Hier wird es technisch: Wieso es Schein-Aus gibt

Aus der Steckdose kommen bekanntlich 220 Volt. Für viele Geräte ist diese Netzspannung zu hoch, weshalb ein Transformator sie auf beispielsweise 12 Volt herunter regelt. Trennt nun der Ein-/Ausschalter diese Netzspannung ab, dann ist das Gerät wirklich stromlos und verbraucht nichts mehr.

Aus Kostengründen haben einige Hersteller sich allerdings dazu entschieden, den Schalter „hinter“ dem Transformator zu verbannen. Das bedeutet, nicht die Netzspannung wird abgetrennt, sondern nur die vom Transformator ausgespuckten 12 Volt. Der Transformator bleibt auch bei „Aus“ unter Strom (im Leerlauf). Das spart dem Hersteller weniger als 50 Cent pro Gerät. Weitaus mehr bezahlt die Natur und wir Verbraucher.

Was tun?

Den Schalter meiner Stehlampe könnte der Hersteller bei mir abholen – ich stecke sie jetzt immer direkt aus der Steckdose. Der Kinder CD-Player wird ebenfalls ausgesteckt.

Einige Ratgeber empfehlen Steckdosenleiste mit Schalter gegen Standby-Verluste. Von dieser Lösung bin ich nicht überzeugt, falls man neue Leisten kauft. Denn ich glaube, dass deren Herstellung erheblich mehr Energie verbraucht, als sich durch Standby oder Schein-Aus einsparen lässt. Ich empfehle eher:

  • Schaltet oder steckt Geräte wirklich aus, statt sie im Standby zu lassen.
  • Leiht Euch ein Messgerät aus um den Stromverbrauch zu messen. Das gibt es beispielsweise kostenfrei bei Greenpeace Energie.
  • Wer neue Geräte kauft, kann mal zur Freude des Verkäufers den Schein-Aus-Verbrauch direkt im Laden messen und das in die Kaufentscheidung mit einfließen lassen.
  • Wenn ihr Steckdosenleiste mit Schalter einsetzen möchtet, dann kauft Euch gebrauchte, beispielsweise bei Ebay.

Links:

Zahnputz-Pulver super einfach selbst gemacht

Für das zweimal tägliche Zahnputz-Ritual habe ich bisher Zahnpasta aus einer Plastik- oder Aluminium-Tube auf meine Bürste gedrückt. Weil einige Zahnpasten relativ lange Listen mit Inhaltsstoffen haben und in meinen Mund nur Bio kommen soll, bin ich auf die Bio-Zahnpasta von Weleda ohne Fluorid umgestiegen. Wieso Ihr auf Fluorid verzichten solltet, könnt Ihr hier nachlesen: Fluoride meiden.

Nun kann man sich fragen, wieso wir eigentlich Zahnpasta kaufen, wenn es doch so einfach selbst herzustellen ist? Und das auch noch komplett aus ungiftigen Naturprodukten.

Es gibt viele Rezepte für selbstgemachte Zahnpasta. Noch einfacher finde ich Zahnputz-Pulver. Das hält ewig auch ohne Konservierungsstoffe.

Und so geht es:
(Die Zutaten gibt es im Drogeriemarkt, oder können im Internet bestellt werden)

  • 4 Teelöffel Xylit (Birkenzucker) gegen Karies.
  • 4 Teelöffel Natron gegen Bakterien allgemein (Achtung: Nicht mit Soda verwechseln)
  • 2 Teelöffel weiße Heilerde (Tonerde) als Putzkörper
  • Wer mag, tropft noch etwas ätherisches Öl dazu. Ich habe bei mir Pfefferminzöl drin. Frau Hundertsand Kamilleöl…

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Die Zutaten zusammen schütten. Gut mischen. Fertig. Und so sieht es aus:IMG_8396

Was mir aufgefallen ist: Früher hatte ich immer Zahnstein, da hatte der Zahnarzt eine helle Freude dran, das abzutragen (Ok, da ich nur alle drei bis fünf Jahre zum Zahnarzt gehe, hat das Gebirge auch lange Zeit zum Wachsen…). Heute kann ich keinen Zahnstein mehr bei mir entdecken. Entweder liegt es am neuen Zahnputzpulver. Oder an der Umstellung auf eine Ernährung ohne tierliche Eiweiße. Oder beides…

Fazit:

  • Statt Zahnpasta zu kaufen, selbst machen. Das spart nicht nur Müll und Geld. Sondern in Euren Mund kommen wirklich nur noch ungiftige Stoffe.

 

Smarticular

Vor Kurzem bin ich über die Webseite von Smarticular.net gestolpert – und ziehe meinen Hut vor diesem „Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben“. Wenn ich ein Blog zum Thema Nachhaltigkeit empfehlen werde, wird es von nun der von Smarticular sein.

Denn dieses „Ideenportal“ beeindruckt mich nicht nur mit der Themenvielfalt. Sondern mit seinen leicht verständlichen und einfach nachvollziehbaren Vorschläge zum Selbermachen. Es ist wirklich angenehm, dass es hier um Meckern über die Wirtschaft oder den unachtsamen Konsumenten geht.

Die Beiträge finde ich sehr relevant und praxisnah für alle Menschen, die sich eine nachhaltigere Lebensführung wünschen.

Für mich eine wahre Fundgrube, in die ich tief hinein greifen werde…

Schaut selbst: smarticular.net:

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Taschentücher. Nachhaltig.

Nasskaltes Wetter – die Nasen laufen um die Wette. An allen Ecken und Enden wird geschnieft und in flauschige, weiße Papiertaschentüchern geschnäuzt.

Das war nicht immer so: Mit der Marke „Tempo“ begannen in Europa Papiertaschentücher erst ab 1929 die bisher genutzten Stofftaschentücher zu verdrängen. Das schafften sie, weil die Menschen unsicher waren, ob nach deren Wäsche noch gefährliche Keime in den Stofftaschentücher lauerten.

Heute können wir mit Gewissheit sagen, dass Stofftaschentücher durchaus hygienisch verwendbar sind. Wir könnten also das Rad zurück zu drehen. Und das sollten wir auch…

Papiertaschentücher und deren Auswirkung auf die Umwelt

Bei Papiertaschentüchern bedeutet Plastikmüll. Jeweils 10 Tücher bieten sich uns zum  Naseputzen in einem Plasik-Päckchen an. Im Supermarkt können wir diese Päckchen im Sammelpack durch Plastik gebündelt kaufen.

Auch wenn Papiertaschentücher aus dem nachwachsenden Rohstoff „Holz“ bestehen – sie sind alles andere als klimaneutral: Angefangen von den CO2-Emissionen durch die weiten Transportwege des Holzes aus dem Wald zur Fabrik bis hin zur Zellstoffgewinnung, die laut Umweltbundesamt sehr energie- und wasserintensiv ist und kritische Emissionen entstehen lässt.

Deutlich weniger umweltbelastend sind Taschentücher aus Recyclingpapier. Diese sparen mehr als die Hälfte an CO2. Leider verwenden fast alle Hersteller frischen Zellstoff.

Nach dem Gebrauch landen die nicht recycling-fähigen Papiertaschentücher im Restmüll. Aufwändig erzeugter Zellstoff von jährlich mehreren Milliarden Taschentüchern wird so dem Kreislauf entzogen. Würden sie in bei einem Ausflug in der Natur „entsorgt“, verschandeln sie bis zu 5 Jahre lang die Landschaft. Nachhaltigkeit geht anders.

Das Tempo rausnehmen!

Manchmal reist das Holz für die papiernen Taschentücher aus fernen Ländern an. Wie vor einigen Jahren noch bei Tempo (ob das heute noch so ist, ist mir unklar…): Zumindest bis zum Jahr 2006 bestanden die Tempo-Taschentücher hauptsächlich aus Eukalyptus-Holz. Dieses wuchs in brasilianischen Monokulturen und sorgte für das „Plus ein Weichheit“. Regenwälder und deren indigene Bewohner mussten für den Anbau gewaltsam weichen. Schade, dass Tempo erst nach massiven öffentlichen Druck durch Robin Wood sich zumindest von einem der übelsten Holzlieferanten getrennt hat.

Damit das Papiertaschentuch hygienisch weiß aussieht muss es gebleicht werden. Laut Ökotest erreichen die meisten Hersteller das auch ohne giftiges Chlor. Nur Feeling, Gut & Günstig Supersoft, Regina Softis und wieder einmal Tempo fielen im Test mit Chlorbleiche auf.

Und noch eine Unfassbarkeit fand ich bei meinen Recherchen: Tempo ist auf der Liste von Firmen, welche Tierversuche durchführen! Für Taschentücher! Da kann ich nur den Kopf schütteln. Für mich ist ganz klar – Tempo-Taschentücher kommen mir nicht mehr ins Haus.

Wenn Papier, dann mit blauem Engel!

400px-be_logo_juryumweltzeichen_menschumwelt-svgFalls ihr Papiertaschentücher kauft, dann achtet unbedingt auf Produkte aus Recyclingpapier. Die erkennt ihr an dem Gütesiegel „Blauen Engel“. EDEKA scheint solche aus dem Sortiment genommen zu haben. Macht nichts, es gibt Alternativen: Soft&Sicher bei dm, Alouette (Rossman), memo Recycling (memo), Mach Mit! (Rewe), Öko-Purex, WEPA Taschentücher… Die gesamte Liste findet Ihr direkt auf der Webseite vom Blauen Engel.

Noch machen bei Papiertaschentüchern aus Recycling weniger als zwei Prozent des Taschentuch-Umsatzes aus. Das können wir ändern!

Stofftaschentücher zur Rettung der Laufnasen!

Für mich gibt es genug gute Gründe für Stofftaschentücher. Da fällt kein Plastikmüll an, sie lassen sich mehrfach verwenden und schonen dadurch die Umwelt, besonders wenn sie    aus Bio-Baumwolle oder „Second-Nose“ (also gebraucht) sind. Die weichen Taschentücher aus Baumwolle findet nicht nur meine Nase sehr angenehm, auch die Nasen vieler Allergiker scheinen das zu freuen, wie Internet-Foren berichten.

Gebrauchte Stofftaschentücher gibt es von Eltern oder Großeltern, von Freunden (deren Eltern), bei eBay-Kleinanzeigen, eBay selbst oder einfach nach „Stofftaschentücher gebraucht“ googeln. Neue Taschentücher aus Bio-Baumwolle verkauft der Online-Shop Kulmine.

Und so hält Zuhause eine kleine Kiste viele hübsche bunte Taschentücher griffbereit. In der Winterzeit begleitet mich immer eines davon in der Hosentasche. Dafür ist es ratsam, sich nicht die Hosentasche mit überdimensionierten Herrentaschentücher auszubeulen, sondern zur kleinere Varianten zu greifen.

Die Sache mit der Hygiene…

Beruhigend finde ich, dass bei 60 Grad in der Waschmaschine die Keime kaputt gehen. Höhere Temperaturen sind dafür nicht notwendig. Deshalb dürfen die benutzten Tücher mit in die 60 Grad-Wäsche, die sowieso auch ohne sie anfallen würde (falls ihr nicht so heiß wascht, meint Wasteland Rebel, übergießt die Taschentücher vor der Wäsche mit kochendem Wasser und lässt sie 15 Minuten darin stehen). Wer an der Keimfreiheit zweifelt, bügelt die Taschentücher und tötet damit auch den letzten Übeltäter.

Und so freut sich meine Laufnase darüber, vom Stofftaschentuch sanft trocken getupft zu werden. Das Taschentuch darf dann auch gern mehrfach verwendet werden, ohne dass es eklig wird. Denn mit den eigenen Keimen kann man sich selbst nicht (mehr) anstecken. Allerdings nach einem ausgiebigen Schnäuzen findet das Tuch zügig seinen Weg in den Wäschekorb.

Auf verschnupften Ausflügen darf ein Vorrat an frischen Stofftaschentücher mitkommen. Die benutzten sammeln sich in einer kleinen Box, bis sie nach dem Ausflug die Wäsche bereichern. Wer das zu unhandlich findet kann immer noch für unterwegs auf eine Packung Recycling-Papiertaschentücher zurück greifen.

Was tun?

  • Besorgt Euch Taschentücher aus Stoff. Und genießt das angenehme weiche Gefühl an der Nase.
  • Wenn Papiertaschentücher, dann nur mit dem Blauen Engel gekennzeichnete Marken – und macht einem Bogen um umweltschädliche Taschentücher aus dem Mainstream.

Silvester. Einfach nachhaltig.

In 2016 wurden für viele Menschen Themen wie Nachhaltigkeit und Achtsamkeit immer wichtiger. Ich fände es schön, wenn wir das auch mit in die Silvester-Feierlichtkeiten nehmen – ein wirklich nachhaltiges Silvester!

Nachhaltigkeit fängt schon bei dem an, was wir Essen. Der „kleine Bruder“ der Umweltbelastung ist die Innenweltbelastung – die Verschmutzung unseres Körpers. Über Lebensmittel gelangen Stoffe in unsere Körper, die dort eigentlich nicht hinein gehören. Auch wenn wir diese nicht schmecken, sie haben dennoch oft eine unerwünschte Wirkung: Nitrat, Unkraut- und Insektengifte, Antibiotika, Schwermetalle… Einige dieser Stoffe reichern sich mit der Zeit im Körper an und werden erst nach einigen Jahren krankmachend. Sie stehen in Verdacht, Auslöser von Allergien, Demenz, Krebs und Auto-Immunkrankheiten zu sein.

Deshalb kommen bei der nachhaltigen Silvesterfeier ausschließlich Bio-Produkte auf den Tisch. Die Zutaten sollten mindestens mit „EU-Bio“ ausgezeichnet sein, besser noch  Bioland oder Demeter. Das tut nicht nur uns und unseren Gästen gut. Sondern auch der Natur, die dringend mehr Bio braucht.

Das gilt auch bei Fleisch. Denn damit das Fleisch als „Bio“ durchkommt, bekommt das Tier Bio-Futter, während viele seiner Kollegen dagegen Gensoja aus brandgerodeten Urwäldern verzehren. Wer bei Fleisch und Milch auch noch auf Bioland oder Demeter achtet, der schenkt dem Tier wenigstens ein etwas würdigeres Leben.

Weniger Tierleid

Wenn wir schon beim Essen sind – vielleicht schafft Ihr es, die Tradition zu brechen und Fleisch und Milchprodukte stark zu reduzieren oder gar völlig darauf zu verzichten?  Nicht nur, weil Milch und Fleisch mit zu den Hauptursachen für Klimawandel und Belastung unseres Grundwassers zählen. Sondern, weil auch „Bio-Fleisch“ für das Tier eine oft leidvolle kurze Kindheit bedeutet bis es dann getötet wird. Töten ist immer brutal und bedingt Todesangst und Schmerzen. „Bio-Töten“ gibt es nicht.

Als Alternativen zum traditionellen Party-Food gibt es so viele leckere vegetarische bis vegane Gerichte. Wie wäre es mit Gemüsefondue? Oder Wok-Gemüse mit Heizplatte in der Tischmitte? Das VeganBlatt gibt noch mehr Anregungen.

Weniger Müll an Silvester

Parties werden schon allein dadurch müllfreier, indem Ihr kein Einweg-Geschirr oder Plastikbesteck verwendet. Auch ein Party-Service liefert mit Mehrweg, wenn Ihr darauf besteht. Wer selber kocht und dafür die Zutaten auf dem Wochenmarkt einkauft, am besten noch eigene Tüten mitbringt, der spart viel Verpackungsmüll.

Die Zeit bis Mitternacht will überbrückt werden. Aber bitte nicht mit  Bleigießen. Denn da steigt schon beim Erhitzen giftiges Bleioxid in die Atemluft und gelangt so in den Körper. Oft wird das gegossene Blei später im Restmüll entsorgt. Und genau dort gehört es nicht hin – es ist Sondermüll. Denn: Blei gehört zu den stärksten Umweltgiften. Also, lieber Kaffeesatz lesen oder ein gutes Gesellschaftsspiel spielen.

Auch wenn Euch das bunte Feuerwerk am Nachhimmel erfreut – es bringt viel Müll und starke Umweltgiften mit sich. Das laute Knallen ist noch Kilometer weiter im Wald zu hören und verschreckt die Wildtiere. Am Morgen nach dem Böllern und Anstoßen draußen liegen auf Straßen und Wiesen Flaschen oder Glasreste herum. Silvesterraketen oder Böller werden zwar zu weit entfernten Abschussplätzen getragen, die Reste hiervon jedoch unbeachtet liegen gelassen. Wer seinen Müll mit nimmt, geht mit gutem Beispiel voran.

Es gibt auch weniger verschmutzende Alternativen zum Feuerwerk.

In guter Erinnerung ist mir ein Feuerritual geblieben. Bei dem schreibt jeder auf einen Zettel alles Belastende, von dem er im alten Jahr loslassen möchte und auf einen weiteren Zettel Wünschen an das neue Jahr. Macht ein Feuer an, beispielsweise auf einem Grillplätze oder in einer Feuerschalen. Nach einigen Minuten Schweigend um die Flammen lässt jeder seine Zettel in Flammen aufgehen, eventuell begleitet mit einem kurzen Kommentar.

Oder ihr bastelt gemeinsam mit den Kindern Harzfackeln aus Tannenzapfen und Baumharz, die ihr am Abend abbrennt. Diesen Tipp habe ich von Sylvia N., die Anleitung findet Ihr auf Smarticular.net.

 

Kennt Ihr noch andere Rituale?

Was bleibt sind nachhaltige gute Vorsätze!

Viele Menschen nehmen sich guten Vorsätze in das Neue Jahr mit. Wie wäre es mit mehr Nachhaltigkeit in 2017? Dieser Vorsatz ist leicht umzusetzen, wenn man mit kleinen ersten Schritten beginnt. Eine Liste mit Vorschlägen dafür findet Ihr auf der Seite: Was tun?. Einfach einen Aussuchen und im Neuen Jahr umsetzen. Und wenn es Spaß gemacht hat, dann noch einen….?

In diesem Sinne:
Ein nachhaltiges gutes Ankommen ins Jahr 2017!

Was tun?

  • Bio-Produkte zum Silvesteressen. Wer schafft verzichtet auf Fleisch- und Milch-Produkte. Lest dazu auch „Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!
  • Bleigießen vermieden.
  • Nach dem Anstoßen auf den Straßen den eigenen Müll mit nehmen
  • Alternativen zum Böllern suchen
  • Mit nachhaltigen Vorsätzen in das Neue Jahr starten – beispielsweise von der „Was tun?“-Liste