Archiv der Kategorie: Müll vermeiden

Einfache Möglichkeiten, Müll zu vermeiden.

Frischkorn-Müsli – selbst geflockt

Ich liebe mein Morgenmüsli. Bis vor einigen Jahren griff ich noch zum Fertigmüsli aus dem Bio-Markt, dann stellte ich um auf selbst gemischtes Müsli mit frisch gequetschten Haferkörnern.

Warum das? Weil die Haferkörner aus den Fertigmüsli hitzebehandelt sind und teilweise Konservierungsstoffe enthalten. Hitzebehandelt müssen sie werden, denn die Haferkörner werden schnell ranzig, sobald sie zerkleinert sind. Laut eat-smarter.de verliert der Hafer dadurch nicht nur an Vitamingehalt, auch übersteht die Aminosäure „Lysin“ diese Hitze nicht.

Mir ist Bio-Qualität und möglichst unbehandelte Inhaltsstoffe wichtig. Viele Müsli-Mischungen werden dem nicht gerecht. Teilweise legen die aus dem Supermarkt oder Internet bezogenen Mischungen eine unsinnige Entfernung zurück – für die Umwelt alles andere als toll. Und das, obwohl die verwendeten Getreidesorten fast vor unserer Haustür wachsen.

frischkorn-müsli.png
In meiner Flockenquetsche kommt Bio-Nackthafer aus der Region – vom Thaddäus-Bioland-Hof in Kirchzarten. Das spart Verpackungsmaterial, Transportkosten, enthält keine Konservierungsstoffe, alle wertvollen Stoffe aus dem Hafer bleiben erhalten – und es fördert die regionalen Bio-Bauern. Für die Feinschmecker unter uns kann ich nur bestätigen: der frisch gequetschte Hafer schmeckt deutlich leckerer als der aus der Fertigmischung!

Wer selbst Flockenquetscher werden möchte kann unter einer Vielzahl von Modellen wählen. Ich habe mich nach Durchforstung etlicher Internet-Foren für das Tischmodell der Firma Eschenfelder entschieden. Nicht nur, weil sie mir in optisch gut gefällt. Sondern auch, weil der Hersteller auf Nachhaltigkeit wert legt und Rohstoffe aus Deutschland verarbeitet. So sind die Hölzer aus heimischen zertifiziert nachhaltigen Forstbeständen, deren Oberflächen mit Leinölfirnis (kbA) geölt und poliert wurden.

frischkorn-muehleDie Flockenquetsche wird einfach an der Tischkante fixiert und ist so leichtgängig, dass mein Sechsjähriger sie problemlos für seine eigene Müsli-Kreation bedienen kann.

Nur der Preis von 170€ hat mich zögern lassen. Wobei ich ausgerechnet habe, dass bei meinem Müsliverbrauch sich die Investition nach knapp einem Jahr amortisiert hat. Und vom „Mehr“ an Genuss gar nicht zu sprechen.

Hafer – ein Power-Nährstoff

 

Apropos wertvolle Rohstoffe – Hafer bringt nicht nur Kohlenhydraten und Eiweiße (15%) mit, sondern ist ein toller Lieferant an Nähr- und Ballaststoffen. Hafer hat einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und sogenannte „Schleimstoffe“, welche wohltuend für den Darm sind. Was Vitamine angeht versorgt uns Hafer mit einem überaus hohen Anteil an Vitamin B1, sowie B6 und E. Weiterhin ist er ein wertvoller Lieferant von Zink, Eisen, Calcium, Magnesium und Phosphor. Als ob das nicht schon gut genug wäre, kann das im Hafer enthaltene Beta-Glucan auch noch den Cholesterinspiegel senken hat positive Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und wirkt vorbeugend gegen einige Formen von Krebs.

Meine Müsli-Mischung

Zu meinen frischen Haferflocken kommt eine Handvoll Haselnüsse, Rosinen und ein paar Mandeln. Dazu kommen je nach Jahreszeit kleingeschnippelte Äpfel, Bananen oder Beeren. Das ganze darf einige Minuten in heißem Wasser quellen – und wird so nicht nur schön verträglich, sondern bleibt auch vegan.

Müsli ist übrigens super gesund, nicht nur wegen dem Hafer: Die Mandeln reduzieren das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senken den Cholesterinspiegel und Blutdruck. Sie bringen ins Müsli Eiweiße, viel Folsäure, Kalium, Kalzium Eisen und Magnesium mit. Vor allem spielen sie virtuos auf der Vitamin-B-Skala (B1, B2, B3, B5, B6 und B9). Die Haselnüsse tragen darüber hinaus Vitamin A, C und E bei und erhöhen die Menge an Eisen, Natrium, Phosphor, Kalzium und Kalium.

Die Rosinen sind mein Süßungsmittel – anderen Zucker brauche ich nicht. Auch sie bringen viele wichtige Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe mit und vervollständigen die Mineralstoff-Palette mit Selen.

Fazit

  • Mit dem selbst geflockten Müsli könnt ihr die regionale Landwirtschaft fördern, Verpackung und Transportkosten sparen. Und dazu ist es auch noch um einiges gesünder Gesünder.
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Silvester. Einfach nachhaltig.

In 2016 wurden für viele Menschen Themen wie Nachhaltigkeit und Achtsamkeit immer wichtiger. Ich fände es schön, wenn wir das auch mit in die Silvester-Feierlichtkeiten nehmen – ein wirklich nachhaltiges Silvester!

Nachhaltigkeit fängt schon bei dem an, was wir Essen. Der „kleine Bruder“ der Umweltbelastung ist die Innenweltbelastung – die Verschmutzung unseres Körpers. Über Lebensmittel gelangen Stoffe in unsere Körper, die dort eigentlich nicht hinein gehören. Auch wenn wir diese nicht schmecken, sie haben dennoch oft eine unerwünschte Wirkung: Nitrat, Unkraut- und Insektengifte, Antibiotika, Schwermetalle… Einige dieser Stoffe reichern sich mit der Zeit im Körper an und werden erst nach einigen Jahren krankmachend. Sie stehen in Verdacht, Auslöser von Allergien, Demenz, Krebs und Auto-Immunkrankheiten zu sein.

Deshalb kommen bei der nachhaltigen Silvesterfeier ausschließlich Bio-Produkte auf den Tisch. Die Zutaten sollten mindestens mit „EU-Bio“ ausgezeichnet sein, besser noch  Bioland oder Demeter. Das tut nicht nur uns und unseren Gästen gut. Sondern auch der Natur, die dringend mehr Bio braucht.

Das gilt auch bei Fleisch. Denn damit das Fleisch als „Bio“ durchkommt, bekommt das Tier Bio-Futter, während viele seiner Kollegen dagegen Gensoja aus brandgerodeten Urwäldern verzehren. Wer bei Fleisch und Milch auch noch auf Bioland oder Demeter achtet, der schenkt dem Tier wenigstens ein etwas würdigeres Leben.

Weniger Tierleid

Wenn wir schon beim Essen sind – vielleicht schafft Ihr es, die Tradition zu brechen und Fleisch und Milchprodukte stark zu reduzieren oder gar völlig darauf zu verzichten?  Nicht nur, weil Milch und Fleisch mit zu den Hauptursachen für Klimawandel und Belastung unseres Grundwassers zählen. Sondern, weil auch „Bio-Fleisch“ für das Tier eine oft leidvolle kurze Kindheit bedeutet bis es dann getötet wird. Töten ist immer brutal und bedingt Todesangst und Schmerzen. „Bio-Töten“ gibt es nicht.

Als Alternativen zum traditionellen Party-Food gibt es so viele leckere vegetarische bis vegane Gerichte. Wie wäre es mit Gemüsefondue? Oder Wok-Gemüse mit Heizplatte in der Tischmitte? Das VeganBlatt gibt noch mehr Anregungen.

Weniger Müll an Silvester

Parties werden schon allein dadurch müllfreier, indem Ihr kein Einweg-Geschirr oder Plastikbesteck verwendet. Auch ein Party-Service liefert mit Mehrweg, wenn Ihr darauf besteht. Wer selber kocht und dafür die Zutaten auf dem Wochenmarkt einkauft, am besten noch eigene Tüten mitbringt, der spart viel Verpackungsmüll.

Die Zeit bis Mitternacht will überbrückt werden. Aber bitte nicht mit  Bleigießen. Denn da steigt schon beim Erhitzen giftiges Bleioxid in die Atemluft und gelangt so in den Körper. Oft wird das gegossene Blei später im Restmüll entsorgt. Und genau dort gehört es nicht hin – es ist Sondermüll. Denn: Blei gehört zu den stärksten Umweltgiften. Also, lieber Kaffeesatz lesen oder ein gutes Gesellschaftsspiel spielen.

Auch wenn Euch das bunte Feuerwerk am Nachhimmel erfreut – es bringt viel Müll und starke Umweltgiften mit sich. Das laute Knallen ist noch Kilometer weiter im Wald zu hören und verschreckt die Wildtiere. Am Morgen nach dem Böllern und Anstoßen draußen liegen auf Straßen und Wiesen Flaschen oder Glasreste herum. Silvesterraketen oder Böller werden zwar zu weit entfernten Abschussplätzen getragen, die Reste hiervon jedoch unbeachtet liegen gelassen. Wer seinen Müll mit nimmt, geht mit gutem Beispiel voran.

Es gibt auch weniger verschmutzende Alternativen zum Feuerwerk.

In guter Erinnerung ist mir ein Feuerritual geblieben. Bei dem schreibt jeder auf einen Zettel alles Belastende, von dem er im alten Jahr loslassen möchte und auf einen weiteren Zettel Wünschen an das neue Jahr. Macht ein Feuer an, beispielsweise auf einem Grillplätze oder in einer Feuerschalen. Nach einigen Minuten Schweigend um die Flammen lässt jeder seine Zettel in Flammen aufgehen, eventuell begleitet mit einem kurzen Kommentar.

Oder ihr bastelt gemeinsam mit den Kindern Harzfackeln aus Tannenzapfen und Baumharz, die ihr am Abend abbrennt. Diesen Tipp habe ich von Sylvia N., die Anleitung findet Ihr auf Smarticular.net.

 

Kennt Ihr noch andere Rituale?

Was bleibt sind nachhaltige gute Vorsätze!

Viele Menschen nehmen sich guten Vorsätze in das Neue Jahr mit. Wie wäre es mit mehr Nachhaltigkeit in 2017? Dieser Vorsatz ist leicht umzusetzen, wenn man mit kleinen ersten Schritten beginnt. Eine Liste mit Vorschlägen dafür findet Ihr auf der Seite: Was tun?. Einfach einen Aussuchen und im Neuen Jahr umsetzen. Und wenn es Spaß gemacht hat, dann noch einen….?

In diesem Sinne:
Ein nachhaltiges gutes Ankommen ins Jahr 2017!

Was tun?

  • Bio-Produkte zum Silvesteressen. Wer schafft verzichtet auf Fleisch- und Milch-Produkte. Lest dazu auch „Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!
  • Bleigießen vermieden.
  • Nach dem Anstoßen auf den Straßen den eigenen Müll mit nehmen
  • Alternativen zum Böllern suchen
  • Mit nachhaltigen Vorsätzen in das Neue Jahr starten – beispielsweise von der „Was tun?“-Liste

Achtsames Wegwerfen

Wir werfen täglich viele Dinge achtlos weg. Das ist schon bequem – ab in den Müll, aus den Augen, aus dem Sinn. Mein Großvater, der im Weltkrieg den Mangel kennen gelernt hatte, schüttelte darüber voller Unverständnis den Kopf und sprach abwertend über die Wegwerfgesellschaft.

Für die Wirtschaft sind diese Wegwerfprodukte eine super Sache. Einmal gebraucht, weg geworfen, neu gekauft. So brummt der Laden. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir nicht einmal auf die Idee kämen, diese Dinge mehrfach zu gebrauchen selbst wenn das durchaus möglich wäre. Wir sind auf Wegwerfen getrimmt.

Und so landet im Müll, was mit großem Aufwand hergestellt wurde. Vieles davon glauben wir sei nicht vermeidbar. Beispielsweise Produktverpackungen, die mit Pappe und Plastik das neue gekaufte Produkt umhüllen und zelebrieren. Oder die Styropor-Box zum Warmhalten von Fast-Food-Essen. Getränkebecher vom Coffee-to-Go. Für unsere Partygäste die Papierservietten, Pappteller und Plastikbecher. Einweg-Flaschen aus Plastik oder Glas. Die Getränkedosen für das Feierabendbier oder die Coca-Cola. Einmalrasierer. Papierhandtücher…

Das alles schmeißen wir nach dem Gebrauch weg.

Wo ist der Ort, der „weg“ heisst?

Nur: Es gibt keinen Ort auf der Welt, der „weg“ heißt. Es bleibt alles auf unserer Erde.

Damit der unansehnliche Müllhaufen nicht stört, wird er thermisch aufbereitet (verbrannt) oder stofflich wiederverwertet. Letzteres meistens als Down-Cycling, selten gibt es echtes Recycling. Alle Verwertungen sind mit Aufwand, Umweltgiften und oft hohem Energieverbrauch verbunden. Auch wenn uns der „Grüne Punkt“ ein reines Umweltgewissen machen möchte: Nur Vermeidung ist nachhaltig.

Viele dieser Wegwerfdinge kosten fast nichts obwohl sie mit hohem Aufwand hergestellt wurden. Ihre Produktion bedeutet eine unvorstellbare Umweltbelastung. Getränkedosen sind aus Weissblech und Alu. Die Förderung von Aluminium, Eisenerz und Zinn hinterlässt tiefe Krater und Massen an giftiger Erde. Von der sozialen Ausbeutung der Arbeiter ganz zu schweigen.

Für das Einweg-Partybesteck und den Plastikdeckel eines Coffee-to-Go wird Erdöl gefördert, raffiniert, daraus Plastik-Granulat produziert und in die gewünschte Form geschmolzen. Wahnsinnig viel Energie und Umweltgifte.

Wir nutzen die Getränkedose, das Partybesteck und den Plastikdeckel nur wenige Minuten. Dann landet alles in den Müll.

Wie achtsames Wegwerfen funktioniert

Was können wir tun? So seltsam es klingen mag: Achtsames Wegwerfen praktizieren! Wir werden uns dadurch bewusst, was wir wirklich „weg“ werfen. Dadurch wächst ganz von alleine der Wunsch, Müll zu vermeiden und achtsamer mit der Erde umzugehen.

Und das geht so: Jedes mal bevor wir etwas in den Müll werfen, werden überlegen wir kurz, was wirklich dahinter steht. Erst dann kommt es in den Müll. Wer möchte kann sich auch eine Liste anlegen, was heute in den Müll kam.

Bevor ich beispielsweise einen Pappbecher weg werfe versuche ich mir den Baum vorzustellen, aus dem er hergestellt wurde. Denn wir sehen ohne diese Überlegung  nur die nach dem Gebrauch für uns wertlose Form (Pappbecher, Dose, Plastikdeckel, „Müll“).

Ich werfe also keinen Becher weg – das ist nur die Form. Sondern tatsächlich den Teil eines Baumes. Dabei bin ich mir bewusst, dass es vom Baum bis zum Becher ein weiter Weg war: Vom Samen zum stattlichen Baum, seine Abholzung, die Papiergewinnung, Wachsbeschichtung, der farbige Aufdruck, Verklebung zum Becher, Verpackung und Transport in den Laden. Riesen Aufwand. Der einzelne Becher kostet fast nichts. Wenn ich den Becher jetzt weg werfe, dann mit einer ganz anderen Haltung.

Dadurch erwächst der Wunsch, weniger Pappbecher weg zu werfen. Am liebsten gar keine mehr. Man könnte ihn beispielsweise von Hand spülen und mehrfach verwenden – wieso nicht? Oder doch lieber ein Glas oder Keramikbecher nehmen.

Was tun?

  • Wegwerfprodukte vermeiden.
  • Einwegprodukte so gut es geht mehrfach verwenden. Plastikbesteck und Plastiktüten können durchaus auch gespült werden.
  • Achtsames Wegwerfen praktizieren.

Lest auch meine anderen  Beiträge zum Thema Müllvermeidung:

Gebrauchtes kaufen

Letztes Jahr setzte die UNO den Weltumwelttag unter dem Motto „Sieben Milliarden Träume. Ein Planet – Konsumieren mit Vorsicht!“. Wir Menschen verbrauchen deutlich mehr Natur und Energie für unseren Konsum als die Erde nachhaltig bereit stellt.

Oft kaufen wir etwas ohne uns über die Folgen für die Natur Gedanken zu machen. Dabei hat jedes Produkt ein vielfaches seines Volumens an Natur zerstört. Beginnend bei der Gewinnung der Rohstoffen über die eigentliche Produktion, den Transport zu uns bis hin zu seiner Entsorgung. Nichts geht an der Erde spurlos vorüber.

Die Kosten für die Umweltzerstörung werden fast immer an die Allgemeinheit und die Natur übertragen. Auch wenn in Deutschland die Produzenten einige Auflagen haben gilt das noch lange nicht für Rohstoffe, Bauteile oder fertige Produkte aus dem Ausland. Mit kapitalistischer Logik sind Produkte mit dem größten Schaden für die Erde deshalb häufig die billigsten und demnach auch die Top-Seller.

Der wahre Preis von Produkten setzt sich immer aus zwei Bestandteilen zusammen: Dem Kaufpreis, den wir im Laden bezahlen. Und den unsichtbaren Umweltkosten – diese werden von der Allgemeinheit und der Natur bezahlt.

Beispielsweise ein neues Smartphone: Für dieses werden massenweise Erze und seltene Erden abgebaut – oft unter zweifelhaften Umständen und mit großen Schäden für die Natur. Den unsichtbaren Preisbestandteil bezahlen Menschen in den Erzmienen und Fabriken in der sogenannten Dritten Welt durch Gesundheitsschäden und soziale Ausbeutung. Tiere bezahlen mit dem Verlust ihrer Lebensräumen. Und sogar wir westlichen Konsumenten bezahlen mehr als den Kaufpreis. Denn Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung kennt keine Grenzen.

Die Produktion der einzelnen Bausteine ist energieintensiv und setzt viele giftige Stoffe frei. Nicht zuletzt verbraucht in unserer globalisierten Wirtschaft der Transport dieser Bausteine von einer Produktionsstätte zur anderen einmal rund um den Globus viel Treibstoff. Das setzt Kohlendioxid frei und schädigt nachhaltig unser Klima.

Aber muss es denn wirklich immer ein neuwertiges Produkt sein? Diese Frage habe ich mir vor einiger Zeit beantwortet: Nein!

Jetzt versuche ich Dinge so lange zu gebrauchen bis es wirklich nicht mehr geht. Und mit dem Wissen um die unsichtbaren Umweltkosten lohnt sich Reparieren auch dann, wenn zum gleichen Preis etwas Neues angeschafft werden könnte. Neben spezialisierten Werkstätten sind die in vielen Städten angebotenen Reparaturcafés eine gute Adresse.

Wenn ich heute wirklich etwas kaufen möchte suche ich zuerst Gebrauchtes. Auch hier gilt – es lohnt sich selbst dann, wenn der Preis inklusive Versandkosten den eines neuwertigen Produktes erreicht. Die gesparten Umweltkosten sind es wert:

  • Bücher müssen meiner Meinung nach nie neuwertig sein. Hier gehe ich zuerst zu booklocker.de. Werde ich dort nicht fündig kaufe ich gebrauchte Bücher bei Amazon (auch wenn ich Amazon wegen seiner sozialen Ausbeutung ansonsten zu meide).
  • Für Kinderkleidung gibt es ausreichend gute getragene Klamotten. In Second Hand Läden, auf Ebay oder Flohmärkten werde ich immer fündig.
  • Bei Elektrogeräten, vom Wasserkocher über den Küchenquirl bis zur Waschmaschine reicht immer ein älteres Modell.
  • Sonstige Güter ersteigere ich mir bei Ebay. Und wenn ich dort nicht fündig werde schaue ich nach Gebrauchtem auch mal bei Amazon – bisher habe ich leider kaum gute Alternativen gefunden…

So kamen in den letzten Monaten gebrauchte Bücher, Kindersitzerhöhung, Telefon, Kinderkleider und Rollerblades ins Haus. Umgekehrt möchte ich von mir nicht mehr Gebrauchtes entweder Spenden oder bei Ebay verkaufen.

Am besten ist aber wenn ich dem Kauf-Impuls widerstehen kann. Möchte ich etwas haben dann schlafe ich mindestens eine Nacht darüber, das hat schon oft geholfen. Gute Ideen gegen Impulskäufe findet ihr auch auf Minimalismus-Blog von Minimalistenfreun.de. Damit lässt sich das Kaufen von neuwertigen Produkten oft vermeiden.

Was tun?

  • Nutzt Produkte so lange es geht und lasst sie Reparieren anstatt durch neue zu ersetzen – auch wenn die Reparaturkosten so hoch wie der Preis eines neuen Produkts wäre!
  • Widersteht Impulskäufen. Schlaft immer mindestens eine Nacht darüber bevor ihr etwas kauft.
  • Wenn Kaufen, dann sucht zuerst nach Gebrauchtem.

Es ist mir eine Ehre, dass ich von Maria Widerstand zur Blogparade EiNaB eingeladen wurde, bei der ich natürlich gerne mit mache. Ihr findet sie hier: einfachnachhaltigbesserleben.blogspot.de.

Schaut auch hier: Tag der Erdüberlastung 2015 | Ökologischer Fußabdruck.

Der gute Vorsatz 2016

Der Jahreswechsel lädt viele Blogger ein, eine Bilanz vom vergangenen Jahr zu ziehen. Auch ich habe im Stillen zurück geblickt auf das, was mich in 2015 in diesem meinem Vegan-Blog beschäftigt hat.

Dabei merke ich wie es mich frustriert zu sehen, wie blind und unachtsam wir Menschen uns und unsere Welt ausbeuten. Milliarden von Menschen geben sich ganz der Karriere, Konsum und Zerstreuung hin, als wäre es das wichtigste in ihrem Leben. Und fördern mit dieser Lebensweise direkt die Zerstörung unserer Erde. Da verkommt eine Fördermitgliedschaft bei einem NGO wie Greenpeace oder WWF zum persönlichen Greenwashing. Denn die Veränderung fängt eben nicht bei der „bösen“ Industrie an, die für billiges Palmöl die Regenwälder in Indonesien abholzt und damit die Orang-Utans an den Rand des Aussterbends bringen.

Alle Veränderung beginnt bei uns selbst, als Konsument und mündigen Bürger!

  • Wir kaufen Produkte ohne uns zu kümmern was da drin ist oder wo es her kommt. Damit verantworten wir die vergiftete und zerstörte Umwelt in den Herstellungsländern. Beispielsweise die Abholzung der letzten Regenwälder für Palmöl. Kindersklaverei für unsere Schokolade. Vergiftete Böden für unsere billige Baumwollkleidung. Zerstörte Landschaften für unsere Elektroprodukte wie Smartphone, Smart-TVs und e-Bikes.
  • Wir essen Fleisch und Käse und verantworten damit neben massiver Tierquälerei einen Großteil der Umweltzerstörung unseres Planeten.
  • Wir vergiften Ozeane mit unseren Plastikprodukten und Waschmitteln.
  • Wir erhitzen die Erde durch unsere Urlaubsflüge, unseren Energieverbrauch, unseren Konsum an Plastikprodukten die später in der Müllverbrennung landen.
  • Wir beteiligen uns an Kriegen und Staatsterror durch unsere Konten bei Großbanken. Und haben dadurch sowie durch Ausbeutung die Flüchtlingskrise mit verursacht.
  • Wir machen uns Mitschuldig an der Zerstörung unserer Erde durch Beteiligungen an Aktienfonds und Aktiengesellschaften, die rücksichtslos mit Natur und Mensch umgehen. Hauptsache Dividende?
  • Wir halten es nicht für unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass unser Arbeitgeber rücksichtsvoll mit der Natur und Mensch umgeht – und machen uns so zum Handlanger von Ausbeutung und Umweltzerstörung.

Wir haben es in unserer Hand, wie die Welt aussehen wird. Zum Glück wächst die Zahl der wachen Menschen, die aus dem Hamsterrad des Gewohnten und Gewöhnlichen ausbrechen.

Gehörst Du auch dazu? Das wäre doch mal ein Vorsatz für das Neue Jahr – die Welt zu einem besseren Ort machen. Hier einige Vorschläge:

 

  1. Mit meinem Geld möchte ich mich nicht mehr an Kriegen, Staatsterror, Gentechnologie und Waffen-Industrie beteiligen. Ich wechsle zu einer ethischen Bank.
  2. Mit meinem Energieverbrauch werde ich die Umwelt weniger zerstören. Ich stelle um auf Ökostrom und spare Energie, wo es mir möglich ist.
  3. Mit meiner Ernährung möchte ich mich nicht mehr mitschuldig machen an Klimazerstörung und unsäglichem Tierleid. Ich werde mich vegan ernähren – oder zumindest vegetarisch. 
  4. Mit meinem Lebensmittel-Einkauf werde ich keine Grundwasser und Äcker mehr vergiften. Ich kaufe soweit es geht nur noch Produkte aus regionaler Bio-Landwirtschaft.
  5. Mit meiner Körperhygiene und meinem Wäschewaschen werde ich keine Abwässer mehr durch giftige Chemikalien und Mikroplastik vergiften. Ich stelle um auf natürliche Pflegeprodukte und abbaubare Öko-Waschmittel.
  6. Ich werde die Natur so gut es geht von Plastiktüten frei halten. Jute-Taschen zum Einkauf mit nehmen. Plastiktüten nicht annehmen und wenn doch, dann mehrfach verwenden.
  7. Ich werde meinen Papierverbrauch drastisch reduzieren und dadurch Umweltgifte und Energieverschwendung vermeiden.
  8. Ich werde meinen Einsatz für die Erde nicht auf das Private beschränken, sondern mich dafür einsetzen, dass mein Arbeitgeber nachhaltig und rücksichtsvoll mit Natur, Tier und Mensch umgeht.
  9. Ich werde mein Gewissen nicht ausschalten am Firmentor und meine Lebens- und Arbeitskraft nicht hergeben für einen Arbeitgeber in der Waffenindustrie, Tierindustrie oder Gentechnik, Geo-Engineering oder andere Branchen, welche negativ für die Erde, Tiere oder Menschen sind.
  10. Ich werde achtsam konsumieren. Produkte kaufen, die ich wirklich brauche und die möglichst nachhaltig in Produktion und Entsorgung sind.

Was ist Dein Beitrag für eine bessere Welt 2016?

Hunde und Plastikmüll

Plastiktüten sind ein großes Problem für die Natur, das ist bekannt. Und umweltbewusste Menschen versuchen alles, um diese zu vermeiden.

Die EU hat das Plastikproblem erkannt und möchte Tüten etwas eindämmen. Da frage ich mich, ob sie dabei auch an die vielen Plastiktüten für Hundekot gedacht haben?

Deutschlands knapp sieben Millionen Hunde produzieren 5,5 Milliarden Häufchen im Jahr. Hundekot gehört nicht in die Natur, denn er ist mein seinen Würmern, Bakterien und Viren ein Überträger von Krankheiten. Für Landwirte schlimm wirkt die Hundewurst auf Weideflächen, wenn sie Bandwürmer einbringt und damit Kühe krank macht. Verantwortungsbewusste Hundehalter sammeln deshalb die Hinterlassenschaft auf Spaziergängen in Hundekotbeuteln auf (so heißen die offiziell). Allein die deutschen Städte und Kommunen geben davon jährlich über 200 Millionen in öffentlichen Spendern aus.

Da wird Öl gefördert, raffiniert und aufwändig zu Tüten umgearbeitet. Was für eine Verschwendung von Ressourcen, um nichts weiter damit zu tun, als Hundekot zu verpacken und mitsamt diesem in den Müll zu gelangen. Und leider viel zu häufig achtlos in der Umwelt.

Mülleimer voll mit Hundekotbeutel

Mülleimer voll mit Hundekotbeutel

Die Hundekotbeutel bestehen aus Polyethylen. Abgekürzt PE oder HDPE. Dieser Kunststoff setzt in der Müllverbrennung Kohlendioxid frei und trägt so zur Klimaerwärmung bei.

Es gibt auch biologisch abbaubare Kotbeutel. Diese gehören ebenfalls in die Müllverbrennung und nicht auf den Kompost oder in die Natur. Dennoch sind die abbaubaren Tüten der PE-Ware vorzuziehen. Denn wäre nicht der Energieaufwand für die Herstellung, könnte man sie CO2-neutral nennen.

Leider scheint es keine Alternative zu Wegwerf-Kotbeuteln zu geben. Aber ich bin auch kein Hundehalter…

Hundehalter – Was tun?

  • Kauft abbaubare und nicht parfümierte Hundekotbeutel.
  • Werft volle Kotbeutel nur in den Restmüll, nicht in die Natur!
  • Lasst Euren Hund nicht im Wald, sonst irgendwo in der Natur und besonders nicht auf Weideflächen wursteln.
Nassrasierer

Rasierschaum ohne Müll und Gift.

Sicher kennt ihr das morgendlichen Nassrasur-Ritual: Einschäumen, gefühlvoll mit der Klinge den Schaum samt Stoppeln abziehen und zur Kontrolle nochmals über die glatte Haut streichen. Das breite Grinsen aus glattrasiertem Gesicht im Spiegel darf natürlich nicht fehlen. So kann der Tag mit einem guten Gefühl beginnen.

Den Rasierschaum bezog ich aus der Spenderdose „Original-Mild-Rasierschaum“ einer vertrauten Pflegemarke. Erst beim Schreiben dieses Blogartikels habe ich übrigens entdeckt, dass in meinem Rasierschaum die „Ultra Glide Technology für mehr Komfort bei der Rasur“ steckt. High-Tech-Rasierschaum, wow.

Macht Ihr das auch, den Rasierschaum aus der Spenderdose (eigentlich „Aerosoldose“) zu drücken? Wahrscheinlich schon, denn laut Wikipedia ist „die Verwendung von Rasiersprays für den Verbraucher besonders bequem und hat die Anwendung von Rasierseife sowie schäumenden und nichtschäumenden Rasiercremes bei der Nassrasur weitgehend verdrängt“.

Das Wort „bequem“ lässt mich aufschrecken, ist es doch ein häufiges Zeichen für gedankenlosen Konsum.

Spraydose – viel Müll und Gift für nichts als Schaum

Die Rasierschaumdose an sich ist schon eine technische Meisterleistung. Da wurde viel Cleverness in die Wegwerf-Spraydose investiert. Und viel Müll für Bequemlichkeit in Kauf genommen. Angefangen von umweltschädlichem Aluminium oder Weissbleich für die Spraydose, Plastikkappe und Plastik-Kleinteile. Nicht zu vergessen die giftigen Druckfarben, damit alles schick aussieht. Dass bei der Gewinnung des Metalls und Öls sowie der eigentlichen Produktion der Dose unheimlich viel Umweltzerstörung entsteht ist einleuchtend.

Auch die über 23 nicht aus nachhaltigen Quellen gewonnenen Inhaltsstoffe machen mich nachdenklich. Ich bezweifle, dass die wirklich alle notwendig sind. Sondern teilweise Marketing, wie Vitamin E und das allgegenwärtige Aloe Vera.

Und das alles für eine bequeme Nassrasur. Ich würde mir wegen meines gedankenlosen Konsums die Barthaare raufen, wären sie nicht alle abrasiert.

Ökologische Alternativen

Zum Glück gibt es Alternativen zum Rasierschaum aus der Dose. Diese reichen von Rasieröl bis zur klassischen Rasierseife mit Rasierpinsel. Solche alternativen Produkte in nachhaltiger Bio-Qualität gibt es beispielsweise in Drogeriemärkten von Marken wie Weleda oder Speick. Sie erzeugen erheblich weniger Müll und hinterlassen bessere Rasierergebnisse, wie Ihr sogar offiziell auf Wikipedia nachgelesen könnt. Wichtig für mich bei Seifen ist, dass sie  vegan sind und kein Palmöl verwenden.

Bei Rasierpinsel achtet unbedingt darauf, dass Ihr einen mit synthetischen Fasern erwischt. Denn das oft verwendete Dachshaar kommt hauptsächlich aus  China, wo man mit Tieren bekanntermaßen nicht gerade zimperlich umgeht.

Aber es geht noch einfacher! In den letzten Wochen habe ich keine spezielle Rasierseife, sondern meine normale Körperseife benutzt. Dazu verreibe ich einfach etwas Seife auf der Handfläche. Ohne Rasierpinsel ab mit dem duftenden Schaum ins Gesicht. Die ökologisch unbedenkliche Seife kommt umweltfreundlich in der Pappschachtel. Ob die Schachtel ohne giftige Druckfarben bedruckt ist, werde ich beim Hersteller mal nachfragen.

Der Schaum von der Seife hält nicht länger als einige Sekunden. Das hat mich Anfangs etwas verwirrt, war ich doch an den dicken weissen Rasierschaum gewöhnt. Inzwischen finde ich das sogar gut. Meiner Empfindung nach hinterlässt die Rasur mit Schaum aus der Stückseife eine spürbar glattere Haut als mit dem Rasierschaum aus der Dose. Und sie hat antibakterielle Wirkung.

Keine Haut-Irritationen. Glattere Rasur. Ungiftig. Ökologisch. Viel Müll vermieden. Und im Badezimmer sowie im Kulturbeutel bei Reisen macht sich angenehmer Minimalismus breit.

Was tun?

  • Rasierschaumdosen verursachen viel Umweltbelastung. Sucht dosenfreie Alternativen!
  • Ökologischer ist mit Synthetikfaser-Rasierpinsel aufgeschäumte Rasierseife in Bio-Qualität.
  • Noch besser finde ich (vegane) Stückseife aus dem Bio-Markt. Ganz ohne Pinsel.