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Veganer Weltverbesserer.

Frischkorn-Müsli – selbst geflockt

Ich liebe mein Morgenmüsli. Bis vor einigen Jahren griff ich noch zum Fertigmüsli aus dem Bio-Markt, dann stellte ich um auf selbst gemischtes Müsli mit frisch gequetschten Haferkörnern.

Warum das? Weil die Haferkörner aus den Fertigmüsli hitzebehandelt sind und teilweise Konservierungsstoffe enthalten. Hitzebehandelt müssen sie werden, denn die Haferkörner werden schnell ranzig, sobald sie zerkleinert sind. Laut eat-smarter.de verliert der Hafer dadurch nicht nur an Vitamingehalt, auch übersteht die Aminosäure „Lysin“ diese Hitze nicht.

Mir ist Bio-Qualität und möglichst unbehandelte Inhaltsstoffe wichtig. Viele Müsli-Mischungen werden dem nicht gerecht. Teilweise legen die aus dem Supermarkt oder Internet bezogenen Mischungen eine unsinnige Entfernung zurück – für die Umwelt alles andere als toll. Und das, obwohl die verwendeten Getreidesorten fast vor unserer Haustür wachsen.

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In meiner Flockenquetsche kommt Bio-Nackthafer aus der Region – vom Thaddäus-Bioland-Hof in Kirchzarten. Das spart Verpackungsmaterial, Transportkosten, enthält keine Konservierungsstoffe, alle wertvollen Stoffe aus dem Hafer bleiben erhalten – und es fördert die regionalen Bio-Bauern. Für die Feinschmecker unter uns kann ich nur bestätigen: der frisch gequetschte Hafer schmeckt deutlich leckerer als der aus der Fertigmischung!

Wer selbst Flockenquetscher werden möchte kann unter einer Vielzahl von Modellen wählen. Ich habe mich nach Durchforstung etlicher Internet-Foren für das Tischmodell der Firma Eschenfelder entschieden. Nicht nur, weil sie mir in optisch gut gefällt. Sondern auch, weil der Hersteller auf Nachhaltigkeit wert legt und Rohstoffe aus Deutschland verarbeitet. So sind die Hölzer aus heimischen zertifiziert nachhaltigen Forstbeständen, deren Oberflächen mit Leinölfirnis (kbA) geölt und poliert wurden.

frischkorn-muehleDie Flockenquetsche wird einfach an der Tischkante fixiert und ist so leichtgängig, dass mein Sechsjähriger sie problemlos für seine eigene Müsli-Kreation bedienen kann.

Nur der Preis von 170€ hat mich zögern lassen. Wobei ich ausgerechnet habe, dass bei meinem Müsliverbrauch sich die Investition nach knapp einem Jahr amortisiert hat. Und vom „Mehr“ an Genuss gar nicht zu sprechen.

Hafer – ein Power-Nährstoff

 

Apropos wertvolle Rohstoffe – Hafer bringt nicht nur Kohlenhydraten und Eiweiße (15%) mit, sondern ist ein toller Lieferant an Nähr- und Ballaststoffen. Hafer hat einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und sogenannte „Schleimstoffe“, welche wohltuend für den Darm sind. Was Vitamine angeht versorgt uns Hafer mit einem überaus hohen Anteil an Vitamin B1, sowie B6 und E. Weiterhin ist er ein wertvoller Lieferant von Zink, Eisen, Calcium, Magnesium und Phosphor. Als ob das nicht schon gut genug wäre, kann das im Hafer enthaltene Beta-Glucan auch noch den Cholesterinspiegel senken hat positive Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und wirkt vorbeugend gegen einige Formen von Krebs.

Meine Müsli-Mischung

Zu meinen frischen Haferflocken kommt eine Handvoll Haselnüsse, Rosinen und ein paar Mandeln. Dazu kommen je nach Jahreszeit kleingeschnippelte Äpfel, Bananen oder Beeren. Das ganze darf einige Minuten in heißem Wasser quellen – und wird so nicht nur schön verträglich, sondern bleibt auch vegan.

Müsli ist übrigens super gesund, nicht nur wegen dem Hafer: Die Mandeln reduzieren das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senken den Cholesterinspiegel und Blutdruck. Sie bringen ins Müsli Eiweiße, viel Folsäure, Kalium, Kalzium Eisen und Magnesium mit. Vor allem spielen sie virtuos auf der Vitamin-B-Skala (B1, B2, B3, B5, B6 und B9). Die Haselnüsse tragen darüber hinaus Vitamin A, C und E bei und erhöhen die Menge an Eisen, Natrium, Phosphor, Kalzium und Kalium.

Die Rosinen sind mein Süßungsmittel – anderen Zucker brauche ich nicht. Auch sie bringen viele wichtige Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe mit und vervollständigen die Mineralstoff-Palette mit Selen.

Fazit

  • Mit dem selbst geflockten Müsli könnt ihr die regionale Landwirtschaft fördern, Verpackung und Transportkosten sparen. Und dazu ist es auch noch um einiges gesünder Gesünder.
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Bio-Deo – natürlich selbstgemacht

Die Liste von Inhaltsstoffen ist bei vielen Deos lang und voll chemisch klingender Bezeichnungen. Die Haut ist unser größtes Organ. Stoffe, die auf sie aufgetragen werden, können über sie in unseren Blutkreislauf gelangen. Wer darauf achtet kauft Deos mit ungiftigen Soffen. Ich habe gute Erfahrungen mit dem von Speick gemacht.

Aber wieso kaufen und nicht selber machen? Denn ein Deo Marke Eigenbau geht so einfach nur aus Natron! Natron sorgt für einen PH-Wert, der ungünstig für Bakterien ist. Es ist ja nicht der Schweiß, der unangenehm riecht. Sondern es sind Bakterien, die sich im Schweiß wohl fühlen und Stoffe produzieren, die uns die Nase rümpfen lassen. Mit Natron könnt ihr in weniger als fünf Minuten ein sehr preiswertes Deo einfach selber machen, wie auf „Wundermittel Natron“ beschrieben.

Für die heißen Sommertage mixe ich mein Deo nicht nur aus Natron, sondern auch mit Eichenblättern. Deren Gerbstoff hemmt Schweißbildung und reduziert Gerüche. Die Anregung habe ich mir durch das Buch „Grüne Kosmetik“ von Gabriela Nedoma geholt.

Anfänglich hatte ich Sorge, dass mein selbst gemachtes Deo nicht so „sicher“ ist wie ein gekauftes. Frau Hundertsand hat sich deshalb bereit erklärt, Abends den Geruchstest zu machen. Ergebnis: Das Deo wirkt sogar besser als die bisherigen gekauften – ich bin begeistert! Das schöne dabei ist auch, dass es dazu noch viel weniger Müll verursacht.

Und so gehts:

Du brauchst:eichendeo.png

  • 1 TL Natron (gibt es z.B. im Drogeriemarkt, einige Bio-Läden etc.)
  • Eine Hand voll Eichenblätter
  • Einen halben Teelöffel Meersalz
  • 150 ml Wasser

IMG_8472.jpgDie Eichenblätter in das Wasser geben und mit einem Mixer zerkleinern. Einen Tag stehen lassen und dann absieben. Natron und Salz dazu. Schütteln. Fertig. Ich habe etwas mehr Natron rein gemacht, damit das Deo auch wirklich „sicher“ ist. Wenn man es übertreibt (so wie ich), dann wird die Lösung übersättigt, das Natron löst sich nicht auf sondern setzt sich unten ab. Macht aber nichts – sicher ist sicher 😉

Im Badezimmer steht eine kleine Ration in einem Fläschchen zur Anwendung bereit. Der Rest bleibt im Kühlschrank für mindestens einen Monat frisch. Mir ist eine Charge mal bei den heißen Temperaturen „gekippt“ – seit dem rieche ich vor Nutzung daran, ein verdorbenes Deo riecht echt eklig. Nach dem Auftragen lasse ich das Eichenblatt-Deo etwas eintrocknen um Abfärben zu vermeiden, bevor ich helle T-Shirts anziehe.

Fazit:

  • Kauft kein Deo aus der Spraydose. Die Inhaltsstoffe sind oft bedenklich, das Treibmittel ist es auf jeden Fall – sowohl für Dich als auch das Klima. Und: Diese Deos sind meiner Meinung nach überteuert.
  • Wenn nicht Selbermachen, dann kauft ein Deo (Roller oder Stick – kein Spray!) mit natürlichen Inhaltsstoffen. Beispielsweise den von Speick.
  • Noch weniger Müll und noch gesünder für Euch und die Erde wird es, wenn ihr das Deo selbst produziert.

Nachhaltige Kommunikation ist gewaltfrei

Seit Anfang 2000 beschäftige ich mich intensiv mit der Gewaltfreien Kommunikation (GfK), so benannt von ihrem Begründer Marshall Rosenberg. „Gewaltfrei“ klingt etwas harsch, so dass viele sie auch „Wertschätzende Kommunikation“ nennen. Mit dieser auf wenigen einfachen Schritten aufbauenden Kommunikation und der zugrundeliegenden Haltung könnt ihr das Trennende zwischen Euch und anderen Menschen aufheben und echtes Verständnis herstellen.

Für mich ist die Gewaltfreie Kommunikation stark mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden. Denn wie oft erlebe ich das Trennende in der Nachhaltigkeitsbewegung und lese es in Blogs: da wird gewettert auf „die böse Industrie“ oder die „uneinsichtigen Umweltsünder und Konsumenten“. Durch solche moralisierenden Wertungen anderer schaffen wir statt Verständnis nur Ablehnung und Widerstand. Ein verbissener „Kampf gegen“ etwas oder jemanden erreicht viel weniger als wenn wir uns gemeinsam um Lösungen bemühen. Mit Verständnis ist ein Weg, die Gesellschaft nachhaltig zu heilen.

Mit der GfK vertreten wir im Diskurs mit anderen unsere Position klar in einer wertschätzenden und verbindenden Art. Ich bin überzeugt, würden viele Umweltschützer diese Prinzipien umsetzen, dann könnte viel mehr mit weniger Energieaufwand bewegt werden. Nicht gegen „die Anderen“. Sondern mit ihnen.

Gewaltfreie Kommunikation wirkt!

Ich habe die Wirkung der Gewaltfreien Kommunikation selbst erlebt und bin so begeistert, dass ich jedem den Besuch eines Trainings nur ans Herz legen kann. Denn die GfK wirkt nicht nur beim Thema Nachhaltigkeit, sondern ist eine große Hilfe im menschlichen Miteinander, sowohl privat als auch beruflich.

In der Regel bieten GfK-Trainer Wochenendkurse an. Danach empfiehlt sich der Besuch einer regelmäßigen Übungsgruppe – das hilft, diese Kommunikationsform im Alltag zu verankern.

Wer einen Trainer finden möchte, kann als erste Anlaufstelle auf gewaltfrei.de nachschauen.

„Gewaltfreie Kommunikation Freiburg“

Hatte ich schon gesagt, dass ich von der Gewaltfreien Kommunikation begeistert bin? So sehr, dass ich ihr einen eigenen Blog widme: gfk-freiburg.de. Hier findet Ihr auch eine Liste von Trainern aus der Stadt.

Viele Beiträge dort richten sich an alle, die Grundkenntnisse in der Gewaltfreien Kommunikation haben. Ich freue mich über neue Abonnenten – gfk-freiburg.de!

Was tun?

  • Besucht einen Kurs in Gewaltfreier Kommunikation in Eurer Stadt. Eine Auswahl von Trainern in Eurer Stadt findet Ihr auf gewaltfrei.de. Freiburger schauen auf gfk-freiburg.de

Schein-Aus – der geheime Stromfresser

Viele elektrische Geräte verharren im Standby-Betrieb, wenn sie nicht gebraucht werden.

In diesem Zustand verbrauchen sie eigentlich relativ wenig Energie. Laut einer EU-Verordnung ab 2010 höchstes 1 Watt, neuere Geräte ab 2014 maximal 0,5 Watt. Auch wenn das wenig erscheint – wenn wir alle diese Verbräuche in einem Haushalt aufsummiere, in einem Unternehmen oder gar in ganz Deutschland, kommt ein erstaunlicher hoher Verbrauch zusammen. Laut Umweltbundesamt kostete uns das in 2013 deutschlandweit insgesamt mehr als vier Milliarden Euro an Strom. Heute liegt dieser Gesamtbetrag bestimmt deutlich höher.

Auch wenn wir Ökostrom beziehen statt solchen aus konventionellen Kraftwerken: auch dieser verbraucht Fläche und Natur. Umsonst gibt es eben nichts.

Stromfressern auf der Spur…

Also wollte ich den geheimen Stromfressern auf die Spur kommen. Ich habe mir ein Messgerät von einem Kollegen ausgeliehen und bin zuhause damit herum getigert.

Wer ein Messgerät braucht und keine solchermaßen ausgerüstete Kollegen hat, der leiht sich eins kostenfrei bei Stromversorgern wie Greenpeace Energie oder regionalen Verbraucherzentralen. Einfach mal im Internet suchen nach „messgerät leihen stromverbrauch“ suchen.

Das Ergebnis hat mich dann doch erstaunt! Denn neben dem erwarteten Verbrauch im „Standby“ stieß ich auf Geräte, die meiner Meinung nach wirklich Ausgeschaltet waren – und dennoch Strom verbrauchten! Aber mal der Reihe nach…

Standby bedient unsere Bequemlichkeit

Manche Geräte lassen sich nicht mit einem Netzschalter, sondern mit einem Taster oder per Fernsteuerung ausschalten. Klar, dass sie dann nur „stromlos“ tun und in Wirklichkeit im Standby-Betrieb darauf harren, dass wir sie wieder aktivieren.

Nur wenige Geräte müssen wirklich ständig unter Strom stehen um für uns ihre Dienste zu verrichten. Bei den meisten dient Standby rein unserer Bequemlichkeit – damit wir sie vom Sessel aus an-/ausschalten können ohne uns auf den weiten Weg quer durch das Wohnzimmer zu begeben.

Schein-Aus

Fies wird es, wenn die Geräte sich mit einem vermeintlichen Schalter hörbar ausschalten lassen und nichts an ihnen verrät, dass sie weiterhin Strom verbrauchen. „Schein-Aus“ nennt man das im Fachjargon.

Ärgerlich finde ich zum Beispiel meine Stehlampe aus dem Baumarkt. Mit einem hörbaren „Klick“ am Drehschalter ist sie ausgeschaltet. Keine Spur davon, dass sie jetzt noch Strom zieht. Auch nicht auf dem Aufkleber des Herstellers unter dem Stehfuß. Das tut sie aber: 0,4 Watt. Das sind 3,49 kWh pro Jahr. Sinnlos verbraten.

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Diese Stehlampe verbraucht 3,49 kWh pro Jahr – im ausgeschalteten Zustand!

Das Selbe mit dem Kinder CD-Player von Lenco. Mit einem Schalter lässt er sich scheinbar ausschalten. Auch er verbraucht dann ebenfalls 0,4 Watt.

Mehr Verdächtige konnte ich nicht finden, unser Haushalt ist relativ technikarm. Typische Verdächtige wären ansonsten Stereo-Anlagen, Aktivboxen, PC-Monitore, Fernseher – auch manch alter Wasserkocher ist nicht gefeit davor …

Ob ein Gerät anfällig für Schein-Aus ist oder nicht, lässt sich ohne Messgerät kaum erkennen.

Hier wird es technisch: Wieso es Schein-Aus gibt

Aus der Steckdose kommen bekanntlich 220 Volt. Für viele Geräte ist diese Netzspannung zu hoch, weshalb ein Transformator sie auf beispielsweise 12 Volt herunter regelt. Trennt nun der Ein-/Ausschalter diese Netzspannung ab, dann ist das Gerät wirklich stromlos und verbraucht nichts mehr.

Aus Kostengründen haben einige Hersteller sich allerdings dazu entschieden, den Schalter „hinter“ dem Transformator zu verbannen. Das bedeutet, nicht die Netzspannung wird abgetrennt, sondern nur die vom Transformator ausgespuckten 12 Volt. Der Transformator bleibt auch bei „Aus“ unter Strom (im Leerlauf). Das spart dem Hersteller weniger als 50 Cent pro Gerät. Weitaus mehr bezahlt die Natur und wir Verbraucher.

Was tun?

Den Schalter meiner Stehlampe könnte der Hersteller bei mir abholen – ich stecke sie jetzt immer direkt aus der Steckdose. Der Kinder CD-Player wird ebenfalls ausgesteckt.

Einige Ratgeber empfehlen Steckdosenleiste mit Schalter gegen Standby-Verluste. Von dieser Lösung bin ich nicht überzeugt, falls man neue Leisten kauft. Denn ich glaube, dass deren Herstellung erheblich mehr Energie verbraucht, als sich durch Standby oder Schein-Aus einsparen lässt. Ich empfehle eher:

  • Schaltet oder steckt Geräte wirklich aus, statt sie im Standby zu lassen.
  • Leiht Euch ein Messgerät aus um den Stromverbrauch zu messen. Das gibt es beispielsweise kostenfrei bei Greenpeace Energie.
  • Wer neue Geräte kauft, kann mal zur Freude des Verkäufers den Schein-Aus-Verbrauch direkt im Laden messen und das in die Kaufentscheidung mit einfließen lassen.
  • Wenn ihr Steckdosenleiste mit Schalter einsetzen möchtet, dann kauft Euch gebrauchte, beispielsweise bei Ebay.

Links:

Zahnputz-Pulver super einfach selbst gemacht

Für das zweimal tägliche Zahnputz-Ritual habe ich bisher Zahnpasta aus einer Plastik- oder Aluminium-Tube auf meine Bürste gedrückt. Weil einige Zahnpasten relativ lange Listen mit Inhaltsstoffen haben und in meinen Mund nur Bio kommen soll, bin ich auf die Bio-Zahnpasta von Weleda ohne Fluorid umgestiegen. Wieso Ihr auf Fluorid verzichten solltet, könnt Ihr hier nachlesen: Fluoride meiden.

Nun kann man sich fragen, wieso wir eigentlich Zahnpasta kaufen, wenn es doch so einfach selbst herzustellen ist? Und das auch noch komplett aus ungiftigen Naturprodukten.

Es gibt viele Rezepte für selbstgemachte Zahnpasta. Noch einfacher finde ich Zahnputz-Pulver. Das hält ewig auch ohne Konservierungsstoffe.

Und so geht es:
(Die Zutaten gibt es im Drogeriemarkt, oder können im Internet bestellt werden)

  • 4 Teelöffel Xylit (Birkenzucker) gegen Karies.
  • 4 Teelöffel Natron gegen Bakterien allgemein (Achtung: Nicht mit Soda verwechseln)
  • 2 Teelöffel weiße Heilerde (Tonerde) als Putzkörper
  • Wer mag, tropft noch etwas ätherisches Öl dazu. Ich habe bei mir Pfefferminzöl drin. Frau Hundertsand Kamilleöl…

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Die Zutaten zusammen schütten. Gut mischen. Fertig. Und so sieht es aus:IMG_8396

Was mir aufgefallen ist: Früher hatte ich immer Zahnstein, da hatte der Zahnarzt eine helle Freude dran, das abzutragen (Ok, da ich nur alle drei bis fünf Jahre zum Zahnarzt gehe, hat das Gebirge auch lange Zeit zum Wachsen…). Heute kann ich keinen Zahnstein mehr bei mir entdecken. Entweder liegt es am neuen Zahnputzpulver. Oder an der Umstellung auf eine Ernährung ohne tierliche Eiweiße. Oder beides…

Fazit:

  • Statt Zahnpasta zu kaufen, selbst machen. Das spart nicht nur Müll und Geld. Sondern in Euren Mund kommen wirklich nur noch ungiftige Stoffe.

 

Smarticular

Vor Kurzem bin ich über die Webseite von Smarticular.net gestolpert – und ziehe meinen Hut vor diesem „Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben“. Wenn ich ein Blog zum Thema Nachhaltigkeit empfehlen werde, wird es von nun der von Smarticular sein.

Denn dieses „Ideenportal“ beeindruckt mich nicht nur mit der Themenvielfalt. Sondern mit seinen leicht verständlichen und einfach nachvollziehbaren Vorschläge zum Selbermachen. Es ist wirklich angenehm, dass es hier um Meckern über die Wirtschaft oder den unachtsamen Konsumenten geht.

Die Beiträge finde ich sehr relevant und praxisnah für alle Menschen, die sich eine nachhaltigere Lebensführung wünschen.

Für mich eine wahre Fundgrube, in die ich tief hinein greifen werde…

Schaut selbst: smarticular.net:

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Taschentücher. Nachhaltig.

Nasskaltes Wetter – die Nasen laufen um die Wette. An allen Ecken und Enden wird geschnieft und in flauschige, weiße Papiertaschentüchern geschnäuzt.

Das war nicht immer so: Mit der Marke „Tempo“ begannen in Europa Papiertaschentücher erst ab 1929 die bisher genutzten Stofftaschentücher zu verdrängen. Das schafften sie, weil die Menschen unsicher waren, ob nach deren Wäsche noch gefährliche Keime in den Stofftaschentücher lauerten.

Heute können wir mit Gewissheit sagen, dass Stofftaschentücher durchaus hygienisch verwendbar sind. Wir könnten also das Rad zurück zu drehen. Und das sollten wir auch…

Papiertaschentücher und deren Auswirkung auf die Umwelt

Bei Papiertaschentüchern bedeutet Plastikmüll. Jeweils 10 Tücher bieten sich uns zum  Naseputzen in einem Plasik-Päckchen an. Im Supermarkt können wir diese Päckchen im Sammelpack durch Plastik gebündelt kaufen.

Auch wenn Papiertaschentücher aus dem nachwachsenden Rohstoff „Holz“ bestehen – sie sind alles andere als klimaneutral: Angefangen von den CO2-Emissionen durch die weiten Transportwege des Holzes aus dem Wald zur Fabrik bis hin zur Zellstoffgewinnung, die laut Umweltbundesamt sehr energie- und wasserintensiv ist und kritische Emissionen entstehen lässt.

Deutlich weniger umweltbelastend sind Taschentücher aus Recyclingpapier. Diese sparen mehr als die Hälfte an CO2. Leider verwenden fast alle Hersteller frischen Zellstoff.

Nach dem Gebrauch landen die nicht recycling-fähigen Papiertaschentücher im Restmüll. Aufwändig erzeugter Zellstoff von jährlich mehreren Milliarden Taschentüchern wird so dem Kreislauf entzogen. Würden sie in bei einem Ausflug in der Natur „entsorgt“, verschandeln sie bis zu 5 Jahre lang die Landschaft. Nachhaltigkeit geht anders.

Das Tempo rausnehmen!

Manchmal reist das Holz für die papiernen Taschentücher aus fernen Ländern an. Wie vor einigen Jahren noch bei Tempo (ob das heute noch so ist, ist mir unklar…): Zumindest bis zum Jahr 2006 bestanden die Tempo-Taschentücher hauptsächlich aus Eukalyptus-Holz. Dieses wuchs in brasilianischen Monokulturen und sorgte für das „Plus ein Weichheit“. Regenwälder und deren indigene Bewohner mussten für den Anbau gewaltsam weichen. Schade, dass Tempo erst nach massiven öffentlichen Druck durch Robin Wood sich zumindest von einem der übelsten Holzlieferanten getrennt hat.

Damit das Papiertaschentuch hygienisch weiß aussieht muss es gebleicht werden. Laut Ökotest erreichen die meisten Hersteller das auch ohne giftiges Chlor. Nur Feeling, Gut & Günstig Supersoft, Regina Softis und wieder einmal Tempo fielen im Test mit Chlorbleiche auf.

Und noch eine Unfassbarkeit fand ich bei meinen Recherchen: Tempo ist auf der Liste von Firmen, welche Tierversuche durchführen! Für Taschentücher! Da kann ich nur den Kopf schütteln. Für mich ist ganz klar – Tempo-Taschentücher kommen mir nicht mehr ins Haus.

Wenn Papier, dann mit blauem Engel!

400px-be_logo_juryumweltzeichen_menschumwelt-svgFalls ihr Papiertaschentücher kauft, dann achtet unbedingt auf Produkte aus Recyclingpapier. Die erkennt ihr an dem Gütesiegel „Blauen Engel“. EDEKA scheint solche aus dem Sortiment genommen zu haben. Macht nichts, es gibt Alternativen: Soft&Sicher bei dm, Alouette (Rossman), memo Recycling (memo), Mach Mit! (Rewe), Öko-Purex, WEPA Taschentücher… Die gesamte Liste findet Ihr direkt auf der Webseite vom Blauen Engel.

Noch machen bei Papiertaschentüchern aus Recycling weniger als zwei Prozent des Taschentuch-Umsatzes aus. Das können wir ändern!

Stofftaschentücher zur Rettung der Laufnasen!

Für mich gibt es genug gute Gründe für Stofftaschentücher. Da fällt kein Plastikmüll an, sie lassen sich mehrfach verwenden und schonen dadurch die Umwelt, besonders wenn sie    aus Bio-Baumwolle oder „Second-Nose“ (also gebraucht) sind. Die weichen Taschentücher aus Baumwolle findet nicht nur meine Nase sehr angenehm, auch die Nasen vieler Allergiker scheinen das zu freuen, wie Internet-Foren berichten.

Gebrauchte Stofftaschentücher gibt es von Eltern oder Großeltern, von Freunden (deren Eltern), bei eBay-Kleinanzeigen, eBay selbst oder einfach nach „Stofftaschentücher gebraucht“ googeln. Neue Taschentücher aus Bio-Baumwolle verkauft der Online-Shop Kulmine.

Und so hält Zuhause eine kleine Kiste viele hübsche bunte Taschentücher griffbereit. In der Winterzeit begleitet mich immer eines davon in der Hosentasche. Dafür ist es ratsam, sich nicht die Hosentasche mit überdimensionierten Herrentaschentücher auszubeulen, sondern zur kleinere Varianten zu greifen.

Die Sache mit der Hygiene…

Beruhigend finde ich, dass bei 60 Grad in der Waschmaschine die Keime kaputt gehen. Höhere Temperaturen sind dafür nicht notwendig. Deshalb dürfen die benutzten Tücher mit in die 60 Grad-Wäsche, die sowieso auch ohne sie anfallen würde (falls ihr nicht so heiß wascht, meint Wasteland Rebel, übergießt die Taschentücher vor der Wäsche mit kochendem Wasser und lässt sie 15 Minuten darin stehen). Wer an der Keimfreiheit zweifelt, bügelt die Taschentücher und tötet damit auch den letzten Übeltäter.

Und so freut sich meine Laufnase darüber, vom Stofftaschentuch sanft trocken getupft zu werden. Das Taschentuch darf dann auch gern mehrfach verwendet werden, ohne dass es eklig wird. Denn mit den eigenen Keimen kann man sich selbst nicht (mehr) anstecken. Allerdings nach einem ausgiebigen Schnäuzen findet das Tuch zügig seinen Weg in den Wäschekorb.

Auf verschnupften Ausflügen darf ein Vorrat an frischen Stofftaschentücher mitkommen. Die benutzten sammeln sich in einer kleinen Box, bis sie nach dem Ausflug die Wäsche bereichern. Wer das zu unhandlich findet kann immer noch für unterwegs auf eine Packung Recycling-Papiertaschentücher zurück greifen.

Was tun?

  • Besorgt Euch Taschentücher aus Stoff. Und genießt das angenehme weiche Gefühl an der Nase.
  • Wenn Papiertaschentücher, dann nur mit dem Blauen Engel gekennzeichnete Marken – und macht einem Bogen um umweltschädliche Taschentücher aus dem Mainstream.