Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Befreiung vom Überfluss

Dass unsere auf Wachstum gebaute kapitalistische Wirtschaft der Erde und uns immer schneller immer größere Probleme schafft, ist akzeptiertes Allgemeinwissen. Nur, wie kommen wir aus dieser Abwärtsspirale heraus?

Einen möglichen Ansatz beschreibt der Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech auf 160 Seiten in seinem Buch „Befreiung vom Überfluss – Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“.

Sein Konzept besteht aus vier Prinzipien. Die Grundbedingung ist allerdings, dass wir die Wochenarbeitszeit auf 20 Stunden ohne Lohnausgleich reduzieren – um die  freigewordene selbstbestimmte Lebenszeit sinnvoll zu Nutzen im Dienste unserer Gesundheit und der Erde. Ein Bedingung, bei der viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer ungläubig den Kopf schütteln werden. Niko Paech hält das jedoch für durchaus realistisch, was er in seinen vier Prinzipien weiter ausführt:

Erstes Prinzip – Suffizienz

Als Erstes sollten wir uns von unserem Wohlstandsballast entledigen. Damit meint er nicht, dass wir Minimalisten werden müssten. Sondern wir sollten bewusst nur noch diejenigen Produkte konsumieren, die (a) wir wirklich brauchen, die (b) lange halten und die (c) einfach zu reparieren sind. Und alles Unnötige vermeiden, da es eben unnötig Ressourcen verbraucht.

Zweites Prinzip – Subsitenz

Gleichzeitig müssten wir aus der Flut an Werbereizen ausbrechen und Hoheit über unsere Zeit zurück gewinnen, die viel zu oft an Freizeit-Industrie und Fernseh-Konsum verloren geht.

In der gewonnenen Zeit durch Reduktion der Wochenarbeitszeit und weniger Inanspruchnahme von Freizeitindustrie sollten wir wieder vieles selbst herstellen, was wir vorher eingekauft haben: Kosmetika, Nahrungsmittel und wir reparieren Produkte.

Gleichzeitig sollten wir Konsum vermeiden, indem wir Produkte gemeinschaftlich nutzen. Wir sollten uns gegenseitig unterstützen indem wir Leistungen tauschen und gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeit leisten. Damit würden wir nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch viel Geld, was uns durch die Reduktion der Wochenarbeitszeit nicht mehr zur Verfügung stünde.

Drittes Prinzip – Regionale Ökonomie

Das dritte Prinzip ist für Paech die De-globalisierte Wirtschaft mit regionalen Komplementärwährungen (wie dem Freitaler) und gemeinschaftlicher Landwirtschaft. Das spart viele unnötige Transporte und Energie.

Viertes Prinzip – Globale Arbeitsteilung

Schlussendlich sollten wir uns in der globale Arbeitsteilung auf effizientere Technologien fokussieren und Produkte entwickeln, die nach Ende ihres Lebenszyklus nicht weg geworfen werden müssten, sondern sich zu neuen Produkten umgestalten lassen würden.

Mein Fazit

Der Weg in die Postwachstums-Ökonomie wird nicht einfach sein, egal nach welcher der diskutierten Strategien. Gleichzeitig gibt es zu diesem Weg keine Alternative – denn grenzenloses Wachstum ist einfach unmöglich.

Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt: Viele Aspekte der in dem Buch von Niko Paech beschriebenen Prinzipien lassen sich heute schon umsetzen und werden es auch. Und was die Grundbedingung angeht – ich kenne viele Menschen, für welche die 40-Stundenwoche schon lange kein Thema mehr ist und die ihre freigewordene Zeit in sinnvolleres als Freizeitindustrie und Fernsehen investieren.

Insgesamt finde mag ich an dem Buch, dass es tolle Impulse bringt und zum Nachdenken anregt. Durchaus eine lohnenswerte Lektüre!

  • Titel: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie
  • Autor: Niko Paech
  • Verlag: oekom verlag (3. April 2012)
  • ISBN-10: 3865811817
  • ISBN-13: 978-3865811813

Gebraucht zum Beispiel bei Booklooker.de oder Medimpos.


Titelbild: By Marcus Sümnick – Own work, CC BY 3.0

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Impfen

Was hat „Impfen“ mit Nachhaltigkeit zu tun? Ich meine: eine ganze Menge. Denn es geht um unsere Gesundheit, wie bei vielen anderen Themen aus meinem Blog auch.

Seit mein Kleinster geboren worden ist, treibt mich und Frau Hundertsand die Frage um: Impfen oder nicht? Bei meinen beiden ersten Kindern habe ich es so gemacht wie vielleicht sehr viele andere Eltern auch: Ich habe auf den Rat unseres Kinderarztes gehört, mir nicht all zu viele eigene Gedanken darüber gemacht und so sind die Kinder „Standardmässig“ geimpft.

Jetzt ist alles anders. Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Und bin erschrocken, wie emotional darüber diskutiert wird. Und bin entsetzt, dass für ein so wichtiges und in unsere Gesundheit eingreifendes Thema so wenige wirklich stichhaltigen Beweise existieren.

Und so wuchern Bücher, YouTubes, Webseiten, Internet-Foren und andere Medien von Impfgegnern, Impfkritikern, Impfbefürwortern und denen, die ausgleichen wollen. Alle verwenden mehr oder weniger die selben dürftigen Daten und interpretieren sie für ihre Zwecke. Die meisten hauen emotional aufeinander ein und werfen sich immer die selben Argumente um die Ohren. Eine solche unsichere Faktenlage gibt Auftrieb von Verschwörungstheorien, die gerne und immer wieder kolportiert wird.

Nach langer Recherche bin ich einfach nur frustriert, wie wenig unsere  Wissensgesellschaft tatsächlich weiß. Und ich habe meine eigene Meinung gebildet;

  • Ich bin überzeugt, dass manche der Impfungen das Ausbrechen von spezifischen Krankheiten unterdrücken. Beispielsweise Masern. Ich zweifle stark an, dass das bei allen Impfungen zutrifft.
  • Ich weiß, dass Impfungen keinen 100%-Schutz bieten. Wenn Geimpfte erkranken, wird das als Argument angeführt. Als Zahl wird teilweise von „95-prozentigem Schutz“ gesprochen. Für diese Aussage habe ich keinen stichhaltigen Beleg gefunden. Ich bin mir sicher, dass die Schutzwirkung von Impfungen weitaus geringer ist, als behauptet wird.
  • Ich weiß, dass Impfungen negative Wirkungen auf den Impfling haben. Ich kenne Kinder, die in den Wochen nach den Impfungen gelitten haben und krank waren. Mein ältester Sohn hatte nach seiner Impfung wochenlang eine dicke heisse Beule an der Einstichstelle. Ich weiß von mindestens einer Person, die nach Impfung im Rollstuhl sitzt – ein sogenannter „Impfschaden“.
  • Ich befürchte, dass Impfungen langfristige negative gesundheitliche Folgen haben. Diese können zur Zeit nicht wissenschaftlich untersucht werden, die Gerüchteküche kocht ihr eigenes Süppchen. Es kann weder belegt noch widerlegt werden.
  • Ich bin mir sicher, dass Impfungen von Babys vor dem ersten Lebensjahr eine absolute Überlastung für die kleinen Körper darstellt.

Jetzt weiß ich nach nächtelanger Lektüre und Recherche noch weniger als ich vorher zu Wissen glaubte: Wird die Impfung meinem Kind schaden? Vielleicht. Wird das Unterlassen der Impfung meinem Kind schaden? Vielleicht. Ziemlich blöd.

Liebe Eltern: Wer nicht dem Mainstream folgen will und sich auf die Suche nach verlässlichem Wissen zu Impfungen begibt, wird sich am Ende ziemlich alleine vorkommen. Und seiner Intuition folgen müssen. So wie wir auch.

Weil das Thema polarisiert, ein Nachsatz an die Impfgegner, Impfkritiker und Impfbefürworter, die hier kommentieren möchten: Emotionale Kommentare und Beschimpfungen werde ich löschen. Eigene Erfahrungen sind herzlich willkommen.


Titelbild By Deutsche Fotothek‎, CC BY-SA 3.0 , Link

Freiburgs gesichtslose Neubauten

Freiburg ist immer noch eine wirklich schöne Stadt. Bekannt als Solar-City, mit seinem Münster, nach dem Weltkrieg wunderschönen wiederaufgebauten Altstadt,  für seine „Bächle“ und seine hohe Lebensqualität, was auch dem quirligem Studentenleben zu verdanken ist.

In den letzten Jahren habe ich den Eindruck, dass in Freiburg die Großstadt-Ästhetik angekommen ist. Mit gesichtslosen Büro- und Hotelkomplexen, mit dicht bebautem „modernen“ Siedlungen, die mich mit ihrem funktionellem Design an die Trabantenstädte aus einem Asterix-Heft erinnern. Brauchen wir in den Städten nicht auch Grünflächen und Bäume, als Kontrast zu Stahl, Stein, Glas und Beton?

Bei den mir bekannten Bauprojekten in Freiburgs finde ich nichts Grünes. Ganz im Gegenteil: Bürger mussten dafür kämpfen, dass Bäume an einem zentralen Platz nicht gefällt werden. Viele „Quadratisch-Praktisch-Gut“-Bauten lassen das einstige Flair verblassen. Das Bahnhofsareal macht es anderen Großstädten nach: Spiegelnde Glasfassaden, tiefe Gebäudeschluchten, Bürokomplexe, Hotelketten. Austauschbar und unfreundlich. Bei an andere Stelle entstehenden Gebäuden meine mich die Abgrenzung und Kälte moderner, an die Gewinnmaximierung von Grundstückseignern und Immobiliengesellschaften orientierten Projekte zu spüren. Kapital und Business-Schick schlägt Lebensqualität. Und das trotz eines „grünen“ Bürgermeisters.

Freiburg konnte auch mal anders. Das Stadtteil Vauban gilt als mutiges Wohnexperiment. Wenn ich hier durch die Straßen schlendere, dann ist das Lebensgefühl für mich fast körperlich zu spüren: alternativ, dicht, lebhaft, kinderfreundlich und verbunden.

Ich wünsche mir mehr Mut, dass Städte sich den Charme auch bei Neubauten erhalten und alles dafür tun, die Lebensqualität der Bürger nachhaltig im Blick zu behalten. Dass in den Städten die Natur mehr Raum einnehmen kann. Dass Freiburg an Ideen wie das Stadtteil Vauban anknüpft. Auch wenn es mit dem aktuellen Immobilienpreisen und EU-Richtlinien sicher nicht einfach ist, sollte Lebensqualität und Natur nachhaltig vorgehen.

Es ist bald Wahl in Freiburg.

Bild-Quelle: PixabayCreative Commons CC0

Filmtipp: Die Lotterie des Lebens

Heute möchte ich Euch den Dokumentarfilm „Die Lotterie des Lebens“ empfehlen. Der Film hat mich zum Nachdenken angeregt: Wieso akzeptieren wir immer noch die Ungleichheit in der Welt? Wieso wissen wir so viel über die Unzulänglichkeiten im Bildungssystem – und tun nichts dagegen? Wieso gehen so viele Menschen immer noch einer Arbeit nach, deren Ziele sie eigentlich moralisch ablehnen? Wieso gehorchen wir immer noch blind den Konzepten des Kapitalismus, wohl wissend, dass wir dadurch die Natur und unsere Lebensgrundlage zerstören? Wieso lassen wir zu, dass Menschen sich auf Kosten der Natur und anderer Menschen bereichern?

Als Erklärungsversuch zeigt der Film, wie frei wir wirklich sind in unseren alltäglichen Handlungen: Nämlich dass wir unsere Freiheit tatsächlich innerhalb eines engen Korridors ausleben – begrenzt durch nie hinterfragte Werte und Glaubenssätze. Diese wurden uns übertragen von unseren Eltern/Erziehern, durch das Bildungssystemen und allgemein durch Gesellschaft und Kultur.

Als Konsequenz spielen wir unsere Rolle ohne groß über das „Warum?“ nachzudenken. Wir sind so beschäftigt mit dem Überleben innerhalb dieser Wertesysteme, dass wir nicht den Ausbruch schaffen. Wir akzeptieren, was „nun mal so ist“ – und zementieren damit den Status Quo.

Hier bleibt der Dokumentarfilm nicht stehen, sondern liefert auch einen Lösungsweg, den jeder einzelne für sich erschließen kann. Stark verkürzt:

  1. Ständiges Hinterfragen der eigenen Weltvorstellungen und Glaubenssysteme: „Warum?“ Um dadurch auszubrechen aus der eigenen Beschränktheit, jenseits von Nation und Ideologie.
  2. Herausforderungen durch die heutige Gesellschaft nicht auf einer individuellen Ebene lösen – sondern sich mit anderen verbinden, aufstehen und am System arbeiten.

Solche Filme gehen mir unter die Haut, zeigen sie doch, wie viel Macht zur Veränderung der Einzelne hat. Ich finde es sehr wichtig, Menschen zum Nachdenken anzuregen. Wobei ich befürchte, dass die große Masse doch lieber Serien schaut…

Wer den Firm ansehen möchte, schaut mal bei www.creatingfreedom.info, iTunes, Amazon oder YouTube.

Wie wir mehr Liebe in die Welt bringen

Der von allen christlichen Kirchen angebetete Jesus ist bei Eltern aufgewachsen, die ihn als ein Kind Gottes angesehen haben. Es ist anzunehmen, dass sie ihn nie geschlagen haben. Sie brachten ihm die größte Hochachtung und Liebe entgegen. Wir wissen, welchen Menschen diese auf Liebe, Toleranz und Respekt beruhende Erziehung hervorgebracht hat. Was er bekommen hat, gab er weiter: Mitgefühl, Toleranz, Liebe, Respekt.

Dieses Zitat von der Psychoanalytikerin Alice Miller fand ich passend für diese Weihnachtszeit. Denn jedes Kind ist auch Kind Gottes. Wenn wir es erziehen mit Liebe, Toleranz, Mitgefühl und Respekt, dann bringen wir mehr Licht und Liebe in unsere Welt. Das ist unsere Aufgabe als Erwachsene.

So erzogen zu werden ist eines der größten Geschenke, das wir Erwachsene unseren Kindern machen können. Anders als viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum hält es ein ganzes Menschenleben lang. Es geht nicht kaputt nachdem die Garantie abgelaufen ist. Es verursacht keine Umweltverschmutzung – sonder es wird auf lange Sicht zu mehr Verbundenheit von Menschen miteinander und mit der Natur führen.

Dieses Geschenk ist nicht einfach zu haben. Es erfordert mehr als schnell im Online-Shop auf „kaufen“ zu klicken. Wir Erwachsene müssen dazu die Bereitschaft haben, an uns selbst zu arbeiten mit dem großen Versprechen, dass unsere Kinder keine Projektionsflächen werden auf denen wir unbewusst ausagieren, was wir aus unserer eigenen Kindheit mitgenommen und noch nicht verarbeitet haben.

Dazu der arabischer Dichter Khalil Gibran (1883-1931):

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Ich wünsche Euch allen erholsame und harmonische Weihnachten!

Was tun?

  • Gewaltfreie Kommunikation lernen
  • Bücher zu dem Thema lesen. Meine kurze Leseliste ist
    • Ermutigung und Anerkennung (Barbara Hennings)
    • Am Anfang war Erziehung (Alice Miller)
    • Dein kompetentes Kind (Jesper Juul)
    • Oje, ich wachse (Dr. von de Rijt)
  • Und fast das wichtigste – Psychotherapeutisch an Dir und Deiner Kindheit arbeiten

Titelbild: Andreas Werle / CC-BY-SA-3.0

Nachhaltige Kommunikation ist gewaltfrei

Seit Anfang 2000 beschäftige ich mich intensiv mit der Gewaltfreien Kommunikation (GfK), so benannt von ihrem Begründer Marshall Rosenberg. „Gewaltfrei“ klingt etwas harsch, so dass viele sie auch „Wertschätzende Kommunikation“ nennen. Mit dieser auf wenigen einfachen Schritten aufbauenden Kommunikation und der zugrundeliegenden Haltung könnt ihr das Trennende zwischen Euch und anderen Menschen aufheben und echtes Verständnis herstellen.

Für mich ist die Gewaltfreie Kommunikation stark mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden. Denn wie oft erlebe ich das Trennende in der Nachhaltigkeitsbewegung und lese es in Blogs: da wird gewettert auf „die böse Industrie“ oder die „uneinsichtigen Umweltsünder und Konsumenten“. Durch solche moralisierenden Wertungen anderer schaffen wir statt Verständnis nur Ablehnung und Widerstand. Ein verbissener „Kampf gegen“ etwas oder jemanden erreicht viel weniger als wenn wir uns gemeinsam um Lösungen bemühen. Mit Verständnis ist ein Weg, die Gesellschaft nachhaltig zu heilen.

Mit der GfK vertreten wir im Diskurs mit anderen unsere Position klar in einer wertschätzenden und verbindenden Art. Ich bin überzeugt, würden viele Umweltschützer diese Prinzipien umsetzen, dann könnte viel mehr mit weniger Energieaufwand bewegt werden. Nicht gegen „die Anderen“. Sondern mit ihnen.

Gewaltfreie Kommunikation wirkt!

Ich habe die Wirkung der Gewaltfreien Kommunikation selbst erlebt und bin so begeistert, dass ich jedem den Besuch eines Trainings nur ans Herz legen kann. Denn die GfK wirkt nicht nur beim Thema Nachhaltigkeit, sondern ist eine große Hilfe im menschlichen Miteinander, sowohl privat als auch beruflich.

In der Regel bieten GfK-Trainer Wochenendkurse an. Danach empfiehlt sich der Besuch einer regelmäßigen Übungsgruppe – das hilft, diese Kommunikationsform im Alltag zu verankern.

Wer einen Trainer finden möchte, kann als erste Anlaufstelle auf gewaltfrei.de nachschauen.

„Gewaltfreie Kommunikation Freiburg“

Hatte ich schon gesagt, dass ich von der Gewaltfreien Kommunikation begeistert bin? So sehr, dass ich ihr einen eigenen Blog widme: gfk-freiburg.de. Hier findet Ihr auch eine Liste von Trainern aus der Stadt.

Viele Beiträge dort richten sich an alle, die Grundkenntnisse in der Gewaltfreien Kommunikation haben. Ich freue mich über neue Abonnenten – gfk-freiburg.de!

Was tun?

  • Besucht einen Kurs in Gewaltfreier Kommunikation in Eurer Stadt. Eine Auswahl von Trainern in Eurer Stadt findet Ihr auf gewaltfrei.de. Freiburger schauen auf gfk-freiburg.de

Silvester. Einfach nachhaltig.

In 2016 wurden für viele Menschen Themen wie Nachhaltigkeit und Achtsamkeit immer wichtiger. Ich fände es schön, wenn wir das auch mit in die Silvester-Feierlichtkeiten nehmen – ein wirklich nachhaltiges Silvester!

Nachhaltigkeit fängt schon bei dem an, was wir Essen. Der „kleine Bruder“ der Umweltbelastung ist die Innenweltbelastung – die Verschmutzung unseres Körpers. Über Lebensmittel gelangen Stoffe in unsere Körper, die dort eigentlich nicht hinein gehören. Auch wenn wir diese nicht schmecken, sie haben dennoch oft eine unerwünschte Wirkung: Nitrat, Unkraut- und Insektengifte, Antibiotika, Schwermetalle… Einige dieser Stoffe reichern sich mit der Zeit im Körper an und werden erst nach einigen Jahren krankmachend. Sie stehen in Verdacht, Auslöser von Allergien, Demenz, Krebs und Auto-Immunkrankheiten zu sein.

Deshalb kommen bei der nachhaltigen Silvesterfeier ausschließlich Bio-Produkte auf den Tisch. Die Zutaten sollten mindestens mit „EU-Bio“ ausgezeichnet sein, besser noch  Bioland oder Demeter. Das tut nicht nur uns und unseren Gästen gut. Sondern auch der Natur, die dringend mehr Bio braucht.

Das gilt auch bei Fleisch. Denn damit das Fleisch als „Bio“ durchkommt, bekommt das Tier Bio-Futter, während viele seiner Kollegen dagegen Gensoja aus brandgerodeten Urwäldern verzehren. Wer bei Fleisch und Milch auch noch auf Bioland oder Demeter achtet, der schenkt dem Tier wenigstens ein etwas würdigeres Leben.

Weniger Tierleid

Wenn wir schon beim Essen sind – vielleicht schafft Ihr es, die Tradition zu brechen und Fleisch und Milchprodukte stark zu reduzieren oder gar völlig darauf zu verzichten?  Nicht nur, weil Milch und Fleisch mit zu den Hauptursachen für Klimawandel und Belastung unseres Grundwassers zählen. Sondern, weil auch „Bio-Fleisch“ für das Tier eine oft leidvolle kurze Kindheit bedeutet bis es dann getötet wird. Töten ist immer brutal und bedingt Todesangst und Schmerzen. „Bio-Töten“ gibt es nicht.

Als Alternativen zum traditionellen Party-Food gibt es so viele leckere vegetarische bis vegane Gerichte. Wie wäre es mit Gemüsefondue? Oder Wok-Gemüse mit Heizplatte in der Tischmitte? Das VeganBlatt gibt noch mehr Anregungen.

Weniger Müll an Silvester

Parties werden schon allein dadurch müllfreier, indem Ihr kein Einweg-Geschirr oder Plastikbesteck verwendet. Auch ein Party-Service liefert mit Mehrweg, wenn Ihr darauf besteht. Wer selber kocht und dafür die Zutaten auf dem Wochenmarkt einkauft, am besten noch eigene Tüten mitbringt, der spart viel Verpackungsmüll.

Die Zeit bis Mitternacht will überbrückt werden. Aber bitte nicht mit  Bleigießen. Denn da steigt schon beim Erhitzen giftiges Bleioxid in die Atemluft und gelangt so in den Körper. Oft wird das gegossene Blei später im Restmüll entsorgt. Und genau dort gehört es nicht hin – es ist Sondermüll. Denn: Blei gehört zu den stärksten Umweltgiften. Also, lieber Kaffeesatz lesen oder ein gutes Gesellschaftsspiel spielen.

Auch wenn Euch das bunte Feuerwerk am Nachhimmel erfreut – es bringt viel Müll und starke Umweltgiften mit sich. Das laute Knallen ist noch Kilometer weiter im Wald zu hören und verschreckt die Wildtiere. Am Morgen nach dem Böllern und Anstoßen draußen liegen auf Straßen und Wiesen Flaschen oder Glasreste herum. Silvesterraketen oder Böller werden zwar zu weit entfernten Abschussplätzen getragen, die Reste hiervon jedoch unbeachtet liegen gelassen. Wer seinen Müll mit nimmt, geht mit gutem Beispiel voran.

Es gibt auch weniger verschmutzende Alternativen zum Feuerwerk.

In guter Erinnerung ist mir ein Feuerritual geblieben. Bei dem schreibt jeder auf einen Zettel alles Belastende, von dem er im alten Jahr loslassen möchte und auf einen weiteren Zettel Wünschen an das neue Jahr. Macht ein Feuer an, beispielsweise auf einem Grillplätze oder in einer Feuerschalen. Nach einigen Minuten Schweigend um die Flammen lässt jeder seine Zettel in Flammen aufgehen, eventuell begleitet mit einem kurzen Kommentar.

Oder ihr bastelt gemeinsam mit den Kindern Harzfackeln aus Tannenzapfen und Baumharz, die ihr am Abend abbrennt. Diesen Tipp habe ich von Sylvia N., die Anleitung findet Ihr auf Smarticular.net.

 

Kennt Ihr noch andere Rituale?

Was bleibt sind nachhaltige gute Vorsätze!

Viele Menschen nehmen sich guten Vorsätze in das Neue Jahr mit. Wie wäre es mit mehr Nachhaltigkeit in 2017? Dieser Vorsatz ist leicht umzusetzen, wenn man mit kleinen ersten Schritten beginnt. Eine Liste mit Vorschlägen dafür findet Ihr auf der Seite: Was tun?. Einfach einen Aussuchen und im Neuen Jahr umsetzen. Und wenn es Spaß gemacht hat, dann noch einen….?

In diesem Sinne:
Ein nachhaltiges gutes Ankommen ins Jahr 2017!

Was tun?

  • Bio-Produkte zum Silvesteressen. Wer schafft verzichtet auf Fleisch- und Milch-Produkte. Lest dazu auch „Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!
  • Bleigießen vermieden.
  • Nach dem Anstoßen auf den Straßen den eigenen Müll mit nehmen
  • Alternativen zum Böllern suchen
  • Mit nachhaltigen Vorsätzen in das Neue Jahr starten – beispielsweise von der „Was tun?“-Liste

 


Titelbild: Hauserphoton / CC-BY-SA-3.0