Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Nachhaltige Kommunikation ist gewaltfrei

Seit Anfang 2000 beschäftige ich mich intensiv mit der Gewaltfreien Kommunikation (GfK), so benannt von ihrem Begründer Marshall Rosenberg. „Gewaltfrei“ klingt etwas harsch, so dass viele sie auch „Wertschätzende Kommunikation“ nennen. Mit dieser auf wenigen einfachen Schritten aufbauenden Kommunikation und der zugrundeliegenden Haltung könnt ihr das Trennende zwischen Euch und anderen Menschen aufheben und echtes Verständnis herstellen.

Für mich ist die Gewaltfreie Kommunikation stark mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden. Denn wie oft erlebe ich das Trennende in der Nachhaltigkeitsbewegung und lese es in Blogs: da wird gewettert auf „die böse Industrie“ oder die „uneinsichtigen Umweltsünder und Konsumenten“. Durch solche moralisierenden Wertungen anderer schaffen wir statt Verständnis nur Ablehnung und Widerstand. Ein verbissener „Kampf gegen“ etwas oder jemanden erreicht viel weniger als wenn wir uns gemeinsam um Lösungen bemühen. Mit Verständnis ist ein Weg, die Gesellschaft nachhaltig zu heilen.

Mit der GfK vertreten wir im Diskurs mit anderen unsere Position klar in einer wertschätzenden und verbindenden Art. Ich bin überzeugt, würden viele Umweltschützer diese Prinzipien umsetzen, dann könnte viel mehr mit weniger Energieaufwand bewegt werden. Nicht gegen „die Anderen“. Sondern mit ihnen.

Gewaltfreie Kommunikation wirkt!

Ich habe die Wirkung der Gewaltfreien Kommunikation selbst erlebt und bin so begeistert, dass ich jedem den Besuch eines Trainings nur ans Herz legen kann. Denn die GfK wirkt nicht nur beim Thema Nachhaltigkeit, sondern ist eine große Hilfe im menschlichen Miteinander, sowohl privat als auch beruflich.

In der Regel bieten GfK-Trainer Wochenendkurse an. Danach empfiehlt sich der Besuch einer regelmäßigen Übungsgruppe – das hilft, diese Kommunikationsform im Alltag zu verankern.

Wer einen Trainer finden möchte, kann als erste Anlaufstelle auf gewaltfrei.de nachschauen.

„Gewaltfreie Kommunikation Freiburg“

Hatte ich schon gesagt, dass ich von der Gewaltfreien Kommunikation begeistert bin? So sehr, dass ich ihr einen eigenen Blog widme: gfk-freiburg.de. Hier findet Ihr auch eine Liste von Trainern aus der Stadt.

Viele Beiträge dort richten sich an alle, die Grundkenntnisse in der Gewaltfreien Kommunikation haben. Ich freue mich über neue Abonnenten – gfk-freiburg.de!

Was tun?

  • Besucht einen Kurs in Gewaltfreier Kommunikation in Eurer Stadt. Eine Auswahl von Trainern in Eurer Stadt findet Ihr auf gewaltfrei.de. Freiburger schauen auf gfk-freiburg.de

Silvester. Einfach nachhaltig.

In 2016 wurden für viele Menschen Themen wie Nachhaltigkeit und Achtsamkeit immer wichtiger. Ich fände es schön, wenn wir das auch mit in die Silvester-Feierlichtkeiten nehmen – ein wirklich nachhaltiges Silvester!

Nachhaltigkeit fängt schon bei dem an, was wir Essen. Der „kleine Bruder“ der Umweltbelastung ist die Innenweltbelastung – die Verschmutzung unseres Körpers. Über Lebensmittel gelangen Stoffe in unsere Körper, die dort eigentlich nicht hinein gehören. Auch wenn wir diese nicht schmecken, sie haben dennoch oft eine unerwünschte Wirkung: Nitrat, Unkraut- und Insektengifte, Antibiotika, Schwermetalle… Einige dieser Stoffe reichern sich mit der Zeit im Körper an und werden erst nach einigen Jahren krankmachend. Sie stehen in Verdacht, Auslöser von Allergien, Demenz, Krebs und Auto-Immunkrankheiten zu sein.

Deshalb kommen bei der nachhaltigen Silvesterfeier ausschließlich Bio-Produkte auf den Tisch. Die Zutaten sollten mindestens mit „EU-Bio“ ausgezeichnet sein, besser noch  Bioland oder Demeter. Das tut nicht nur uns und unseren Gästen gut. Sondern auch der Natur, die dringend mehr Bio braucht.

Das gilt auch bei Fleisch. Denn damit das Fleisch als „Bio“ durchkommt, bekommt das Tier Bio-Futter, während viele seiner Kollegen dagegen Gensoja aus brandgerodeten Urwäldern verzehren. Wer bei Fleisch und Milch auch noch auf Bioland oder Demeter achtet, der schenkt dem Tier wenigstens ein etwas würdigeres Leben.

Weniger Tierleid

Wenn wir schon beim Essen sind – vielleicht schafft Ihr es, die Tradition zu brechen und Fleisch und Milchprodukte stark zu reduzieren oder gar völlig darauf zu verzichten?  Nicht nur, weil Milch und Fleisch mit zu den Hauptursachen für Klimawandel und Belastung unseres Grundwassers zählen. Sondern, weil auch „Bio-Fleisch“ für das Tier eine oft leidvolle kurze Kindheit bedeutet bis es dann getötet wird. Töten ist immer brutal und bedingt Todesangst und Schmerzen. „Bio-Töten“ gibt es nicht.

Als Alternativen zum traditionellen Party-Food gibt es so viele leckere vegetarische bis vegane Gerichte. Wie wäre es mit Gemüsefondue? Oder Wok-Gemüse mit Heizplatte in der Tischmitte? Das VeganBlatt gibt noch mehr Anregungen.

Weniger Müll an Silvester

Parties werden schon allein dadurch müllfreier, indem Ihr kein Einweg-Geschirr oder Plastikbesteck verwendet. Auch ein Party-Service liefert mit Mehrweg, wenn Ihr darauf besteht. Wer selber kocht und dafür die Zutaten auf dem Wochenmarkt einkauft, am besten noch eigene Tüten mitbringt, der spart viel Verpackungsmüll.

Die Zeit bis Mitternacht will überbrückt werden. Aber bitte nicht mit  Bleigießen. Denn da steigt schon beim Erhitzen giftiges Bleioxid in die Atemluft und gelangt so in den Körper. Oft wird das gegossene Blei später im Restmüll entsorgt. Und genau dort gehört es nicht hin – es ist Sondermüll. Denn: Blei gehört zu den stärksten Umweltgiften. Also, lieber Kaffeesatz lesen oder ein gutes Gesellschaftsspiel spielen.

Auch wenn Euch das bunte Feuerwerk am Nachhimmel erfreut – es bringt viel Müll und starke Umweltgiften mit sich. Das laute Knallen ist noch Kilometer weiter im Wald zu hören und verschreckt die Wildtiere. Am Morgen nach dem Böllern und Anstoßen draußen liegen auf Straßen und Wiesen Flaschen oder Glasreste herum. Silvesterraketen oder Böller werden zwar zu weit entfernten Abschussplätzen getragen, die Reste hiervon jedoch unbeachtet liegen gelassen. Wer seinen Müll mit nimmt, geht mit gutem Beispiel voran.

Es gibt auch weniger verschmutzende Alternativen zum Feuerwerk.

In guter Erinnerung ist mir ein Feuerritual geblieben. Bei dem schreibt jeder auf einen Zettel alles Belastende, von dem er im alten Jahr loslassen möchte und auf einen weiteren Zettel Wünschen an das neue Jahr. Macht ein Feuer an, beispielsweise auf einem Grillplätze oder in einer Feuerschalen. Nach einigen Minuten Schweigend um die Flammen lässt jeder seine Zettel in Flammen aufgehen, eventuell begleitet mit einem kurzen Kommentar.

Oder ihr bastelt gemeinsam mit den Kindern Harzfackeln aus Tannenzapfen und Baumharz, die ihr am Abend abbrennt. Diesen Tipp habe ich von Sylvia N., die Anleitung findet Ihr auf Smarticular.net.

 

Kennt Ihr noch andere Rituale?

Was bleibt sind nachhaltige gute Vorsätze!

Viele Menschen nehmen sich guten Vorsätze in das Neue Jahr mit. Wie wäre es mit mehr Nachhaltigkeit in 2017? Dieser Vorsatz ist leicht umzusetzen, wenn man mit kleinen ersten Schritten beginnt. Eine Liste mit Vorschlägen dafür findet Ihr auf der Seite: Was tun?. Einfach einen Aussuchen und im Neuen Jahr umsetzen. Und wenn es Spaß gemacht hat, dann noch einen….?

In diesem Sinne:
Ein nachhaltiges gutes Ankommen ins Jahr 2017!

Was tun?

  • Bio-Produkte zum Silvesteressen. Wer schafft verzichtet auf Fleisch- und Milch-Produkte. Lest dazu auch „Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!
  • Bleigießen vermieden.
  • Nach dem Anstoßen auf den Straßen den eigenen Müll mit nehmen
  • Alternativen zum Böllern suchen
  • Mit nachhaltigen Vorsätzen in das Neue Jahr starten – beispielsweise von der „Was tun?“-Liste

Berlin. Sehen wir unseren Anteil?

Weihnachten. Zeit für Besinnung. Und dann die Ereignisse auf dem Weihnachtsmarkt von Berlin. Sie hinterlassen Betroffenheit. Lichterketten werden organisiert. Für mehr Mitgefühl und Menschlichkeit in unserer Welt.

Zeit für Besinnung ist auch eine Zeit, unseren eigenen Beitrag zu solchen schrecklichen Ereignissen zu ergründen. Dieser persönliche Beitrag, so wie er unter festlich geschmückten Weihnachtsbäumen lag und sich in unserem Festessen zeigte. Denn wir können uns nur so viel leisten, weil unsere westliche Welt andere Länder ausbeutet. Den wahren Preis unserer Lebensweise bezahlen andere.

Während wir ein tolles Festessen genießen können, sterben jeden Tag 8.000 Kinder an Unterernährung! Wo sind hier die Lichterketten? Für unseren Festbraten werden Urwälder gerodet, Fischfarmen zerstören die Ökosysteme der Meere.

Während wir wunderbare Produkte verschenken können, rauben unsere globalisierten Industrien Bodenschätze aus den Ländern der „Dritten Welt“ und hinterlassen eine Spur der gesellschaftlichen und ökologischen Verwüstung. In den Fabriken dieser Ländern arbeiten Menschen für ein Hungerlohn an unseren billigen Produkten. Und so sind wir selbst eine der größten Ursachen für Flucht (Dazu mehr in: „Wie wir die Flüchtlinge vertrieben haben“).

Wir bringen so viel Gewalt in die Welt – jeder einzelne von uns als Konsument, unsere Staaten, unsere Unternehmen, unsere Globalisierung. Auch an das sollten wir an Tagen der Besinnung nicht vergessen.

Was tun?

  • Achtsamer weniger konsumieren. Fair-Trade, Öko-zertifizierte und regionale Waren sind ein guter Anfang für eine gewaltfreiere Welt.
  • Einiges an unserer Lebensweise lässt sich ändern. Damit wir dadurch mehr Frieden in die Welt tragen. Schaut auf meine „Was tun“-Liste, dort habe ich aufgeschrieben, was mir bisher eingefallen ist: Was tun?

Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!

„Bio liegt im Trend“ schrieb die Bundesregierung  im Jahr 2013. Und tatsächlich sind Bio-Produkte inzwischen überall erhältlich. Dennoch haben sich von allen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland nur etwa 8% dem ökologischen Landbau verschrieben. Laut Umweltbundesamt stagniert diese Zahl. Für einen Trend reichlich dünn.

Bio-Lebensmittel gelten als gesünder. Aber teurer. Und somit geben viele Käufer einer perfekt geformten billigeren Salatgurke aus „normaler“ (moderner, industrieller, intensiver) Landwirtschaft den Vorzug vor der schrumpeligen teureren Ökogurke. Diese befindet sich im Supermarkt in einem abgesonderten Bereich für teure Bio-Produkte. Oft noch in Plastikfolie verpackt, schwierig für alle, die auf Plastik verzichten möchten. Kein Wunder, dass Ökolandbau eine Randerscheinung bleibt.

Intensive Landwirtschaft: Monokulturen sichern hohe Erträge

Die intensive oder industrielle Landwirtschaft hat gerade in den Nachkriegsjahren zu einer unglaublichen Steigerung von Ertrag und Gewinn gesorgt. Unsere Supermärkte sind prallvoll mit diesen Produkten.

Diese Ertragssteigerung erfordert möglichst große Ackerflächen mit nur einer Pflanzensorte – also Monokulturen. Diese lassen sich hervorragend und sehr wirtschaftlich durch intensiven Einsatz von Landmaschinen be-ackern. Gleichzeitig wird dabei die benötigte Zahl von menschlichen Arbeitskräfte minimiert.

Monokulturen sind anfällig für Krankheiten und „Schädlinge“, dagegen helfen Pflanzenschutzmittel. Für den optimalen Ertrag bastelt die Agrar-Industrie fleißig am Saatgut herum, auch durch Gen-Technologie. Und teure Düngemittel geben dem Pflanzenwachstum einen deutlichen Wachstumsschub.

Monokulturen gibt es auch in der „Fleischproduktion“. Die Steigerung von Gewinn und Ertrag erfordert ein Maximum an Tieren auf einem Minimum an Stallfläche. Menschliche Arbeitskräfte werden durch den hohen Grad an Automatisierungen minimiert.

Durch die gedrängte Haltung sind die Tiere anfällig für Krankheiten und müssen mit Arzneimitteln wie Antibiotika geschützt werden. Durch Züchtung und Gentechnologie wird an einer Optimierung des Ertrags gearbeitet, dabei kommt dann das Turbo-Huhn oder die Turbo-Milchkuh heraus.

Tatsächliche Kosten der Lebensmittel

Die Produkte der intensive Landwirtschaft sind deutlich billiger als die aus dem Ökolandbau. Die dadurch das Nachsehen haben.

Das ist nicht fair! Würde unser Wirtschaftssystem alle Kosten der Lebensmittel-Produktion mit einberechnen, wären die Produkte der intensiven Landwirtschaft erheblich(!) teurer als die des Ökolandbaus.

Leider wird der größte Teil der entstehenden Kosten auf die Allgemeinheit – spricht: uns! – abgewälzt. Diese Kosten entstehen durch Umweltbelastung, Zerstörung des natürlichen Boden-Ökosystems, unwiederbringlichen Verlust von Artenreichtum, Belastung des Bodens mit Schwermetallen und bedenkliche Belastungen des Grund- und Trinkwassers bis hin zu negativen Auswirkungen auf die Ozonschicht. Gar nicht zu reden von dem großen Leid der Millionen sogenannten „Nutztiere“.

Wir bezahlen dafür nicht an der Kasse im Supermarkt. Sondern mit unserer Gesundheit, steigenden Kosten im Gesundheitssystem, teurerem Wasser, Steuererhöhungen, Verlust von Lebensqualität – und die Tiere, Pflanzen und Bodenlebewesen „bezahlen“ unfreiwillig mit.

Das alles für „billige“ Lebensmittel?

Beispielsweise vergiftet der intensive Einsatz von Düngemitteln unser Grundwasser. Die Entsorgung überschüssiger Gülle aus der Massentierhaltung auf den Feldern und Wiesen tut das ihre dazu: ein Drittel des Grundwassers in Deutschland ist dadurch laut Umweltbundesamt bereits verschmutzt bis ungenießbar.

Pflanzenschutzmittel töten nicht nur die Insekten oder Pilze. Sondern finden sich ebenfalls in Gewässern und in unseren Lebensmitteln wieder. So wurden Rückstände von Pestiziden in Salat, Gurken und schlussendlich in der Muttermilch gefunden. Das ökologische Gleichgewicht und die Artenvielfalt wird durch diese Gifte, durch Monokulturen und Düngemittel bedroht.

Wer Fleisch isst, nimmt nicht nur Stresshormone auf, sondern Antibiotika und andere Arzneimittel. Dass diese Stoffe auch in unserem Körper weiter ihre Wirkung tun, sollte eigentlich nicht verwundern. Oder?

Ökolandbau

Ökolandbau dagegen erhält eine vielfältige Landschaft und eine Vielfalt von Arten. Spannenderweise ist diese Art von eher „kleinteiligen“ Feldern mit regionalen und alten Arten für unsere Anpassung an den selbst verschuldeten Klimawandel wichtig. Die Risiken von Rückständen und multiresistenten Keimen ist deutlich verringert, weil die Bio-Produktion weitgehend  ohne Agrarchemikalien und ohne Einsatz von Antibiotika erfolgt.

Für uns alle sind Produkte aus Ökolandbau auf lange Sicht die preiswertere Alternative. Irgendwann werden uns die Folgekosten der industriellen Landwirtschaft über den Kopf wachsen. Und was dann?

Unsere Verantwortung!

Sind die Landwirte allein verantwortlich für diese Umweltzerstörung? Nein – solange wir Produkte aus industrieller Landwirtschaft kaufen, solange sind wir verantwortlich, dass die Felder und unser Grundwasser vergiftet wird!

Mit jedem Kauf eines „herkömmlichen“ Lebensmittels entscheide ich mich, die Umweltzerstörung durch intensive Landwirtschaft zu fördern.

Ob sich das jeder leisten kann, wird hitzig debattiert. Siehe Utopia.de „Bio essen kann jede/r sich leisten“ oder die Selbstversuche, angestoßen durch BIORAMA. Meine Empfehlung ist: Wer kann, der sollte. Umso öfter, desto besser.

Was tun?

  • Bevorzugt regionale Bio-Produkte, wann immer es geht (und sie nicht in Plastik verpackt sind)
  • Kauft auf Wochenmärkten ein. Bevorzugt dort Demeter oder Bioland. Fragt nach, wie die Produkte angebaut werden – also wie nahe die Produktion an Ökolandbau ist.
  • Viele Bauernhöfe haben einen Hofladen. Auch wenn kein Bio drauf steht könnte doch viel Bio drin sein. Auch hier gilt: Einfach nachfragen.

 

Darwins Alptraum – Frischer Fisch aus Afrika

Ich habe gerade die Doku „Darwin’s Nightmare“ (Darwins Alptraum) gesehen. Ein wirklich erschütternder Film von Hubert Sauper. Über die Verlierer des Kapitalismus in Afrika.

Der mit 2 Metern Länge riesige Victoriabarsch (Nilbarsch) wurde 1960 in den Victoriasee als „Experiment“ ausgesetzt. Im Ergebnis wurden die meisten der vormaligen Fischarten von dem gefräßigen Neuankömmling verdrängt. Der Victoriasee steht heute vor dem Umkippen. Der bis zu 200kg schwere Raubfisch ist allerdings so lecker, dass ihn unsere Nahrungsmittel-Industrie als Wachstumsmarkt entdeckt hat. Und so fischen die Einheimischen nicht mehr für die eigenen Bäuche. Sondern für die von uns Europäern.

Lebensmitteln exportieren – Hilfsgütern importieren

Damit hat sich ein reger Flugverkehr zwischen Europa und Tansania eingestellt. Während Victoriabarsche per Flieger unter hohen Sozial- und Umweltkosten das Land verlassen, zieht in 2016 der Hunger wieder in Afrika ein. Das ist die direkte Folge des Klimawandels. Jetzt wäre der Fisch eine wichtige Eiweißquelle für die hungernden Menschen dort – wenn sie es sich denn leisten könnten. Können sie aber nicht.

Ist das nicht pervers? Die Fischer holen für uns Europäer täglich tausende Barsche gegen Hungerlöhne aus dem Wasser im Auftrag der großen Fischfabriken. Und die Bevölkerung wird von der UNO mit Lebensmitteln vor dem Verhungern bewahrt, die Menschen welche an den Ufern des Sees leben gehen in die Abhängigkeit, verarmen und verwahrlosen.

Das dazu Hubert Sauber:

Es ist [..] unglaublich aber wahr, dass, wo immer in einer relativ armen Gegend ein wertvoller Rohstoff entdeckt wird, die Menschen im Umfeld des neuen Reichtums elendig zugrunde gehen. Ihre Söhne werden zu Wächtern und Soldaten, ihre Töchter zu Dienerinnen und Huren. Es macht mich krank, diese sich wiederholende Geschichte immer wieder zu hören und zu sehen. (Hubert Sauper)

Sollten wir daran nicht etwas ändern, so dass die Afrikaner den Victoriabarsch selbst essen könnten, statt ihn nach Europa zu exportieren? Aber halt, da ist ja noch der Kapitalismus. Einige Europäer und wenige Afrikaner verdienen zu gut an dem Business. Deshalb darf das nicht sein. Also lieber Hungerprogramm der UNO starten. Und die Fischindustrie mit europäischen Förderprogrammen unterstützen. Es ist zum k… (sorry).

Verdient wird massiv. Denn ein Kilo Victoriabarsch verkauft sich auf dem Hamburger Fischmarkt für bis zu 25 Euro. Die Profiteure von dem Business sind die Mächtigen in Tansania, die Fabrikbesitzer, die Zulieferer und Transportunternehmen und unsere Lebensmittelindustrie. All diese verhindern, dass sich an den Zuständen etwas ändert: Kaum war Darwin’s Nightmare bekannt, wurden Menschen, welche den Film in Tansania unterstützt hatten, verfolgt und inhaftiert. Die Industrie leugnet einfach die Wahrheit des Films, so wie die „Deutsche See“ auf ihrer Webseite mit traumhaft schönen Bildern von Fischern auf dem See .

Hunger und Ungleichheit sind Nährboden für Gewalt. Davon gibt es in Afrika genug. Angeheizt wird das noch durch unsere Rüstungsexporte. Im Film wies einer der Piloten darauf hin, dass die Flugzeuge nicht wirklich Leer nach Tansania kommen würden. Sondern mit Waffen und Munition beladen seien. Deutschland ist übrigens der viertgrößte Rüstungsexporteur der Welt.

Aus ökologischer Sicht ist der Victoriasee laut einem taz-Bericht inzwischen so kaputt, dass der Fischbestand ständig abnimmt: „Das Wasser ist trüb von Algen. Es stinkt bestialisch, ist voller Parasiten, die Oberfläche von Hyazinthen bedeckt: Wie krank der ostafrikanische Victoriasee ist, sieht man auf den ersten Blick“. Als Reaktion darauf möchte die EU mit Hochtechnologie den See retten. Das ist Symptomatisch für unsere Gesellschaft – wir behandeln die Symptome, nicht die Ursachen. Auch wenn es inzwischen Nachhaltigkeits-Bestrebungen gibt – diese halte ich für Greenwashing. Es ist höchstens nachhaltige Ausbeutung.

Und so erzeugen wir durch unser „Business“ die Welle der Gewalt in Afrika – und die nächste Flüchtlingskrise. Alles Hausgemacht.

Wann endlich begreifen wir, dass Afrika kein Kontinent zum Ausplündern ist? Dass wir alle ein Teil dieser einen Erde sind?

Den Film gibt es bei Buch7Ecobookstore oder Amazon.

Was tun?

  • „Regionale Nahrungsmittel essen“ gilt auch für Fisch. Wenn Fisch, dann aus europäischen Gewässern. Und nicht aus Afrika.

Weitere Links:

 

Die Welt ist friedlicher – ohne Fernsehen!

Wenn man die Fernseh-Nachrichten anschaut, scheint klar: Die Welt ist voller tödlicher Gewalt: IS-Terror. Anschläge. Bürgerkriege. Amokläufe. Gewalt und Todschlag in den Nachrichten ebenso wie in vielen Fernsehfilmen. Sogar im Kinderprogramm wird das Böse bekämpft.

Auf Amnesty International habe ich ein wunderbares Interview gelesen mit Prof. Steven Pinker, der zu den massgeblichen Intellektuellen der USA zählt. Prof. Pinker zählt Beweise für den Rückgang von Gewalt auf mit denen er belegt, dass unsere Welt so friedlich und sicher wie noch nie in der Menschheitsgeschichte war!

Wir dürften heute in der friedlichsten Epoche leben, seit unsere Spezies existiert.(Prof. Steven Pinker)

Und dennoch – immer mehr Deutsche haben Angst um ihre Sicherheit und würden sich angeblich einen kleinen Waffenschein besorgen.

Unser Zerrbild wird gefüttert mit Meldungen aus den Medien! Schlagzeilen machen schreckliche Vorfälle. Für die Medien gibt es doch kaum etwas Besseres als etwas Schreckliches. Die Medien allerdings sind nicht „Schuld“ daran. Sondern – wie bei allem – wir Medien-Konsumenten! Solange die Medien mit den möglichst schlimmen Meldungen die höchste Aufmerksamkeit genießen, erzeugen wir damit eine auf das Negative fokussierte Berichterstattung. 

Tatsächlich ist das Risiko, eines gewaltsamen Todes zu sterben so gering wie noch nie. Und das, obwohl wir immer mehr Menschen werden. Woran liegt das? An sehr vielen Faktoren, die wichtigsten sind Demokratie, Bildung, Wissen und Handel.

Ich bin der Meinung, dass sich die Menschheit insgesamt in einem Reifeprozess befindet. Wir bewegen uns weg von dem „Klein-Klein“-Denken mit seinem Gewaltpotenzial. Und hin zu einem Empfinden als Weltbürger, als Mensch. Als Mensch egal welcher Religion oder Nationalität, haben wir alle das selbe globale Umweltproblem mit einem inzwischen so grassierendem Ausmaß, dass die Differenzen zwischen den Religionen oder Staaten, dass Streben nach Macht, Reichtum und medialer Aufmerksamkeit dagegen einfach lächerlich wirken.

Früher habe ich jeden Tag Tagesschau-Nachrichtensendungen konsumiert. Dort nimmt die Gewalt zwischen Menschengruppen einen großen Anteil ein. Und zankende Politiker. Diese Art Nachrichten erschaffen ein negatives Weltbild.

Wo ist das Schöne? Wo ist die positive Entwicklung der Menschheit – die es wirklich gibt? Was von diesen vielen Nachrichten betrifft mich wirklich persönlich?

Heute zum Beispiel auf Tagesschau.de, die Topp-News: „Türkei zieht Botschafter aus Wien ab!“ Na ja, der Botschafter wird schon irgendwo anders unterkommen. Das betrifft mich nicht persönlich.„Sarkozy will Präsident werden!“ – muss ich mir darüber Gedanken machen? In Frankreich kann ich nicht wählen. „Kämpfe in Kundus. Eine Stadt in Angst!“. Es macht mich traurig, dass die Menschen dort Angst haben. Weil mir Friede und Harmonie wichtig ist. Aber ich kann ihnen leider nicht helfen. „Richter stoppt Obamas Toiletten-Vorgabe!“. Mal was lustiges – aber ist das wichtig?

Was mich wirklich betrifft sind Nachrichten, die hier nicht erscheinen. Beispielsweise die Belastung Deines und meines Körpers durch Umweltgifte. Wie Glyphosat. Da betrifft mich die Nachricht sehr, dass unsere Kanzlerin Seite an Seite mit Monsanto für Glyphosat kämpfen will – das kommt allerdings nicht in den Mainstream. Oder das große Bienensterben – eine globale Bedrohung für die Ernährung der Menschheit. Der Klimawandel mit seinen für Dich und mich direkt spürbaren Folgen. Das Artensterben. Ressourcenknappheit durch die wachsende Weltbevölkerung betrifft Dich und mich. Und noch viel mehr…

Schön finde ich die vielen positiven Berichte. Die so gut wie nie in den offiziellen Nachrichten auftauchen. Wie diese von Prof. Pinker, dass unsere Zivilisation immer friedlicher wird. Dass immer mehr Menschen aus Mitgefühl für die anderen Lebewesen auf der Erde sich für eine vegetarische oder sogar vegane Ernährung entscheiden. Dass immer mehr Menschen auf Ökostrom umstellen und so etwas fürs Klima tun. Dass es immer mehr Menschen wichtig ist, Bio-Produkte zu kaufen. Dass wir Menschen es geschafft haben, weltweit das Ozonschädliche FCKW zu verbieten – das ist doch mal ein Hammer!

Der buddhistische Zen-Meister Thich Nhat Hanh hat geraten, sich aus dem Konsum von Gewalt der Medien zu verabschieden und sich nicht diesem Zerrbild hinzugeben. Nachrichten, die mich betreffen, würden mich von selbst erreichen. Und dass wir uns verabschieden vom Konsum von Gewalt in den Medien, allen voran die vielen Filme im Fernsehen, bei denen es um subtile oder offene Gewalt geht.

Diesem Rat bin ich vor zwei Jahren gefolgt. Inzwischen ist der Fernseher verkauft. Zeitungen nutze ich nur noch um den Biomülleimer auszukleiden. Radio höre ich keines mehr, seit Emlar Hörig den SWR3 verlassen hat. Aus dem aufgeregten Online-Dienste „Twitter“ bin ich ausgestiegen. Facebook ist ein in den Hintergrund getretenes Medium zum Verbreiten von meinen Meldungen.

Uninformiert fühle ich mich dennoch nicht. Meine Informationsquellen sind meine soziale Umgebung, die Blogspähre mit tausenden von engagierten Bloggern, einige Newslettern mit für mich wichtigen Themen, verschiedene Internet-Seiten – und natürlich aktive Online-Recherchen wenn mich ein Thema interessiert.

Ehrlich gesagt fühle ich mich wohl in einer friedlicheren Welt.

Was tun?

  • Probiert es aus – verabschiedet Euch für einige Zeit von der Gewalt im Fernsehen. Schaut nur noch schöne Sendungen die Euch wirklich berühren. Und genießt ansonsten die gewonnene Lebenszeit.

Heilen wir unsere Ozon-Schutzschicht!

Im Jahr 1986 wurde zum ersten Mal ein saisonales „Loch“ in der Ozonschicht über der Antarktis entdeckt. Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, wie das Thema  „Ozonloch“ danach fast täglich in den Medien geisterte?

Wird die Ozonschicht dünner, gelangt mehr UV-B-Strahlung auf die Erde. Die Sonnenanbeter unter uns werden schneller braun bis rot. Die Fälle von Hautkrebs häufen sich. Insgesamt wird unser Immunsystem geschwächt und es treten mehr Gendefekte auf. Für die Wasserbewohner sind die Folgen gravierend, denn UV-B zerstört mit dem Plankton den Ausgangspunkt der Nahrungskette in den Ozeanen. Und für uns Landbewohner kommt es zu verringerten Ernteerträgen, da viele Pflanzen durch höhere UV-B-Strahlung schlechter wachsen.

Damals verging kein Tag in den Medien ohne neue Ozonloch-Schreckensnachrichten. Die Pharma-Industrie half aus durch neue Sonnencremes mit höheren UV-Schutzfaktoren.

Die Menschheit KANN sich zusammen tun und ändern!

Politiker und Wissenschaftler rauften sich ob dieser Schreckensszenerien zusammen. Erstaunlicherweise blieb es nicht nur bei Gerede und Schuldzuweisungen. Sondern es wurde tatsächlich etwas unternommen: Im Montrealer Protokoll von 1987 verbieten die Vereinten Nationen die Herstellung und Verwendung von Substanzen, welche die Ozonschicht schädigen. Weltweit machen 197 Staaten mit. Und so wurde die Zunahme von neuem FCKW in der Atmosphäre drastisch reduziert.

Mir macht das Mut: Bei großen Bedrohungen können wir Menschen uns global zusammen rotten und tatsächlich etwas Positives erreichen (auch wenn wir erst dann konsequent handeln, wenn es fast zu spät ist und der entstandene Schaden bedrohliche Ausmaße angenommen hat…)!

Gefahr gebannt?

Die Welt atmete auf. Aus den Medien verschwand das Ozonloch.

Nüchtern betrachtet ist es für uns und alle anderen Lebewesen auf der Erde nicht wichtig, ob das Ozonloch sich schließt oder nicht. Wichtiger ist die Gesundheit unserer gesamte Ozon-Schutzhülle unseres Planeten. Und der geht es nicht gut: Alle 10 Jahre nimmt die Ozonschicht in der Stratosphäre um über 3% ab. Die UV-B-Belastung nimmt um etwa den gleichen Faktor zu.

Während also unsere Schutzhülle immer dünner wird, leisten Wissenschaftler sich einen Streit, ob sich das Loch schließt oder nicht: Im März 2015 schreckt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit der Nachricht auf, dass das Ozonloch die größte Ausdehnung seit dem Rekordjahr 2006 habe! Es soll mit etwa 26 Mio. Quadratkilometern mehr Raum einnehmen als ganz Nordamerika. Im Sommer 2016 verwirrt ein Spiegel-Bericht mit der genau gegenteiligen Behauptung, dass sich das Ozonloch langsam schließt.

Klar, dass die Politiker zu verwirrt sind, um neue Maßnahmen zu beschließen. Die wären aber dringend notwendig. Und zwar sofort – denn wenn wir abwarten bis wir wissen was stimmt, ist es zu spät.

Wie dringend ein schnelles Handeln ist, zeigt das Beispiel FCKW: Seit dem Montrealer Protokoll und den weltweiten Anstrengungen kommt zwar wirklich wenig neues FCKW in die Atmosphäre. Allerdings ist es damit nicht verschwunden, denn es hat eine Lebensdauer bis zu 85 Jahren. Das FCKW aus dem Jahr 1987 wird somit bis 2072 weiterhin sein Unwesen treiben.

Mit Lachgas ist nicht zu spaßen!

Und: FCKW nicht das einzige Klimagas, welches unsere Ozonschicht angreift. Heute spielt in der Stratosphäre das Lachgas trotz seines lustigen Namens eine traurige Rolle. Denn dieses Gas mit der chemischen Bezeichnung Distickstoffmonoxid (N2O) ist die heute größte Gefahr für die Ozonschicht! Beim Montrealer Protokoll wurde es leider vergessen.

Biokraftwerke und Verbrennung von Biomasse lassen N2O entstehen. Es entströmt den Auspuffen von Autos mit Katalysator. Größter Verursacher ist allerdings unsere intensive Landwirtschaft mit ihrem Einsatz von künstlichem Dünger. Jedes Jahr blasen wir zehn Millionen Tonnen Lachgas in die Atmosphäre. Und das mit Langzeitwirkung: Lachgas hat in der Atmosphäre eine Lebensdauer von 150 Jahren!

Laut dem DLR könnte die Entwicklung des Ozonlochs in Zukunft durch Bromverbindungen beeinflusst werden. Nach aktuellem Kenntnisstand ist eine Einschätzung dieser Problematik derzeit noch nicht möglich. Wie wir inzwischen wissen sollten wir handeln, bevor es zu spät ist.

 

Wir schaffen das!

So haben Bemühungen, eine wachsende Menschheit zu ernähren, durch den Abbau von Ozon genau den gegenteiligen  Effekt. FCKW in den Kühlschränken. Lachgas aus künstlichem Dünger. Das Treibhausgas Methan aus der Milch- und Fleisch-Wirtschaft heizen die Erde an. Wir Menschen verändern die Atmosphäre der Erde, zum Nachteil von uns und allen Lebewesen.

Aber wir können auch anders – das haben wir durch unsere Anstrengungen von 1987 bewiesen.

Helft mit!

  • Kaufe bevorzugt Bio-Produkte. Denn sie setzen kein N2O durch künstlichen Dünger frei.
  • Lasse das Auto im öfters stehen, das vermeidet das klimagiftige Lachgas.
  • Verzichte immer wieder auf Fleisch- und Milchprodukte. Damit kommt weniger Methan in die Ozonschicht. Lies dazu Fleisch: Die Grillsaison für unser Klima.