Silvester. Einfach nachhaltig.

In 2016 wurden für viele Menschen Themen wie Nachhaltigkeit und Achtsamkeit immer wichtiger. Ich fände es schön, wenn wir das auch mit in die Silvester-Feierlichtkeiten nehmen – ein wirklich nachhaltiges Silvester!

Nachhaltigkeit fängt schon bei dem an, was wir Essen. Der „kleine Bruder“ der Umweltbelastung ist die Innenweltbelastung – die Verschmutzung unseres Körpers. Über Lebensmittel gelangen Stoffe in unsere Körper, die dort eigentlich nicht hinein gehören. Auch wenn wir diese nicht schmecken, sie haben dennoch oft eine unerwünschte Wirkung: Nitrat, Unkraut- und Insektengifte, Antibiotika, Schwermetalle… Einige dieser Stoffe reichern sich mit der Zeit im Körper an und werden erst nach einigen Jahren krankmachend. Sie stehen in Verdacht, Auslöser von Allergien, Demenz, Krebs und Auto-Immunkrankheiten zu sein.

Deshalb kommen bei der nachhaltigen Silvesterfeier ausschließlich Bio-Produkte auf den Tisch. Die Zutaten sollten mindestens mit „EU-Bio“ ausgezeichnet sein, besser noch  Bioland oder Demeter. Das tut nicht nur uns und unseren Gästen gut. Sondern auch der Natur, die dringend mehr Bio braucht.

Das gilt auch bei Fleisch. Denn damit das Fleisch als „Bio“ durchkommt, bekommt das Tier Bio-Futter, während viele seiner Kollegen dagegen Gensoja aus brandgerodeten Urwäldern verzehren. Wer bei Fleisch und Milch auch noch auf Bioland oder Demeter achtet, der schenkt dem Tier wenigstens ein etwas würdigeres Leben.

Weniger Tierleid

Wenn wir schon beim Essen sind – vielleicht schafft Ihr es, die Tradition zu brechen und Fleisch und Milchprodukte stark zu reduzieren oder gar völlig darauf zu verzichten?  Nicht nur, weil Milch und Fleisch mit zu den Hauptursachen für Klimawandel und Belastung unseres Grundwassers zählen. Sondern, weil auch „Bio-Fleisch“ für das Tier eine oft leidvolle kurze Kindheit bedeutet bis es dann getötet wird. Töten ist immer brutal und bedingt Todesangst und Schmerzen. „Bio-Töten“ gibt es nicht.

Als Alternativen zum traditionellen Party-Food gibt es so viele leckere vegetarische bis vegane Gerichte. Wie wäre es mit Gemüsefondue? Oder Wok-Gemüse mit Heizplatte in der Tischmitte? Das VeganBlatt gibt noch mehr Anregungen.

Weniger Müll an Silvester

Parties werden schon allein dadurch müllfreier, indem Ihr kein Einweg-Geschirr oder Plastikbesteck verwendet. Auch ein Party-Service liefert mit Mehrweg, wenn Ihr darauf besteht. Wer selber kocht und dafür die Zutaten auf dem Wochenmarkt einkauft, am besten noch eigene Tüten mitbringt, der spart viel Verpackungsmüll.

Die Zeit bis Mitternacht will überbrückt werden. Aber bitte nicht mit  Bleigießen. Denn da steigt schon beim Erhitzen giftiges Bleioxid in die Atemluft und gelangt so in den Körper. Oft wird das gegossene Blei später im Restmüll entsorgt. Und genau dort gehört es nicht hin – es ist Sondermüll. Denn: Blei gehört zu den stärksten Umweltgiften. Also, lieber Kaffeesatz lesen oder ein gutes Gesellschaftsspiel spielen.

Auch wenn Euch das bunte Feuerwerk am Nachhimmel erfreut – es bringt viel Müll und starke Umweltgiften mit sich. Das laute Knallen ist noch Kilometer weiter im Wald zu hören und verschreckt die Wildtiere. Am Morgen nach dem Böllern und Anstoßen draußen liegen auf Straßen und Wiesen Flaschen oder Glasreste herum. Silvesterraketen oder Böller werden zwar zu weit entfernten Abschussplätzen getragen, die Reste hiervon jedoch unbeachtet liegen gelassen. Wer seinen Müll mit nimmt, geht mit gutem Beispiel voran.

Es gibt auch weniger verschmutzende Alternativen zum Feuerwerk.

In guter Erinnerung ist mir ein Feuerritual geblieben. Bei dem schreibt jeder auf einen Zettel alles Belastende, von dem er im alten Jahr loslassen möchte und auf einen weiteren Zettel Wünschen an das neue Jahr. Macht ein Feuer an, beispielsweise auf einem Grillplätze oder in einer Feuerschalen. Nach einigen Minuten Schweigend um die Flammen lässt jeder seine Zettel in Flammen aufgehen, eventuell begleitet mit einem kurzen Kommentar.

Oder ihr bastelt gemeinsam mit den Kindern Harzfackeln aus Tannenzapfen und Baumharz, die ihr am Abend abbrennt. Diesen Tipp habe ich von Sylvia N., die Anleitung findet Ihr auf Smarticular.net.

 

Kennt Ihr noch andere Rituale?

Was bleibt sind nachhaltige gute Vorsätze!

Viele Menschen nehmen sich guten Vorsätze in das Neue Jahr mit. Wie wäre es mit mehr Nachhaltigkeit in 2017? Dieser Vorsatz ist leicht umzusetzen, wenn man mit kleinen ersten Schritten beginnt. Eine Liste mit Vorschlägen dafür findet Ihr auf der Seite: Was tun?. Einfach einen Aussuchen und im Neuen Jahr umsetzen. Und wenn es Spaß gemacht hat, dann noch einen….?

In diesem Sinne:
Ein nachhaltiges gutes Ankommen ins Jahr 2017!

Was tun?

  • Bio-Produkte zum Silvesteressen. Wer schafft verzichtet auf Fleisch- und Milch-Produkte. Lest dazu auch „Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!
  • Bleigießen vermieden.
  • Nach dem Anstoßen auf den Straßen den eigenen Müll mit nehmen
  • Alternativen zum Böllern suchen
  • Mit nachhaltigen Vorsätzen in das Neue Jahr starten – beispielsweise von der „Was tun?“-Liste
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Berlin. Sehen wir unseren Anteil?

Weihnachten. Zeit für Besinnung. Und dann die Ereignisse auf dem Weihnachtsmarkt von Berlin. Sie hinterlassen Betroffenheit. Lichterketten werden organisiert. Für mehr Mitgefühl und Menschlichkeit in unserer Welt.

Zeit für Besinnung ist auch eine Zeit, unseren eigenen Beitrag zu solchen schrecklichen Ereignissen zu ergründen. Dieser persönliche Beitrag, so wie er unter festlich geschmückten Weihnachtsbäumen lag und sich in unserem Festessen zeigte. Denn wir können uns nur so viel leisten, weil unsere westliche Welt andere Länder ausbeutet. Den wahren Preis unserer Lebensweise bezahlen andere.

Während wir ein tolles Festessen genießen können, sterben jeden Tag 8.000 Kinder an Unterernährung! Wo sind hier die Lichterketten? Für unseren Festbraten werden Urwälder gerodet, Fischfarmen zerstören die Ökosysteme der Meere.

Während wir wunderbare Produkte verschenken können, rauben unsere globalisierten Industrien Bodenschätze aus den Ländern der „Dritten Welt“ und hinterlassen eine Spur der gesellschaftlichen und ökologischen Verwüstung. In den Fabriken dieser Ländern arbeiten Menschen für ein Hungerlohn an unseren billigen Produkten. Und so sind wir selbst eine der größten Ursachen für Flucht (Dazu mehr in: „Wie wir die Flüchtlinge vertrieben haben“).

Wir bringen so viel Gewalt in die Welt – jeder einzelne von uns als Konsument, unsere Staaten, unsere Unternehmen, unsere Globalisierung. Auch an das sollten wir an Tagen der Besinnung nicht vergessen.

Was tun?

  • Achtsamer weniger konsumieren. Fair-Trade, Öko-zertifizierte und regionale Waren sind ein guter Anfang für eine gewaltfreiere Welt.
  • Einiges an unserer Lebensweise lässt sich ändern. Damit wir dadurch mehr Frieden in die Welt tragen. Schaut auf meine „Was tun“-Liste, dort habe ich aufgeschrieben, was mir bisher eingefallen ist: Was tun?

Fluoride meiden

Meinen Beitrag möchte ich mit einem Zitat beginnen, den der SWR veröffentlicht hat:

Fluorid ist ein Spurenelement und kann tatsächlich in hoher Konzentration giftig wirken. Wenn zum Beispiel ein Kind eine ganze Tube Zahnpasta aufessen würde, dann könnte es daran sterben. Dieses Risiko besteht aber nicht bei sachgerechter Anwendung.

Wie geht es Euch mit diesem Zitat? Mich hat es aufgeschreckt. Schließlich putzten wir seit Jahren unsere Zähne mit fluoridhaltigen Zahnpasten. Und beim Kochen griff ich zum  Speisesalz „mit Zusatz von Jod und Fluorid“.

Meine erste Anlaufstelle für weitere Recherchen war Wikipedia: Dort ist für Kleinkinder eine sichere toxische Dosis von 5 mg Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht angegeben. In einer Tube Zahnpasta befinden sich 100 mg Fluorid. „Ein 15 kg schweres Kind hätte beim Verzehr der gesamten Tube Zahnpasta die wahrscheinlich toxische Dosis damit überschritten“.

Bisher dachte ich, dass ich beim Kauf von Produkten „mit Fluorid“ der Gesundheit etwas Gutes täte. Wieso sonst sollten die Hersteller von Zahnpasten und Speisesalze diesen Zusatz so prominent auf den Produktverpackungen vermarkten?

Wieso sind Fluoride in Zahnpasta?

Fluoride sind in der Natur weit verbreitet. Sie sind die Salze von dem hochreaktiven chemischen Elemente Fluor. Wir nehmen Spuren davon täglich aus natürlichen Quellen zu uns. Am meisten durch Leitungswasser, Gemüse, Fisch und Schwarztee. Fluoride haben im menschlichen Körper keine wichtige Funktion und werden normalerweise auch wieder ausgeschieden (mit zunehmenden Alter allerdings immer schlechter). Somit gibt es auch keine Fluorid-Mangelerscheinungen. 

Dennoch wird den Fluoriden etwas gutgeschrieben: eine hemmende Wirkung gegen Karies. Entdeckt wurde diese in den USA in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts dadurch, dass die Bevölkerung in Gebieten mit hohem Fluoridgehalt im Trinkwasser weniger Karies hatte.

Diese Entdeckung war auch bitter notwendig, weil wir westliche Menschen uns immer zuckerhaltiger ernährten. Zucker und zuckerhaltige Getränke sind die Hauptursache für Karies. Nicht nur die Zahnärzteschaft war erfreut über diese Entdeckung. Sondern auch die boomende Zuckerindustrie. Verständlicherweise möchte sie verhindern, dass wir Konsumenten aus Angst vor dem Zahnarztbohrer ihren süssen Zucker meiden. Die einflussreiche Zuckerindustrie, darunter Unternehmen wie Coca-Cola Company gehören deshalb bis heute noch zu den wichtigsten Geldgebern für die Fluorforschung.

Auf die Einsicht, dass eine Kariesprävention durch Reduktion des Zuckerkonsums aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen ist, folgten erste Fluoridierungsversuche. (Quelle: Wikipedia)

Was machen Fluoride im Körper?

Fluoride im Mund härten die Zähne und machen sie resistenter gegen Säuren. Damit sie beim Zähneputzen einwirken können wurde die Empfehlung ausgesprochen, mindestens drei Minuten lang zu putzen. Über die Mundschleimhaut kommen sie auch in den Körper. Bei Kindern, die Zahnpasta verschlucken, sowieso.

Karies möchte ich wirklich nicht. Allerdings auch nicht, was Fluoride in meinem Körper sonst noch anstellen können. Ich habe null Kontrolle darüber, wie viel ich in mich aufnehme über fluoridierte Zahnpasta, mein fluoridiertes Speisesalz, Speisesalz beim Mittagstisch in Restaurants, fluoridiertes Mineralwasser, natürliche Fluorquellen in Leitungswasser und Gemüse – wer soll das wissen?

Klar ist, dass Fluoride alles andere als gesund sind. Die Liste von möglichen Schädigungen durch Fluoride ist zu umfangreich, als dass ich sie hier wiedergebe. Viele der Vorwürfe sind nicht eindeutig bewiesen. Aber wer mag warten, bis dem so ist? Lest selbst:

Nur eines möchte ich hervorheben: Fluoride sollen angeblich die Entwicklung des Gehirns von Kindern stören. Auch wenn es nicht bewiesen ist würde ich einem Neugeborenen weder Fluoretten geben noch einer Fluoridierung in der Schule zustimmen.

Xylitol als Alternative zu Fluoriden

Die Vereinigung der anthroposophischen Zahnärzte empfiehlt dringend, von Flurorid in Zahnpasta abzusehen. Was also hilft gegen Karies?

Eine naheliegende Kariesprophylaxe liegt in der Vermeidung von Zucker und zuckerhaltigen Produkten. Bei Kleinkindern keine Fruchtsäfte oder andere Süßgetränke in die Nuckelflaschen machen. Wichtig ist das richtige Putzen. Zudem ist es ratsam, nach dem Essen mindestens 30 Minuten bis zum Zähneputzen zu warten, damit sich der durch Säure im Essen angegriffene Zahnschmelz erholen kann.

Statt Fluoride wirkt der Zuckeraustauschstoff „Xylit“ (auch Xylitol) gegen Karies. Dieser aus Birkenholz und anderen Pflanzen gewonnene Stoff ist im Gegensatz zu Fluoriden ungiftig.

Die Besonderheit an Xylit ist seine in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesene kariostatische und antikariogene Wirkung. (Wikipedia)

Meine Kinder und ich putzen unsere Zähne mit Zahnpasten mit Xylit von Weleda und Lavera. Weitere Hersteller findet Ihr bei Utopia. Nach einigen Geschmackstests hat sich mein Kleinster für das Zahn-Gel von Weleda entschieden. Wir anderen putzen mit der von Lavera.

Frau Hundertsand hat Zahnpasta selbst hergestellt – nach dem Zähneputzen wird mit einer Xylit-Lösung nachgespült, die wir eine Minute im Mund lassen und dann ausspucken.

Speisesalz mit Fluorid ist aus unserem Haushalt verbannt. Mineralwasser kaufen wir sowieso nicht – ansonsten würde ich hier auf fluoridarmes Wasser achten.

Nachsatz: Wir vertrauensselige Konsumenten

Wie so viele von uns habe auch ich darauf vertraut, dass die Industrie schon weiß, was sie uns Gutes tut und im Zweifelsfall sicher irgend eine Behörde im unseren Sinne darüber wacht. Wer von uns Konsumenten hat denn schon wirklich Ahnung, was hinter diesen Werbesprüchen steckt?

Was mir bei solchen Recherchen wie die für diesen Artikel immer bewusster wird, ist, dass die Industrie nicht das Ziel hat, zur Volksgesundheit beizutragen. Sondern die Unternehmen sind auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Organisationen. Und wenn wir, unwissende Konsumenten, vertrauensselig bevorzugt Produkte mit solchen markigen Zusätzen „Mit Fluorid“ kaufen, ergibt sich daraus ein Marktvorteil für die Hersteller mit diesem Zusatz – und ein Nachteil für alle ohne. In Folge setzen sich solche Produkte durch. Passende unterstützende „Studien“ werden oft im Paket gleich mit geliefert.

Auch die renommierte „Stiftung Warentest“ schwört heute immer noch vehement auf Fluoride in Zahnpasta  – und wertet Alternativprodukte ohne diese Zusätze als „mangelhaft“ ab. Schade.

Ausflugstipp: Verschwörungstheorien

Wer die Zeit hat dem empfehle ich die Lektüre der vielen Verschwörungstheorien aus dem Internet zum Thema Fluorid. Diese abendfüllende Welt von haarsträubenden Krimis eröffnen sich mit der Google-Suche nach „Fluorid Lüge“, mit vielen nicht belegten Behauptungen und Zitaten aus angeblichen Gegenstudien. Mehrfaches Wiederholen und gegenseitiges Abschreiben steigert nicht den Wahrheitsgehalt. Wobei bei einigen ein Körnchen Wahrheit verborgen sein wird.

Was tun? 

Das Thema ist sehr emotional. Deshalb bilde sich jeder seine eigene Meinung. Ich selbst…

Hoffnung

Die Welt befindet sich im Wandel. Es ist wunderschön, das zu erkennen. Weltumspannend bemühen sich Menschen um eine bewusstere Lebensweise, die wieder mit dem Wunder des Lebens verbunden ist. Es sind nicht nur GreenpeaceWWF oder Change.org. Es sind die Millionen von einzelnen Menschen, die sich weltweit aufmachen und ihren Lebensstil verändern. Sie verbünden sich in unzähligen regionalen Organisationen und berichten über ihre Wege in spannenden Weblogs.

Freudig erstaunt bin ich, dass auch die Verantwortlichen in den Regierungen auf die großen Probleme unserer Zeit reagieren. Neben Deutschland unternehmen weitere 194 Länder Anstrengungen, um die im „Pariser Abkommen“ vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Dieses Abkommen ist am 4. November 2016 in Kraft getreten. Wie beim Protokoll von Montreal, bei dem weltweit FCKW verboten wurde, entwickelt sich in der Menschheit quasi in letzter Sekunde die Einsicht, dass wir alle global handeln müssen – und können!

So ist es schön zu lesen, dass die Bundesregierung diesen riesigen Apparat „Deutschland“ ab 2050 klimaneutral umgestalten möchte. Dass ab 2020 keine Gas- und Ölöfen mehr erlaubt sein werden. Dass viele Unternehmen in Richtung Energie-Effizienz streben und Elektromobilität sowie Ökostrom deutlicher in den Fokus rücken.

Dabei ist die Klimaveränderung nur ein Symptom, aber nicht die Ursache der globalen Krankheit. Eine Ursache für die Klimaveränderung liegt in dem Wachstumsglauben unserer westlichen Welt. Und so finde ich es wunderbar, dass manche Unternehmen von diesem Glauben abrücken und erkannt haben, dass auch bewusstes Schrumpfen gesund sein kann. Stichworte dafür sind die Postwachstums-Ökonomie und die Gemeinwohl-Ökonomie.

Und auch bei den einzelnen Menschen verändert sich viel. Immer schneller nimmt die Zahl derjenigen zu, die sich für eine vegane Ernährung und Lebensweise entscheiden. Mehr als 1 Milliarde Menschen ernähren sich heute bereits vegetarisch-vegan. Täglich werden es mehr, in dem Wissen, dass die auf Fleisch und Milchprodukte aufbauende Ernährung schreckliches Leid für unsere Mitlebewesen bedeutet. Und dass Fleisch, Milch, Leder und jegliche andere Produkte mit tierlichen Bestandteilen mit eine der Hauptursachen für den Klimawandel und große Umweltschäden sind.

Es ist einfach schön, in dieser Zeit zu leben und diese alle Veränderungen zu mehr Bewusstheit bei so vielen Menschen zu sehen. Und ein Teil der globalen Bewegung zu sein. Jetzt kommt es auf uns an: Was brauchen wir wirklich, um zufrieden zu sein? In welcher Welt wollen wir Leben? Lasst sie uns gestalten!

Was tun?

  • Bewusstes Leben macht Freude und Sinn. Der erste Schritt ist der wichtigste – die anderen kommen uns dann viel leichter. Ich habe Vorschläge hin zu  einem nachhaltigeren Leben gesammelt, von denen einige sehr einfach in der Umsetzung sind. Auch wenn Ihr nur einen einzigen Aussucht und umsetzt, ist schon viel gewonnen.
  • Größere Veränderungen wie die zur veganen Ernährung werden von unbewussten inneren Widerständen verhindert. Häufige Ausreden sind: Zu aufwändig, keine Zeit, ungesund. Oft ist es eher die Angst, dann vom Umfeld nicht mehr akzeptiert zu werden. Mein Rat – mit kleinen Veränderungen austesten. Vielleicht mit einem veganen Gericht pro Woche anfangen…? Allein bei Chefkoch gibt es über 13.000 vegane Rezepte, meine kleine Liste findet Ihr auf meinem Vegan-Blog. Ach ja – bei der Umstellung Vitamin B12 nicht vergessen.

Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!

„Bio liegt im Trend“ schrieb die Bundesregierung  im Jahr 2013. Und tatsächlich sind Bio-Produkte inzwischen überall erhältlich. Dennoch haben sich von allen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland nur etwa 8% dem ökologischen Landbau verschrieben. Laut Umweltbundesamt stagniert diese Zahl. Für einen Trend reichlich dünn.

Bio-Lebensmittel gelten als gesünder. Aber teurer. Und somit geben viele Käufer einer perfekt geformten billigeren Salatgurke aus „normaler“ (moderner, industrieller, intensiver) Landwirtschaft den Vorzug vor der schrumpeligen teureren Ökogurke. Diese befindet sich im Supermarkt in einem abgesonderten Bereich für teure Bio-Produkte. Oft noch in Plastikfolie verpackt, schwierig für alle, die auf Plastik verzichten möchten. Kein Wunder, dass Ökolandbau eine Randerscheinung bleibt.

Intensive Landwirtschaft: Monokulturen sichern hohe Erträge

Die intensive oder industrielle Landwirtschaft hat gerade in den Nachkriegsjahren zu einer unglaublichen Steigerung von Ertrag und Gewinn gesorgt. Unsere Supermärkte sind prallvoll mit diesen Produkten.

Diese Ertragssteigerung erfordert möglichst große Ackerflächen mit nur einer Pflanzensorte – also Monokulturen. Diese lassen sich hervorragend und sehr wirtschaftlich durch intensiven Einsatz von Landmaschinen be-ackern. Gleichzeitig wird dabei die benötigte Zahl von menschlichen Arbeitskräfte minimiert.

Monokulturen sind anfällig für Krankheiten und „Schädlinge“, dagegen helfen Pflanzenschutzmittel. Für den optimalen Ertrag bastelt die Agrar-Industrie fleißig am Saatgut herum, auch durch Gen-Technologie. Und teure Düngemittel geben dem Pflanzenwachstum einen deutlichen Wachstumsschub.

Monokulturen gibt es auch in der „Fleischproduktion“. Die Steigerung von Gewinn und Ertrag erfordert ein Maximum an Tieren auf einem Minimum an Stallfläche. Menschliche Arbeitskräfte werden durch den hohen Grad an Automatisierungen minimiert.

Durch die gedrängte Haltung sind die Tiere anfällig für Krankheiten und müssen mit Arzneimitteln wie Antibiotika geschützt werden. Durch Züchtung und Gentechnologie wird an einer Optimierung des Ertrags gearbeitet, dabei kommt dann das Turbo-Huhn oder die Turbo-Milchkuh heraus.

Tatsächliche Kosten der Lebensmittel

Die Produkte der intensive Landwirtschaft sind deutlich billiger als die aus dem Ökolandbau. Die dadurch das Nachsehen haben.

Das ist nicht fair! Würde unser Wirtschaftssystem alle Kosten der Lebensmittel-Produktion mit einberechnen, wären die Produkte der intensiven Landwirtschaft erheblich(!) teurer als die des Ökolandbaus.

Leider wird der größte Teil der entstehenden Kosten auf die Allgemeinheit – spricht: uns! – abgewälzt. Diese Kosten entstehen durch Umweltbelastung, Zerstörung des natürlichen Boden-Ökosystems, unwiederbringlichen Verlust von Artenreichtum, Belastung des Bodens mit Schwermetallen und bedenkliche Belastungen des Grund- und Trinkwassers bis hin zu negativen Auswirkungen auf die Ozonschicht. Gar nicht zu reden von dem großen Leid der Millionen sogenannten „Nutztiere“.

Wir bezahlen dafür nicht an der Kasse im Supermarkt. Sondern mit unserer Gesundheit, steigenden Kosten im Gesundheitssystem, teurerem Wasser, Steuererhöhungen, Verlust von Lebensqualität – und die Tiere, Pflanzen und Bodenlebewesen „bezahlen“ unfreiwillig mit.

Das alles für „billige“ Lebensmittel?

Beispielsweise vergiftet der intensive Einsatz von Düngemitteln unser Grundwasser. Die Entsorgung überschüssiger Gülle aus der Massentierhaltung auf den Feldern und Wiesen tut das ihre dazu: ein Drittel des Grundwassers in Deutschland ist dadurch laut Umweltbundesamt bereits verschmutzt bis ungenießbar.

Pflanzenschutzmittel töten nicht nur die Insekten oder Pilze. Sondern finden sich ebenfalls in Gewässern und in unseren Lebensmitteln wieder. So wurden Rückstände von Pestiziden in Salat, Gurken und schlussendlich in der Muttermilch gefunden. Das ökologische Gleichgewicht und die Artenvielfalt wird durch diese Gifte, durch Monokulturen und Düngemittel bedroht.

Wer Fleisch isst, nimmt nicht nur Stresshormone auf, sondern Antibiotika und andere Arzneimittel. Dass diese Stoffe auch in unserem Körper weiter ihre Wirkung tun, sollte eigentlich nicht verwundern. Oder?

Ökolandbau

Ökolandbau dagegen erhält eine vielfältige Landschaft und eine Vielfalt von Arten. Spannenderweise ist diese Art von eher „kleinteiligen“ Feldern mit regionalen und alten Arten für unsere Anpassung an den selbst verschuldeten Klimawandel wichtig. Die Risiken von Rückständen und multiresistenten Keimen ist deutlich verringert, weil die Bio-Produktion weitgehend  ohne Agrarchemikalien und ohne Einsatz von Antibiotika erfolgt.

Für uns alle sind Produkte aus Ökolandbau auf lange Sicht die preiswertere Alternative. Irgendwann werden uns die Folgekosten der industriellen Landwirtschaft über den Kopf wachsen. Und was dann?

Unsere Verantwortung!

Sind die Landwirte allein verantwortlich für diese Umweltzerstörung? Nein – solange wir Produkte aus industrieller Landwirtschaft kaufen, solange sind wir verantwortlich, dass die Felder und unser Grundwasser vergiftet wird!

Mit jedem Kauf eines „herkömmlichen“ Lebensmittels entscheide ich mich, die Umweltzerstörung durch intensive Landwirtschaft zu fördern.

Ob sich das jeder leisten kann, wird hitzig debattiert. Siehe Utopia.de „Bio essen kann jede/r sich leisten“ oder die Selbstversuche, angestoßen durch BIORAMA. Meine Empfehlung ist: Wer kann, der sollte. Umso öfter, desto besser.

Was tun?

  • Bevorzugt regionale Bio-Produkte, wann immer es geht (und sie nicht in Plastik verpackt sind)
  • Kauft auf Wochenmärkten ein. Bevorzugt dort Demeter oder Bioland. Fragt nach, wie die Produkte angebaut werden – also wie nahe die Produktion an Ökolandbau ist.
  • Viele Bauernhöfe haben einen Hofladen. Auch wenn kein Bio drauf steht könnte doch viel Bio drin sein. Auch hier gilt: Einfach nachfragen.

 

Lederschuhe ohne Leder. Tierleidfrei.

Wenn ich zu geschäftlichen Anlässen eine Anzugshose trage, kombiniere ich diese mit schwarzen Lederschuhen. Diese haben mir einige Jahre treue Dienste geleistet – jetzt ist Sohle eingerissen. Wer das schon einmal hatte weiss, wie unangenehm das bei Regenwetter wird: Dann sind nasse Füße angesagt.

Also mache ich mich auf, sie reparieren zu lassen. Das gestaltet sich nicht so einfach. Denn das Schuhmacherhandwerk ist ein aussterbender Beruf, da kaputte Schuhe eher weg geschmissen denn repariert werden. Mit hilfreichen Tipps von Freunden mache ich dann doch einen Schuhmacher ausfindig: In seiner düsteren Arbeitsstätte ohne Tageslicht, umgeben von alten Holzregalen voller Schuhe und Sohlen sitzt ein älterer Herr mit gebeugtem Rücken vor einer Holzwerkbank. Mit fachkundigem Blick untersucht er meine Schuhe: „Reparatur lohnt sich nicht“, diagnostiziert er. Das Leder würde auch bald  einreissen.

Jetzt müssen also neue her. Und diese sollen vegan sein. Denn auch wenn ich früher Lederschuhe gekauft habe – heute finde ich es unerträglich zu akzeptieren, dass für meine Kleidung und Schuhe Tiere unter Qual und Leid aufwachsen und getötet werden. Es geht einfach nicht, dass ich auf dem Bauernhof mit meinen Kindern die süßen Kälbchen streichle und später mit den Füßen in dessen abgezogene Haut schlüpfe. Das große Tierleid durch die Leder-Industrie ist vielen Verbrauchern gar nicht bewusst. Wer es wissen möchte, schaut bei PeTA genauer hin: leder.peta.de

In den Freiburger Läden werde ich nicht fündig. Also weiche ich ins Internet aus und erstehe mein neues Schuhpaar bei dem Online-Shop von COSMO VIVA – Schuhe für das Leben:

vegane-schuhe

Diese Schuhe sind wirklich der Hammer. Sie sehen aus wie Lederschuhe. Sie riechen nach Schuhcreme – wie Lederschuhe. Sie fühlen sich bequem an, haben Regen, Schnee, Sommerhitze und mehrere Tage Fachmesse in Köln überstanden.

Sie bestehen aus Veggie-Nappa. Das ist Viscosevlies auf Holzwolle-Basis, welcher durch eine spezielle Technik mit einem Synthetikstoff (PU) verbunden ist. Veggie-Nappa ist atmungsaktiv, weich, ähnlich dehn- und anpassungsfähig wie Leder und wirklich sehr pflegeleicht. Ich habe keine Probleme mit Wasserrändern. Zum Reinigen wische ich sie einfach mit einem feuchten Tuch ab.

Ich bin begeistert von meinen Schuhen, für die kein anderes Lebewesen leiden musste. Es kann so einfach sein! Bei COSMO VIVA gibt es neben Schuhen auch Gürtel und Handtaschen. Eine umfassende Liste weitere Online-Shops für vegane Schuhe hat TerraVeggia in seinem Blog: www.blog.terraveggia.de.

Es machen sich immer mehr Menschen Gedanken, wie sehr Tiere für Lederjacken, Ledersofas oder Schuhe leiden müssen. Und welchen hohen Umweltpreis wir alle für Leder bezahlen.

Was tun?

  • Vermeidet Lederprodukte. Es gibt so viele gute Alternativen!
  • Lest nach, was Leder für die Umwelt und die Tiere bedeutet: leder.peta.de
  • Lasst kaputte Schuhe reparieren. Das schont Ressourcen und hilft,  damit das alte Handwerk nicht ausstirbt.
  • Erzählt anderen davon – damit Leder-Alternativen sich durchsetzen.

Darwins Alptraum – Frischer Fisch aus Afrika

Ich habe gerade die Doku „Darwin’s Nightmare“ (Darwins Alptraum) gesehen. Ein wirklich erschütternder Film von Hubert Sauper. Über die Verlierer des Kapitalismus in Afrika.

Der mit 2 Metern Länge riesige Victoriabarsch (Nilbarsch) wurde 1960 in den Victoriasee als „Experiment“ ausgesetzt. Im Ergebnis wurden die meisten der vormaligen Fischarten von dem gefräßigen Neuankömmling verdrängt. Der Victoriasee steht heute vor dem Umkippen. Der bis zu 200kg schwere Raubfisch ist allerdings so lecker, dass ihn unsere Nahrungsmittel-Industrie als Wachstumsmarkt entdeckt hat. Und so fischen die Einheimischen nicht mehr für die eigenen Bäuche. Sondern für die von uns Europäern.

Lebensmitteln exportieren – Hilfsgütern importieren

Damit hat sich ein reger Flugverkehr zwischen Europa und Tansania eingestellt. Während Victoriabarsche per Flieger unter hohen Sozial- und Umweltkosten das Land verlassen, zieht in 2016 der Hunger wieder in Afrika ein. Das ist die direkte Folge des Klimawandels. Jetzt wäre der Fisch eine wichtige Eiweißquelle für die hungernden Menschen dort – wenn sie es sich denn leisten könnten. Können sie aber nicht.

Ist das nicht pervers? Die Fischer holen für uns Europäer täglich tausende Barsche gegen Hungerlöhne aus dem Wasser im Auftrag der großen Fischfabriken. Und die Bevölkerung wird von der UNO mit Lebensmitteln vor dem Verhungern bewahrt, die Menschen welche an den Ufern des Sees leben gehen in die Abhängigkeit, verarmen und verwahrlosen.

Das dazu Hubert Sauber:

Es ist [..] unglaublich aber wahr, dass, wo immer in einer relativ armen Gegend ein wertvoller Rohstoff entdeckt wird, die Menschen im Umfeld des neuen Reichtums elendig zugrunde gehen. Ihre Söhne werden zu Wächtern und Soldaten, ihre Töchter zu Dienerinnen und Huren. Es macht mich krank, diese sich wiederholende Geschichte immer wieder zu hören und zu sehen. (Hubert Sauper)

Sollten wir daran nicht etwas ändern, so dass die Afrikaner den Victoriabarsch selbst essen könnten, statt ihn nach Europa zu exportieren? Aber halt, da ist ja noch der Kapitalismus. Einige Europäer und wenige Afrikaner verdienen zu gut an dem Business. Deshalb darf das nicht sein. Also lieber Hungerprogramm der UNO starten. Und die Fischindustrie mit europäischen Förderprogrammen unterstützen. Es ist zum k… (sorry).

Verdient wird massiv. Denn ein Kilo Victoriabarsch verkauft sich auf dem Hamburger Fischmarkt für bis zu 25 Euro. Die Profiteure von dem Business sind die Mächtigen in Tansania, die Fabrikbesitzer, die Zulieferer und Transportunternehmen und unsere Lebensmittelindustrie. All diese verhindern, dass sich an den Zuständen etwas ändert: Kaum war Darwin’s Nightmare bekannt, wurden Menschen, welche den Film in Tansania unterstützt hatten, verfolgt und inhaftiert. Die Industrie leugnet einfach die Wahrheit des Films, so wie die „Deutsche See“ auf ihrer Webseite mit traumhaft schönen Bildern von Fischern auf dem See .

Hunger und Ungleichheit sind Nährboden für Gewalt. Davon gibt es in Afrika genug. Angeheizt wird das noch durch unsere Rüstungsexporte. Im Film wies einer der Piloten darauf hin, dass die Flugzeuge nicht wirklich Leer nach Tansania kommen würden. Sondern mit Waffen und Munition beladen seien. Deutschland ist übrigens der viertgrößte Rüstungsexporteur der Welt.

Aus ökologischer Sicht ist der Victoriasee laut einem taz-Bericht inzwischen so kaputt, dass der Fischbestand ständig abnimmt: „Das Wasser ist trüb von Algen. Es stinkt bestialisch, ist voller Parasiten, die Oberfläche von Hyazinthen bedeckt: Wie krank der ostafrikanische Victoriasee ist, sieht man auf den ersten Blick“. Als Reaktion darauf möchte die EU mit Hochtechnologie den See retten. Das ist Symptomatisch für unsere Gesellschaft – wir behandeln die Symptome, nicht die Ursachen. Auch wenn es inzwischen Nachhaltigkeits-Bestrebungen gibt – diese halte ich für Greenwashing. Es ist höchstens nachhaltige Ausbeutung.

Und so erzeugen wir durch unser „Business“ die Welle der Gewalt in Afrika – und die nächste Flüchtlingskrise. Alles Hausgemacht.

Wann endlich begreifen wir, dass Afrika kein Kontinent zum Ausplündern ist? Dass wir alle ein Teil dieser einen Erde sind?

Den Film gibt es bei Buch7Ecobookstore oder Amazon.

Was tun?

  • „Regionale Nahrungsmittel essen“ gilt auch für Fisch. Wenn Fisch, dann aus europäischen Gewässern. Und nicht aus Afrika.

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