Hoffnung

Die Welt befindet sich im Wandel. Es ist wunderschön, das zu erkennen. Weltumspannend bemühen sich Menschen um eine bewusstere Lebensweise, die wieder mit dem Wunder des Lebens verbunden ist. Es sind nicht nur GreenpeaceWWF oder Change.org. Es sind die Millionen von einzelnen Menschen, die sich weltweit aufmachen und ihren Lebensstil verändern. Sie verbünden sich in unzähligen regionalen Organisationen und berichten über ihre Wege in spannenden Weblogs.

Freudig erstaunt bin ich, dass auch die Verantwortlichen in den Regierungen auf die großen Probleme unserer Zeit reagieren. Neben Deutschland unternehmen weitere 194 Länder Anstrengungen, um die im „Pariser Abkommen“ vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Dieses Abkommen ist am 4. November 2016 in Kraft getreten. Wie beim Protokoll von Montreal, bei dem weltweit FCKW verboten wurde, entwickelt sich in der Menschheit quasi in letzter Sekunde die Einsicht, dass wir alle global handeln müssen – und können!

So ist es schön zu lesen, dass die Bundesregierung diesen riesigen Apparat „Deutschland“ ab 2050 klimaneutral umgestalten möchte. Dass ab 2020 keine Gas- und Ölöfen mehr erlaubt sein werden. Dass viele Unternehmen in Richtung Energie-Effizienz streben und Elektromobilität sowie Ökostrom deutlicher in den Fokus rücken.

Dabei ist die Klimaveränderung nur ein Symptom, aber nicht die Ursache der globalen Krankheit. Eine Ursache für die Klimaveränderung liegt in dem Wachstumsglauben unserer westlichen Welt. Und so finde ich es wunderbar, dass manche Unternehmen von diesem Glauben abrücken und erkannt haben, dass auch bewusstes Schrumpfen gesund sein kann. Stichworte dafür sind die Postwachstums-Ökonomie und die Gemeinwohl-Ökonomie.

Und auch bei den einzelnen Menschen verändert sich viel. Immer schneller nimmt die Zahl derjenigen zu, die sich für eine vegane Ernährung und Lebensweise entscheiden. Mehr als 1 Milliarde Menschen ernähren sich heute bereits vegetarisch-vegan. Täglich werden es mehr, in dem Wissen, dass die auf Fleisch und Milchprodukte aufbauende Ernährung schreckliches Leid für unsere Mitlebewesen bedeutet. Und dass Fleisch, Milch, Leder und jegliche andere Produkte mit tierlichen Bestandteilen mit eine der Hauptursachen für den Klimawandel und große Umweltschäden sind.

Es ist einfach schön, in dieser Zeit zu leben und diese alle Veränderungen zu mehr Bewusstheit bei so vielen Menschen zu sehen. Und ein Teil der globalen Bewegung zu sein. Jetzt kommt es auf uns an: Was brauchen wir wirklich, um zufrieden zu sein? In welcher Welt wollen wir Leben? Lasst sie uns gestalten!

Was tun?

  • Bewusstes Leben macht Freude und Sinn. Der erste Schritt ist der wichtigste – die anderen kommen uns dann viel leichter. Ich habe Vorschläge hin zu  einem nachhaltigeren Leben gesammelt, von denen einige sehr einfach in der Umsetzung sind. Auch wenn Ihr nur einen einzigen Aussucht und umsetzt, ist schon viel gewonnen.
  • Größere Veränderungen wie die zur veganen Ernährung werden von unbewussten inneren Widerständen verhindert. Häufige Ausreden sind: Zu aufwändig, keine Zeit, ungesund. Oft ist es eher die Angst, dann vom Umfeld nicht mehr akzeptiert zu werden. Mein Rat – mit kleinen Veränderungen austesten. Vielleicht mit einem veganen Gericht pro Woche anfangen…? Allein bei Chefkoch gibt es über 13.000 vegane Rezepte, meine kleine Liste findet Ihr auf meinem Vegan-Blog. Ach ja – bei der Umstellung Vitamin B12 nicht vergessen.

Wieso es so wichtig ist, dass wir Bio-Produkte kaufen!

„Bio liegt im Trend“ schrieb die Bundesregierung  im Jahr 2013. Und tatsächlich sind Bio-Produkte inzwischen überall erhältlich. Dennoch haben sich von allen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland nur etwa 8% dem ökologischen Landbau verschrieben. Laut Umweltbundesamt stagniert diese Zahl. Für einen Trend reichlich dünn.

Bio-Lebensmittel gelten als gesünder. Aber teurer. Und somit geben viele Käufer einer perfekt geformten billigeren Salatgurke aus „normaler“ (moderner, industrieller, intensiver) Landwirtschaft den Vorzug vor der schrumpeligen teureren Ökogurke. Diese befindet sich im Supermarkt in einem abgesonderten Bereich für teure Bio-Produkte. Oft noch in Plastikfolie verpackt, schwierig für alle, die auf Plastik verzichten möchten. Kein Wunder, dass Ökolandbau eine Randerscheinung bleibt.

Intensive Landwirtschaft: Monokulturen sichern hohe Erträge

Die intensive oder industrielle Landwirtschaft hat gerade in den Nachkriegsjahren zu einer unglaublichen Steigerung von Ertrag und Gewinn gesorgt. Unsere Supermärkte sind prallvoll mit diesen Produkten.

Diese Ertragssteigerung erfordert möglichst große Ackerflächen mit nur einer Pflanzensorte – also Monokulturen. Diese lassen sich hervorragend und sehr wirtschaftlich durch intensiven Einsatz von Landmaschinen be-ackern. Gleichzeitig wird dabei die benötigte Zahl von menschlichen Arbeitskräfte minimiert.

Monokulturen sind anfällig für Krankheiten und „Schädlinge“, dagegen helfen Pflanzenschutzmittel. Für den optimalen Ertrag bastelt die Agrar-Industrie fleißig am Saatgut herum, auch durch Gen-Technologie. Und teure Düngemittel geben dem Pflanzenwachstum einen deutlichen Wachstumsschub.

Monokulturen gibt es auch in der „Fleischproduktion“. Die Steigerung von Gewinn und Ertrag erfordert ein Maximum an Tieren auf einem Minimum an Stallfläche. Menschliche Arbeitskräfte werden durch den hohen Grad an Automatisierungen minimiert.

Durch die gedrängte Haltung sind die Tiere anfällig für Krankheiten und müssen mit Arzneimitteln wie Antibiotika geschützt werden. Durch Züchtung und Gentechnologie wird an einer Optimierung des Ertrags gearbeitet, dabei kommt dann das Turbo-Huhn oder die Turbo-Milchkuh heraus.

Tatsächliche Kosten der Lebensmittel

Die Produkte der intensive Landwirtschaft sind deutlich billiger als die aus dem Ökolandbau. Die dadurch das Nachsehen haben.

Das ist nicht fair! Würde unser Wirtschaftssystem alle Kosten der Lebensmittel-Produktion mit einberechnen, wären die Produkte der intensiven Landwirtschaft erheblich(!) teurer als die des Ökolandbaus.

Leider wird der größte Teil der entstehenden Kosten auf die Allgemeinheit – spricht: uns! – abgewälzt. Diese Kosten entstehen durch Umweltbelastung, Zerstörung des natürlichen Boden-Ökosystems, unwiederbringlichen Verlust von Artenreichtum, Belastung des Bodens mit Schwermetallen und bedenkliche Belastungen des Grund- und Trinkwassers bis hin zu negativen Auswirkungen auf die Ozonschicht. Gar nicht zu reden von dem großen Leid der Millionen sogenannten „Nutztiere“.

Wir bezahlen dafür nicht an der Kasse im Supermarkt. Sondern mit unserer Gesundheit, steigenden Kosten im Gesundheitssystem, teurerem Wasser, Steuererhöhungen, Verlust von Lebensqualität – und die Tiere, Pflanzen und Bodenlebewesen „bezahlen“ unfreiwillig mit.

Das alles für „billige“ Lebensmittel?

Beispielsweise vergiftet der intensive Einsatz von Düngemitteln unser Grundwasser. Die Entsorgung überschüssiger Gülle aus der Massentierhaltung auf den Feldern und Wiesen tut das ihre dazu: ein Drittel des Grundwassers in Deutschland ist dadurch laut Umweltbundesamt bereits verschmutzt bis ungenießbar.

Pflanzenschutzmittel töten nicht nur die Insekten oder Pilze. Sondern finden sich ebenfalls in Gewässern und in unseren Lebensmitteln wieder. So wurden Rückstände von Pestiziden in Salat, Gurken und schlussendlich in der Muttermilch gefunden. Das ökologische Gleichgewicht und die Artenvielfalt wird durch diese Gifte, durch Monokulturen und Düngemittel bedroht.

Wer Fleisch isst, nimmt nicht nur Stresshormone auf, sondern Antibiotika und andere Arzneimittel. Dass diese Stoffe auch in unserem Körper weiter ihre Wirkung tun, sollte eigentlich nicht verwundern. Oder?

Ökolandbau

Ökolandbau dagegen erhält eine vielfältige Landschaft und eine Vielfalt von Arten. Spannenderweise ist diese Art von eher „kleinteiligen“ Feldern mit regionalen und alten Arten für unsere Anpassung an den selbst verschuldeten Klimawandel wichtig. Die Risiken von Rückständen und multiresistenten Keimen ist deutlich verringert, weil die Bio-Produktion weitgehend  ohne Agrarchemikalien und ohne Einsatz von Antibiotika erfolgt.

Für uns alle sind Produkte aus Ökolandbau auf lange Sicht die preiswertere Alternative. Irgendwann werden uns die Folgekosten der industriellen Landwirtschaft über den Kopf wachsen. Und was dann?

Unsere Verantwortung!

Sind die Landwirte allein verantwortlich für diese Umweltzerstörung? Nein – solange wir Produkte aus industrieller Landwirtschaft kaufen, solange sind wir verantwortlich, dass die Felder und unser Grundwasser vergiftet wird!

Mit jedem Kauf eines „herkömmlichen“ Lebensmittels entscheide ich mich, die Umweltzerstörung durch intensive Landwirtschaft zu fördern.

Ob sich das jeder leisten kann, wird hitzig debattiert. Siehe Utopia.de „Bio essen kann jede/r sich leisten“ oder die Selbstversuche, angestoßen durch BIORAMA. Meine Empfehlung ist: Wer kann, der sollte. Umso öfter, desto besser.

Was tun?

  • Bevorzugt regionale Bio-Produkte, wann immer es geht (und sie nicht in Plastik verpackt sind)
  • Kauft auf Wochenmärkten ein. Bevorzugt dort Demeter oder Bioland. Fragt nach, wie die Produkte angebaut werden – also wie nahe die Produktion an Ökolandbau ist.
  • Viele Bauernhöfe haben einen Hofladen. Auch wenn kein Bio drauf steht könnte doch viel Bio drin sein. Auch hier gilt: Einfach nachfragen.

 

Lederschuhe ohne Leder. Tierleidfrei.

Wenn ich zu geschäftlichen Anlässen eine Anzugshose trage, kombiniere ich diese mit schwarzen Lederschuhen. Diese haben mir einige Jahre treue Dienste geleistet – jetzt ist Sohle eingerissen. Wer das schon einmal hatte weiss, wie unangenehm das bei Regenwetter wird: Dann sind nasse Füße angesagt.

Also mache ich mich auf, sie reparieren zu lassen. Das gestaltet sich nicht so einfach. Denn das Schuhmacherhandwerk ist ein aussterbender Beruf, da kaputte Schuhe eher weg geschmissen denn repariert werden. Mit hilfreichen Tipps von Freunden mache ich dann doch einen Schuhmacher ausfindig: In seiner düsteren Arbeitsstätte ohne Tageslicht, umgeben von alten Holzregalen voller Schuhe und Sohlen sitzt ein älterer Herr mit gebeugtem Rücken vor einer Holzwerkbank. Mit fachkundigem Blick untersucht er meine Schuhe: „Reparatur lohnt sich nicht“, diagnostiziert er. Das Leder würde auch bald  einreissen.

Jetzt müssen also neue her. Und diese sollen vegan sein. Denn auch wenn ich früher Lederschuhe gekauft habe – heute finde ich es unerträglich zu akzeptieren, dass für meine Kleidung und Schuhe Tiere unter Qual und Leid aufwachsen und getötet werden. Es geht einfach nicht, dass ich auf dem Bauernhof mit meinen Kindern die süßen Kälbchen streichle und später mit den Füßen in dessen abgezogene Haut schlüpfe. Das große Tierleid durch die Leder-Industrie ist vielen Verbrauchern gar nicht bewusst. Wer es wissen möchte, schaut bei PeTA genauer hin: leder.peta.de

In den Freiburger Läden werde ich nicht fündig. Also weiche ich ins Internet aus und erstehe mein neues Schuhpaar bei dem Online-Shop von COSMO VIVA – Schuhe für das Leben:

vegane-schuhe

Diese Schuhe sind wirklich der Hammer. Sie sehen aus wie Lederschuhe. Sie riechen nach Schuhcreme – wie Lederschuhe. Sie fühlen sich bequem an, haben Regen, Schnee, Sommerhitze und mehrere Tage Fachmesse in Köln überstanden.

Sie bestehen aus Veggie-Nappa. Das ist Viscosevlies auf Holzwolle-Basis, welcher durch eine spezielle Technik mit einem Synthetikstoff (PU) verbunden ist. Veggie-Nappa ist atmungsaktiv, weich, ähnlich dehn- und anpassungsfähig wie Leder und wirklich sehr pflegeleicht. Ich habe keine Probleme mit Wasserrändern. Zum Reinigen wische ich sie einfach mit einem feuchten Tuch ab.

Ich bin begeistert von meinen Schuhen, für die kein anderes Lebewesen leiden musste. Es kann so einfach sein! Bei COSMO VIVA gibt es neben Schuhen auch Gürtel und Handtaschen. Eine umfassende Liste weitere Online-Shops für vegane Schuhe hat TerraVeggia in seinem Blog: www.blog.terraveggia.de.

Es machen sich immer mehr Menschen Gedanken, wie sehr Tiere für Lederjacken, Ledersofas oder Schuhe leiden müssen. Und welchen hohen Umweltpreis wir alle für Leder bezahlen.

Was tun?

  • Vermeidet Lederprodukte. Es gibt so viele gute Alternativen!
  • Lest nach, was Leder für die Umwelt und die Tiere bedeutet: leder.peta.de
  • Lasst kaputte Schuhe reparieren. Das schont Ressourcen und hilft,  damit das alte Handwerk nicht ausstirbt.
  • Erzählt anderen davon – damit Leder-Alternativen sich durchsetzen.

Darwins Alptraum – Frischer Fisch aus Afrika

Ich habe gerade die Doku „Darwin’s Nightmare“ (Darwins Alptraum) gesehen. Ein wirklich erschütternder Film von Hubert Sauper. Über die Verlierer des Kapitalismus in Afrika.

Der mit 2 Metern Länge riesige Victoriabarsch (Nilbarsch) wurde 1960 in den Victoriasee als „Experiment“ ausgesetzt. Im Ergebnis wurden die meisten der vormaligen Fischarten von dem gefräßigen Neuankömmling verdrängt. Der Victoriasee steht heute vor dem Umkippen. Der bis zu 200kg schwere Raubfisch ist allerdings so lecker, dass ihn unsere Nahrungsmittel-Industrie als Wachstumsmarkt entdeckt hat. Und so fischen die Einheimischen nicht mehr für die eigenen Bäuche. Sondern für die von uns Europäern.

Lebensmitteln exportieren – Hilfsgütern importieren

Damit hat sich ein reger Flugverkehr zwischen Europa und Tansania eingestellt. Während Victoriabarsche per Flieger unter hohen Sozial- und Umweltkosten das Land verlassen, zieht in 2016 der Hunger wieder in Afrika ein. Das ist die direkte Folge des Klimawandels. Jetzt wäre der Fisch eine wichtige Eiweißquelle für die hungernden Menschen dort – wenn sie es sich denn leisten könnten. Können sie aber nicht.

Ist das nicht pervers? Die Fischer holen für uns Europäer täglich tausende Barsche gegen Hungerlöhne aus dem Wasser im Auftrag der großen Fischfabriken. Und die Bevölkerung wird von der UNO mit Lebensmitteln vor dem Verhungern bewahrt, die Menschen welche an den Ufern des Sees leben gehen in die Abhängigkeit, verarmen und verwahrlosen.

Das dazu Hubert Sauber:

Es ist [..] unglaublich aber wahr, dass, wo immer in einer relativ armen Gegend ein wertvoller Rohstoff entdeckt wird, die Menschen im Umfeld des neuen Reichtums elendig zugrunde gehen. Ihre Söhne werden zu Wächtern und Soldaten, ihre Töchter zu Dienerinnen und Huren. Es macht mich krank, diese sich wiederholende Geschichte immer wieder zu hören und zu sehen. (Hubert Sauper)

Sollten wir daran nicht etwas ändern, so dass die Afrikaner den Victoriabarsch selbst essen könnten, statt ihn nach Europa zu exportieren? Aber halt, da ist ja noch der Kapitalismus. Einige Europäer und wenige Afrikaner verdienen zu gut an dem Business. Deshalb darf das nicht sein. Also lieber Hungerprogramm der UNO starten. Und die Fischindustrie mit europäischen Förderprogrammen unterstützen. Es ist zum k… (sorry).

Verdient wird massiv. Denn ein Kilo Victoriabarsch verkauft sich auf dem Hamburger Fischmarkt für bis zu 25 Euro. Die Profiteure von dem Business sind die Mächtigen in Tansania, die Fabrikbesitzer, die Zulieferer und Transportunternehmen und unsere Lebensmittelindustrie. All diese verhindern, dass sich an den Zuständen etwas ändert: Kaum war Darwin’s Nightmare bekannt, wurden Menschen, welche den Film in Tansania unterstützt hatten, verfolgt und inhaftiert. Die Industrie leugnet einfach die Wahrheit des Films, so wie die „Deutsche See“ auf ihrer Webseite mit traumhaft schönen Bildern von Fischern auf dem See .

Hunger und Ungleichheit sind Nährboden für Gewalt. Davon gibt es in Afrika genug. Angeheizt wird das noch durch unsere Rüstungsexporte. Im Film wies einer der Piloten darauf hin, dass die Flugzeuge nicht wirklich Leer nach Tansania kommen würden. Sondern mit Waffen und Munition beladen seien. Deutschland ist übrigens der viertgrößte Rüstungsexporteur der Welt.

Aus ökologischer Sicht ist der Victoriasee laut einem taz-Bericht inzwischen so kaputt, dass der Fischbestand ständig abnimmt: „Das Wasser ist trüb von Algen. Es stinkt bestialisch, ist voller Parasiten, die Oberfläche von Hyazinthen bedeckt: Wie krank der ostafrikanische Victoriasee ist, sieht man auf den ersten Blick“. Als Reaktion darauf möchte die EU mit Hochtechnologie den See retten. Das ist Symptomatisch für unsere Gesellschaft – wir behandeln die Symptome, nicht die Ursachen. Auch wenn es inzwischen Nachhaltigkeits-Bestrebungen gibt – diese halte ich für Greenwashing. Es ist höchstens nachhaltige Ausbeutung.

Und so erzeugen wir durch unser „Business“ die Welle der Gewalt in Afrika – und die nächste Flüchtlingskrise. Alles Hausgemacht.

Wann endlich begreifen wir, dass Afrika kein Kontinent zum Ausplündern ist? Dass wir alle ein Teil dieser einen Erde sind?

Den Film gibt es bei Buch7Ecobookstore oder Amazon.

Was tun?

  • „Regionale Nahrungsmittel essen“ gilt auch für Fisch. Wenn Fisch, dann aus europäischen Gewässern. Und nicht aus Afrika.

Weitere Links:

 

Die Welt ist friedlicher – ohne Fernsehen!

Wenn man die Fernseh-Nachrichten anschaut, scheint klar: Die Welt ist voller tödlicher Gewalt: IS-Terror. Anschläge. Bürgerkriege. Amokläufe. Gewalt und Todschlag in den Nachrichten ebenso wie in vielen Fernsehfilmen. Sogar im Kinderprogramm wird das Böse bekämpft.

Auf Amnesty International habe ich ein wunderbares Interview gelesen mit Prof. Steven Pinker, der zu den massgeblichen Intellektuellen der USA zählt. Prof. Pinker zählt Beweise für den Rückgang von Gewalt auf mit denen er belegt, dass unsere Welt so friedlich und sicher wie noch nie in der Menschheitsgeschichte war!

Wir dürften heute in der friedlichsten Epoche leben, seit unsere Spezies existiert.(Prof. Steven Pinker)

Und dennoch – immer mehr Deutsche haben Angst um ihre Sicherheit und würden sich angeblich einen kleinen Waffenschein besorgen.

Unser Zerrbild wird gefüttert mit Meldungen aus den Medien! Schlagzeilen machen schreckliche Vorfälle. Für die Medien gibt es doch kaum etwas Besseres als etwas Schreckliches. Die Medien allerdings sind nicht „Schuld“ daran. Sondern – wie bei allem – wir Medien-Konsumenten! Solange die Medien mit den möglichst schlimmen Meldungen die höchste Aufmerksamkeit genießen, erzeugen wir damit eine auf das Negative fokussierte Berichterstattung. 

Tatsächlich ist das Risiko, eines gewaltsamen Todes zu sterben so gering wie noch nie. Und das, obwohl wir immer mehr Menschen werden. Woran liegt das? An sehr vielen Faktoren, die wichtigsten sind Demokratie, Bildung, Wissen und Handel.

Ich bin der Meinung, dass sich die Menschheit insgesamt in einem Reifeprozess befindet. Wir bewegen uns weg von dem „Klein-Klein“-Denken mit seinem Gewaltpotenzial. Und hin zu einem Empfinden als Weltbürger, als Mensch. Als Mensch egal welcher Religion oder Nationalität, haben wir alle das selbe globale Umweltproblem mit einem inzwischen so grassierendem Ausmaß, dass die Differenzen zwischen den Religionen oder Staaten, dass Streben nach Macht, Reichtum und medialer Aufmerksamkeit dagegen einfach lächerlich wirken.

Früher habe ich jeden Tag Tagesschau-Nachrichtensendungen konsumiert. Dort nimmt die Gewalt zwischen Menschengruppen einen großen Anteil ein. Und zankende Politiker. Diese Art Nachrichten erschaffen ein negatives Weltbild.

Wo ist das Schöne? Wo ist die positive Entwicklung der Menschheit – die es wirklich gibt? Was von diesen vielen Nachrichten betrifft mich wirklich persönlich?

Heute zum Beispiel auf Tagesschau.de, die Topp-News: „Türkei zieht Botschafter aus Wien ab!“ Na ja, der Botschafter wird schon irgendwo anders unterkommen. Das betrifft mich nicht persönlich.„Sarkozy will Präsident werden!“ – muss ich mir darüber Gedanken machen? In Frankreich kann ich nicht wählen. „Kämpfe in Kundus. Eine Stadt in Angst!“. Es macht mich traurig, dass die Menschen dort Angst haben. Weil mir Friede und Harmonie wichtig ist. Aber ich kann ihnen leider nicht helfen. „Richter stoppt Obamas Toiletten-Vorgabe!“. Mal was lustiges – aber ist das wichtig?

Was mich wirklich betrifft sind Nachrichten, die hier nicht erscheinen. Beispielsweise die Belastung Deines und meines Körpers durch Umweltgifte. Wie Glyphosat. Da betrifft mich die Nachricht sehr, dass unsere Kanzlerin Seite an Seite mit Monsanto für Glyphosat kämpfen will – das kommt allerdings nicht in den Mainstream. Oder das große Bienensterben – eine globale Bedrohung für die Ernährung der Menschheit. Der Klimawandel mit seinen für Dich und mich direkt spürbaren Folgen. Das Artensterben. Ressourcenknappheit durch die wachsende Weltbevölkerung betrifft Dich und mich. Und noch viel mehr…

Schön finde ich die vielen positiven Berichte. Die so gut wie nie in den offiziellen Nachrichten auftauchen. Wie diese von Prof. Pinker, dass unsere Zivilisation immer friedlicher wird. Dass immer mehr Menschen aus Mitgefühl für die anderen Lebewesen auf der Erde sich für eine vegetarische oder sogar vegane Ernährung entscheiden. Dass immer mehr Menschen auf Ökostrom umstellen und so etwas fürs Klima tun. Dass es immer mehr Menschen wichtig ist, Bio-Produkte zu kaufen. Dass wir Menschen es geschafft haben, weltweit das Ozonschädliche FCKW zu verbieten – das ist doch mal ein Hammer!

Der buddhistische Zen-Meister Thich Nhat Hanh hat geraten, sich aus dem Konsum von Gewalt der Medien zu verabschieden und sich nicht diesem Zerrbild hinzugeben. Nachrichten, die mich betreffen, würden mich von selbst erreichen. Und dass wir uns verabschieden vom Konsum von Gewalt in den Medien, allen voran die vielen Filme im Fernsehen, bei denen es um subtile oder offene Gewalt geht.

Diesem Rat bin ich vor zwei Jahren gefolgt. Inzwischen ist der Fernseher verkauft. Zeitungen nutze ich nur noch um den Biomülleimer auszukleiden. Radio höre ich keines mehr, seit Emlar Hörig den SWR3 verlassen hat. Aus dem aufgeregten Online-Dienste „Twitter“ bin ich ausgestiegen. Facebook ist ein in den Hintergrund getretenes Medium zum Verbreiten von meinen Meldungen.

Uninformiert fühle ich mich dennoch nicht. Meine Informationsquellen sind meine soziale Umgebung, die Blogspähre mit tausenden von engagierten Bloggern, einige Newslettern mit für mich wichtigen Themen, verschiedene Internet-Seiten – und natürlich aktive Online-Recherchen wenn mich ein Thema interessiert.

Ehrlich gesagt fühle ich mich wohl in einer friedlicheren Welt.

Was tun?

  • Probiert es aus – verabschiedet Euch für einige Zeit von der Gewalt im Fernsehen. Schaut nur noch schöne Sendungen die Euch wirklich berühren. Und genießt ansonsten die gewonnene Lebenszeit.

 


Titelbild: Lee Jordan / CC-BY-SA-3.0

Das Flugzeug mal am Boden lassen…

Auf Flughäfen fasziniert mich immer wieder, dass es ein Flugzeug mit all den vielen Menschen in seinem Bauch es schafft, sich kraftvoll vom Boden zu lösen und hoch in die Lüfte zu erheben. Weltweit geschieht das täglich fast 100.000 mal. Allein im Juni 2016 waren das drei Millionen Starts!

Das braucht viel Energie. Diese wird durch Verbrennung von Flugbenzin – dem Kerosin – in den Turbinen erzeugt. Jeden Tag verbrennen Flugzeuge eine Milliarde Liter Kerosin! Eine Milliarde Liter Kersosin. Jeden Tag! Und es wird immer mehr – der Flugverkehr wächst jährlich um 3 Prozent.

Leider ist das Fliegen auch eines der umweltsündigsten Verkehrsmittels welche uns erlaubt, unsere persönliche Klimabilanz eindrucksvoll zu ruinieren: Pro Flugkilometer entstehen 211 Gramm Kohlendioxid. Bei einem Flug von Frankfurt in die Dominikanische Republik kommen 2,8 Tonnen zusammen. Das ist fast das Dreifache dessen, was ein Mensch in einem ganzen Jahr verursachen dürfte, damit unser Weltklima einigermaßen stabil bleibt. Dazu kommen Stickoxide, Ozon, Sulfate und Ruß.

Das Kritische dabei: Die Schadstoffe wirken in den Flughöhen dreimal schädigender auf das Weltklima wie unten am Boden. Zudem verbleiben sie dort durchschnittlich ein Jahr bis es zum Absinken kommt. Dann haben wir den Dreck auf unseren Feldern.

Fliegen ist ein Milliarden-Geschäft mit einer starken Lobby. Und das mit Erfolg: Internationale Flüge sind Mehrwertsteuerfrei. Wir Steuerzahler überweisen satte Beihilfen für Flughäfen. Und wie sonst erklärt sich, dass das Flugbenzin seit 1944 von der Mineralölsteuer befreit ist?  Alle paar Jahrzehnte ist das Thema „Kersosinsteuer“ zaghaft auf der politischen Bühne – um kurz darauf wieder zu verschwinden. Eine mutige und umweltfreundliche Politik steuert anders.

Dabei würde eine faire Besteuerung Bus und Bahn wieder im Vergleich zum Fliegen attraktiver machen. Oder umweltfreundlichen Antrieben einen Auftrieb geben. Wie Flugzeugen mit Elektro-Antrieb. Auf die dürfen wir uns dann in 30 Jahren freuen.

Bis dahin helft der Erde, indem ihr Flüge vermeidet. Oder zumindest bei der Reise-Buchung nach einer Möglichkeit zum CO2-Ausgleich fragt (siehe meinen Artikel zur Klimakompensation). Damit wird Fliegen zwar nicht sauber, ihr erkauft der Erde jedoch Zeit, bis die Menschheit diese Herausforderung wirklich nachhaltig gelöst hat.

Wir schaffen das! Was tun?

 


Titelbild: Roland Zumbühl / CC-BY-SA-3.0

Heilen wir unsere Ozon-Schutzschicht!

Im Jahr 1986 wurde zum ersten Mal ein saisonales „Loch“ in der Ozonschicht über der Antarktis entdeckt. Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, wie das Thema  „Ozonloch“ danach fast täglich in den Medien geisterte?

Wird die Ozonschicht dünner, gelangt mehr UV-B-Strahlung auf die Erde. Die Sonnenanbeter unter uns werden schneller braun bis rot. Die Fälle von Hautkrebs häufen sich. Insgesamt wird unser Immunsystem geschwächt und es treten mehr Gendefekte auf. Für die Wasserbewohner sind die Folgen gravierend, denn UV-B zerstört mit dem Plankton den Ausgangspunkt der Nahrungskette in den Ozeanen. Und für uns Landbewohner kommt es zu verringerten Ernteerträgen, da viele Pflanzen durch höhere UV-B-Strahlung schlechter wachsen.

Damals verging kein Tag in den Medien ohne neue Ozonloch-Schreckensnachrichten. Die Pharma-Industrie half aus durch neue Sonnencremes mit höheren UV-Schutzfaktoren.

Die Menschheit KANN sich zusammen tun und ändern!

Politiker und Wissenschaftler rauften sich ob dieser Schreckensszenerien zusammen. Erstaunlicherweise blieb es nicht nur bei Gerede und Schuldzuweisungen. Sondern es wurde tatsächlich etwas unternommen: Im Montrealer Protokoll von 1987 verbieten die Vereinten Nationen die Herstellung und Verwendung von Substanzen, welche die Ozonschicht schädigen. Weltweit machen 197 Staaten mit. Und so wurde die Zunahme von neuem FCKW in der Atmosphäre drastisch reduziert.

Mir macht das Mut: Bei großen Bedrohungen können wir Menschen uns global zusammen rotten und tatsächlich etwas Positives erreichen (auch wenn wir erst dann konsequent handeln, wenn es fast zu spät ist und der entstandene Schaden bedrohliche Ausmaße angenommen hat…)!

Gefahr gebannt?

Die Welt atmete auf. Aus den Medien verschwand das Ozonloch.

Nüchtern betrachtet ist es für uns und alle anderen Lebewesen auf der Erde nicht wichtig, ob das Ozonloch sich schließt oder nicht. Wichtiger ist die Gesundheit unserer gesamte Ozon-Schutzhülle unseres Planeten. Und der geht es nicht gut: Alle 10 Jahre nimmt die Ozonschicht in der Stratosphäre um über 3% ab. Die UV-B-Belastung nimmt um etwa den gleichen Faktor zu.

Während also unsere Schutzhülle immer dünner wird, leisten Wissenschaftler sich einen Streit, ob sich das Loch schließt oder nicht: Im März 2015 schreckt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit der Nachricht auf, dass das Ozonloch die größte Ausdehnung seit dem Rekordjahr 2006 habe! Es soll mit etwa 26 Mio. Quadratkilometern mehr Raum einnehmen als ganz Nordamerika. Im Sommer 2016 verwirrt ein Spiegel-Bericht mit der genau gegenteiligen Behauptung, dass sich das Ozonloch langsam schließt.

Klar, dass die Politiker zu verwirrt sind, um neue Maßnahmen zu beschließen. Die wären aber dringend notwendig. Und zwar sofort – denn wenn wir abwarten bis wir wissen was stimmt, ist es zu spät.

Wie dringend ein schnelles Handeln ist, zeigt das Beispiel FCKW: Seit dem Montrealer Protokoll und den weltweiten Anstrengungen kommt zwar wirklich wenig neues FCKW in die Atmosphäre. Allerdings ist es damit nicht verschwunden, denn es hat eine Lebensdauer bis zu 85 Jahren. Das FCKW aus dem Jahr 1987 wird somit bis 2072 weiterhin sein Unwesen treiben.

Mit Lachgas ist nicht zu spaßen!

Und: FCKW nicht das einzige Klimagas, welches unsere Ozonschicht angreift. Heute spielt in der Stratosphäre das Lachgas trotz seines lustigen Namens eine traurige Rolle. Denn dieses Gas mit der chemischen Bezeichnung Distickstoffmonoxid (N2O) ist die heute größte Gefahr für die Ozonschicht! Beim Montrealer Protokoll wurde es leider vergessen.

Biokraftwerke und Verbrennung von Biomasse lassen N2O entstehen. Es entströmt den Auspuffen von Autos mit Katalysator. Größter Verursacher ist allerdings unsere intensive Landwirtschaft mit ihrem Einsatz von künstlichem Dünger. Jedes Jahr blasen wir zehn Millionen Tonnen Lachgas in die Atmosphäre. Und das mit Langzeitwirkung: Lachgas hat in der Atmosphäre eine Lebensdauer von 150 Jahren!

Laut dem DLR könnte die Entwicklung des Ozonlochs in Zukunft durch Bromverbindungen beeinflusst werden. Nach aktuellem Kenntnisstand ist eine Einschätzung dieser Problematik derzeit noch nicht möglich. Wie wir inzwischen wissen sollten wir handeln, bevor es zu spät ist.

 

Wir schaffen das!

So haben Bemühungen, eine wachsende Menschheit zu ernähren, durch den Abbau von Ozon genau den gegenteiligen  Effekt. FCKW in den Kühlschränken. Lachgas aus künstlichem Dünger. Das Treibhausgas Methan aus der Milch- und Fleisch-Wirtschaft heizen die Erde an. Wir Menschen verändern die Atmosphäre der Erde, zum Nachteil von uns und allen Lebewesen.

Aber wir können auch anders – das haben wir durch unsere Anstrengungen von 1987 bewiesen.

Helft mit!

  • Kaufe bevorzugt Bio-Produkte. Denn sie setzen kein N2O durch künstlichen Dünger frei.
  • Lasse das Auto im öfters stehen, das vermeidet das klimagiftige Lachgas.
  • Verzichte immer wieder auf Fleisch- und Milchprodukte. Damit kommt weniger Methan in die Ozonschicht. Lies dazu Fleisch: Die Grillsaison für unser Klima.

Der Welt Zeit gewinnen – Klimakompensation

Dem Klima unserer Erde geht es nicht besonders gut. Der CO2-Gehalt steigt seit der Industrialisierung bedenklich an. Die Folgen sind deutlich sichtbar – und ich mache fleißig mit.

Denn schädliche Klimagase blase ich bei jeder Autofahrt in die Umwelt. Der Konsum jeder neuen Ware hat durch ihre Produktion eine stinkende Giftwolke verursacht. Ganz zu schweigen von Flugreisen, die so starke Auswirkungen haben dass ich dieses Verkehrsmittel aus meinem Repertoire gestrichen habe. Und nicht zu vergessen die Viehwirtschaft (darüber habe ich in einem älteren Artikel geschrieben).

Allerdings möchte ich nicht alles aus meinem Leben streichen um Klimaneutral zu werden. Natürlich ist nicht jede Autofahrt absolut notwendig. Aber einige kann ich verdammt gut begründen, auch wenn mein schlechtes Umweltgewissen mit fährt.

Und so hat eben dieses schlechte Umweltgewissen mich dazu gebracht, mich mit dem Thema „Ausgleich von Klimaverschmutzung“ auseinander zu setzen. Fachleute nennen das „Freiwillige Kompensation“. Über acht Prozent der Deutschen haben sich damit auch schon beschäftigt und mindestens einmal ihre Emissionen durch Klimaschutzprojekte „abgegolten“. Flugreisende können das beispielsweise direkt beim Reiseanbieter oder der Fluggesellschaften machen.

Moderner Ablasshandel – Freiwillige Kompensation

Dieses „Abgelten“ funktioniert ähnlich dem Ablasshandel im Mittelalter: Geld bezahlen, Klimasünden getilgt. In unserer modernen Zeit ist es nicht die Kirche, sondern es sind auf  Klimakompensation spezialisierte Organisationen. Den Beichtstuhl ersetzen sie durch  Online-Rechner, mit denen sie die Anzahl von zu kaufenden Klimazertifikaten berechnen. Je nach Organisation kostet so ein Zertifikat zwischen 10  bis 60 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent.

Diese Organisationen bieten typischerweise drei Möglichkeiten, was mit meinem Geld passieren soll:

Renaturierung: Es werden Bäume angepflanzt oder trocken gelegte Moore wieder vernässt. Beide sind tolle CO2-Senken. Das bedeutet, sie lagern die durch mich in die Umwelt gebrachte Menge an Kohlendioxid ein. Diese Renaturierung ist nicht nur toll fürs Klima, sondern es freuen sich viele Tiere über ihren zurück gewonnenen Lebensraum.

Projekte zur Klimaverbesserung: Mein Geld fließt in Projekte, die Klimagase einsparen. Beispielsweise werden damit in Ländern wie Afrika oder China Windkraftanlagen gebaut. Dadurch haben die Menschen dort sauberen Strom und brauchen für ihren steigenden Bedarf nicht noch mehr Kohle oder Diesel verfeuern. Dem Weltklima ist es egal, ob eine in Deutschland begangene Umweltsünde in China ausgeglichen wird. Somit sind die meisten Angebote zum Ausgleichen auch sehr International.

Zertifikate „verteuern“: Es werden Verschmutzungsrechte der Industrie aufgekauft und vernichtetEs gibt nämlich eine unfreiwillige Kompensation in 39 der 194 Ländern der Welt. Dort bestimmen Gesetzte, dass industrielle Klimasünder ihre Luftverschmutzung durch Klimazertifikate wieder ausgleichen müssen. Wenn nun solche Zertifikate gekauft und vernichtet werden, können diese nicht mehr für neue Luftverschmutzungen herhalten. Die verbleibenden Zertifikate werden nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage teurer.

Kritik.

Wurden die Sünden im Mittelalter wirklich getilgt? Und wie verhält es sich mit unsere heutigen Klimasünden? Wer profitiert eigentlich davon?

Nachhaltig ist eine Klimakompensation nur, wenn die Sünden für immer ausgeglichen werden. Und das sind sie definitiv nicht!

Denn Bäume werden irgendwann wieder abgeholzt. Oder verbrennen im trockenen Sommer. Wenn nicht in zehn Jahren, dann vielleicht in hundert. Zumal es sowieso nicht genug Waldfläche gibt, um die Klimasünden der Menschheit auszugleichen. Moore werden wieder trocken gelegt, wenn die Fläche gebraucht wird. Hat die Industrie keine Klimazertifikate mehr oder wird es ihr zu teuer („Wettbewerbsnachteil“), dann werden unsere Politiker der Industrie neue Zertifikate drucken lassen. Oder den Ablasshandel aussetzen.

Es ist egal, wann meine Klimasünden wieder frei gesetzt werden. Selbst wenn es nur in hundert Jahren wäre – Angesichts des Alters der Erde nur ein Augenzwinkern später. Aus Sicht der nächsten Generationen reine Augenwischerei.

Es ist auch klar, dass nicht alles Klimageld beim Klima ankommt. Denn verdienen möchten am Ablasshandel viele. Wie die Erdöl-Gesellschaft, die mir den sündige Sprit beschafft. Die Mitarbeiter einer Ablass-Organisation wie AtmosFair oder Prima-Klima. Die wollen natürlich auch leben. Und am Ende die Menschen, welche sich an einem Aufforstungsprojekt beteiligen. Verdient hat wohl auch derjenige welcher früher die Bäume abgeholzt hat, die ich jetzt wieder anpflanzen lasse. Nicht zu vergessen der Staat, der sowohl bei den abgeholzten Bäumen, beim Sprit als auch bei der Wiederaufforstung seine Steuern kassiert.

Allein Nachhaltig ist der Bewusstseinswandel!

Nachhaltig ist ausschließlich ein Bewusstseinswandel zu einem achtsamen Lebensstil. Nur wenn wir Menschen es schaffen, freundlich und achtsam mit der Erde umzugehen, werden wir es schaffen, das Weltklima und damit die Lebensgrundlage von uns und allen anderen Lebewesen auf diesem Planeten nicht weiter zu schädigen.

Bis dahin ist es ein weiter Weg.

Der viel Zeit benötigt. Während dessen kann die freiwillige Kompensation das akute Klimaleiden des Planeten milden. Und sie schafft bei allen ein im Geldbeutel spürbares Gefühl für ihre persönliche Auswirkungen auf das Klima. In unserer kapitalistischen Gesellschaft nicht zu vernachlässigen.

Ich persönlich möchte nicht bei einer der Kompensations-Organisationen Zertifikate kaufen. Lieber spende ich mein Geld an vertrauenswürdigen Non-Profit-Organisationen, die sich diesem Bewusstseinswandel verschrieben haben. Das sind für mich Organisationen aus dem Bereich Umweltschutz, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit.

Und arbeite weiter an meinem persönlichen achtsameren Lebensstil…

Was tun?

 


Titelbild: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1228-300 / CC-BY-SA-3.0

Achtsames Wegwerfen

Wir werfen täglich viele Dinge achtlos weg. Das ist schon bequem – ab in den Müll, aus den Augen, aus dem Sinn. Mein Großvater, der im Weltkrieg den Mangel kennen gelernt hatte, schüttelte darüber voller Unverständnis den Kopf und sprach abwertend über die Wegwerfgesellschaft.

Für die Wirtschaft sind diese Wegwerfprodukte eine super Sache. Einmal gebraucht, weg geworfen, neu gekauft. So brummt der Laden. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir nicht einmal auf die Idee kämen, diese Dinge mehrfach zu gebrauchen selbst wenn das durchaus möglich wäre. Wir sind auf Wegwerfen getrimmt.

Und so landet im Müll, was mit großem Aufwand hergestellt wurde. Vieles davon glauben wir sei nicht vermeidbar. Beispielsweise Produktverpackungen, die mit Pappe und Plastik das neue gekaufte Produkt umhüllen und zelebrieren. Oder die Styropor-Box zum Warmhalten von Fast-Food-Essen. Getränkebecher vom Coffee-to-Go. Für unsere Partygäste die Papierservietten, Pappteller und Plastikbecher. Einweg-Flaschen aus Plastik oder Glas. Die Getränkedosen für das Feierabendbier oder die Coca-Cola. Einmalrasierer. Papierhandtücher…

Das alles schmeißen wir nach dem Gebrauch weg.

Wo ist der Ort, der „weg“ heisst?

Nur: Es gibt keinen Ort auf der Welt, der „weg“ heißt. Es bleibt alles auf unserer Erde.

Damit der unansehnliche Müllhaufen nicht stört, wird er thermisch aufbereitet (verbrannt) oder stofflich wiederverwertet. Letzteres meistens als Down-Cycling, selten gibt es echtes Recycling. Alle Verwertungen sind mit Aufwand, Umweltgiften und oft hohem Energieverbrauch verbunden. Auch wenn uns der „Grüne Punkt“ ein reines Umweltgewissen machen möchte: Nur Vermeidung ist nachhaltig.

Viele dieser Wegwerfdinge kosten fast nichts obwohl sie mit hohem Aufwand hergestellt wurden. Ihre Produktion bedeutet eine unvorstellbare Umweltbelastung. Getränkedosen sind aus Weissblech und Alu. Die Förderung von Aluminium, Eisenerz und Zinn hinterlässt tiefe Krater und Massen an giftiger Erde. Von der sozialen Ausbeutung der Arbeiter ganz zu schweigen.

Für das Einweg-Partybesteck und den Plastikdeckel eines Coffee-to-Go wird Erdöl gefördert, raffiniert, daraus Plastik-Granulat produziert und in die gewünschte Form geschmolzen. Wahnsinnig viel Energie und Umweltgifte.

Wir nutzen die Getränkedose, das Partybesteck und den Plastikdeckel nur wenige Minuten. Dann landet alles in den Müll.

Wie achtsames Wegwerfen funktioniert

Was können wir tun? So seltsam es klingen mag: Achtsames Wegwerfen praktizieren! Wir werden uns dadurch bewusst, was wir wirklich „weg“ werfen. Dadurch wächst ganz von alleine der Wunsch, Müll zu vermeiden und achtsamer mit der Erde umzugehen.

Und das geht so: Jedes mal bevor wir etwas in den Müll werfen, werden überlegen wir kurz, was wirklich dahinter steht. Erst dann kommt es in den Müll. Wer möchte kann sich auch eine Liste anlegen, was heute in den Müll kam.

Bevor ich beispielsweise einen Pappbecher weg werfe versuche ich mir den Baum vorzustellen, aus dem er hergestellt wurde. Denn wir sehen ohne diese Überlegung  nur die nach dem Gebrauch für uns wertlose Form (Pappbecher, Dose, Plastikdeckel, „Müll“).

Ich werfe also keinen Becher weg – das ist nur die Form. Sondern tatsächlich den Teil eines Baumes. Dabei bin ich mir bewusst, dass es vom Baum bis zum Becher ein weiter Weg war: Vom Samen zum stattlichen Baum, seine Abholzung, die Papiergewinnung, Wachsbeschichtung, der farbige Aufdruck, Verklebung zum Becher, Verpackung und Transport in den Laden. Riesen Aufwand. Der einzelne Becher kostet fast nichts. Wenn ich den Becher jetzt weg werfe, dann mit einer ganz anderen Haltung.

Dadurch erwächst der Wunsch, weniger Pappbecher weg zu werfen. Am liebsten gar keine mehr. Man könnte ihn beispielsweise von Hand spülen und mehrfach verwenden – wieso nicht? Oder doch lieber ein Glas oder Keramikbecher nehmen.

Was tun?

  • Wegwerfprodukte vermeiden.
  • Einwegprodukte so gut es geht mehrfach verwenden. Plastikbesteck und Plastiktüten können durchaus auch gespült werden.
  • Achtsames Wegwerfen praktizieren.

Lest auch meine anderen  Beiträge zum Thema Müllvermeidung:

 


Titelbild: Ra Boe / CC-BY-SA-3.0

Gebrauchtes kaufen

Letztes Jahr setzte die UNO den Weltumwelttag unter dem Motto „Sieben Milliarden Träume. Ein Planet – Konsumieren mit Vorsicht!“. Wir Menschen verbrauchen deutlich mehr Natur und Energie für unseren Konsum als die Erde nachhaltig bereit stellt.

Oft kaufen wir etwas ohne uns über die Folgen für die Natur Gedanken zu machen. Dabei hat jedes Produkt ein vielfaches seines Volumens an Natur zerstört. Beginnend bei der Gewinnung der Rohstoffen über die eigentliche Produktion, den Transport zu uns bis hin zu seiner Entsorgung. Nichts geht an der Erde spurlos vorüber.

Die Kosten für die Umweltzerstörung werden fast immer an die Allgemeinheit und die Natur übertragen. Auch wenn in Deutschland die Produzenten einige Auflagen haben gilt das noch lange nicht für Rohstoffe, Bauteile oder fertige Produkte aus dem Ausland. Mit kapitalistischer Logik sind Produkte mit dem größten Schaden für die Erde deshalb häufig die billigsten und demnach auch die Top-Seller.

Der wahre Preis von Produkten setzt sich immer aus zwei Bestandteilen zusammen: Dem Kaufpreis, den wir im Laden bezahlen. Und den unsichtbaren Umweltkosten – diese werden von der Allgemeinheit und der Natur bezahlt.

Beispielsweise ein neues Smartphone: Für dieses werden massenweise Erze und seltene Erden abgebaut – oft unter zweifelhaften Umständen und mit großen Schäden für die Natur. Den unsichtbaren Preisbestandteil bezahlen Menschen in den Erzmienen und Fabriken in der sogenannten Dritten Welt durch Gesundheitsschäden und soziale Ausbeutung. Tiere bezahlen mit dem Verlust ihrer Lebensräumen. Und sogar wir westlichen Konsumenten bezahlen mehr als den Kaufpreis. Denn Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung kennt keine Grenzen.

Die Produktion der einzelnen Bausteine ist energieintensiv und setzt viele giftige Stoffe frei. Nicht zuletzt verbraucht in unserer globalisierten Wirtschaft der Transport dieser Bausteine von einer Produktionsstätte zur anderen einmal rund um den Globus viel Treibstoff. Das setzt Kohlendioxid frei und schädigt nachhaltig unser Klima.

Aber muss es denn wirklich immer ein neuwertiges Produkt sein? Diese Frage habe ich mir vor einiger Zeit beantwortet: Nein!

Jetzt versuche ich Dinge so lange zu gebrauchen bis es wirklich nicht mehr geht. Und mit dem Wissen um die unsichtbaren Umweltkosten lohnt sich Reparieren auch dann, wenn zum gleichen Preis etwas Neues angeschafft werden könnte. Neben spezialisierten Werkstätten sind die in vielen Städten angebotenen Reparaturcafés eine gute Adresse.

Wenn ich heute wirklich etwas kaufen möchte suche ich zuerst Gebrauchtes. Auch hier gilt – es lohnt sich selbst dann, wenn der Preis inklusive Versandkosten den eines neuwertigen Produktes erreicht. Die gesparten Umweltkosten sind es wert:

  • Bücher müssen meiner Meinung nach nie neuwertig sein. Hier gehe ich zuerst zu booklocker.de. Werde ich dort nicht fündig kaufe ich gebrauchte Bücher bei Amazon (auch wenn ich Amazon wegen seiner sozialen Ausbeutung ansonsten zu meide).
  • Für Kinderkleidung gibt es ausreichend gute getragene Klamotten. In Second Hand Läden, auf Ebay oder Flohmärkten werde ich immer fündig.
  • Bei Elektrogeräten, vom Wasserkocher über den Küchenquirl bis zur Waschmaschine reicht immer ein älteres Modell.
  • Sonstige Güter ersteigere ich mir bei Ebay. Und wenn ich dort nicht fündig werde schaue ich nach Gebrauchtem auch mal bei Amazon – bisher habe ich leider kaum gute Alternativen gefunden…

So kamen in den letzten Monaten gebrauchte Bücher, Kindersitzerhöhung, Telefon, Kinderkleider und Rollerblades ins Haus. Umgekehrt möchte ich von mir nicht mehr Gebrauchtes entweder Spenden oder bei Ebay verkaufen.

Am besten ist aber wenn ich dem Kauf-Impuls widerstehen kann. Möchte ich etwas haben dann schlafe ich mindestens eine Nacht darüber, das hat schon oft geholfen. Gute Ideen gegen Impulskäufe findet ihr auch auf Minimalismus-Blog von Minimalistenfreun.de. Damit lässt sich das Kaufen von neuwertigen Produkten oft vermeiden.

Was tun?

  • Nutzt Produkte so lange es geht und lasst sie Reparieren anstatt durch neue zu ersetzen – auch wenn die Reparaturkosten so hoch wie der Preis eines neuen Produkts wäre!
  • Widersteht Impulskäufen. Schlaft immer mindestens eine Nacht darüber bevor ihr etwas kauft.
  • Wenn Kaufen, dann sucht zuerst nach Gebrauchtem.

Es ist mir eine Ehre, dass ich von Maria Widerstand zur Blogparade EiNaB eingeladen wurde, bei der ich natürlich gerne mit mache. Ihr findet sie hier: einfachnachhaltigbesserleben.blogspot.de.

Schaut auch hier: Tag der Erdüberlastung 2015 | Ökologischer Fußabdruck.


Titelbild: CTHOE / CC-BY-SA-3.0