Archiv der Kategorie: Lebensmittel

Fleisch: Die Grillsaison für unser Klima

Das Thema „Fleischkonsum“ ist sehr emotional besetzt. Deshalb blende ich hier bewusst die ethischen Gesichtspunkte aus – und konzentriere mich auf die Auswirkungen von Fleisch-Konsum auf unsere Umwelt:

In Deutschland werden pro Person jährlich 60 Kilogramm Fleisch und Wurst verzehrt. Weltweit summiert sich der jährliche Bedarf auf 283 Millionen Tonnen – Tendenz stark steigend.

Um die vielen Tiere satt zu bekommen genügen die ursprünglichen Futtermittel wie Gras schon lange nicht mehr. Außerdem wachsen sie damit viel zu langsam – Zeit ist Geld, auch beim „lieben Vieh“. 12 Kilogramm Futtermittel braucht ein Rind, um ein 1 Kilo Fleisch anzusetzen. Bei Schweinen sind es 3 Kilo Futtermittel.

Also wird dem Tierfutter zu über 60 Prozent Kraftfutter beigemischt aus Mais, Soja, Weizen, Roggen oder Hafer. Über 40 Prozent der Ernte von Weizen, Roggen, Hafer und Mais wandern direkt in die Futtertröge.

Ein Großteil des Soja für dieses Kraftfutter kommt aus Südamerika: Auf 130.000 km² Ackerfläche wächst dort Soja für unsere Schlachttiere – das entspricht der Fläche Englands. Ein Bio-Siegel verdient sich dieses Soja definitiv nicht – angebaut wird Gen-Soja „Made in USA“, welches mit Spritzmitteln wie „Roundup“ behandelt wird. In den Anbaugebieten wurde eine abnorme Rate an Geburtsdefekten nachgewiesen. Sogar unser deutsches Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), hat gegen Roundup protestiert – was dem Hersteller Monsanto aber egal ist. Unsere Tiere fressen das Gen-Zeug. Und wir deren Fleisch. Lecker.

Insgesamt gesehen haben tierische Lebensmittel auf indirekte Weise einen deutlich höheren Flächenbedarf als pflanzliche, sei es als Ackerland oder als Weidefläche. Für die wachsenden Anbauflächen wird immer mehr (Regen-)Wald gerodet. Die Vernichtung von Wäldern ist eine der maßgeblichen Ursachen für die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung. Abgesehen davon, dass empfindliche Ökosysteme dadurch für immer verloren gehen.

Aber nicht nur das: Gefährlich für das Weltklima ist Methan (CH4). Dessen Konzentration in der Atmosphäre haben wir zwischen den Jahren 1750 bis 2000 mehr als verdoppelt! Methan hat einen Anteil von 20% an der durch Menschen verursachte Klimaveränderung. Eine hauptsächliche Ursache von der Methan-Zunahme ist unser Hunger nach Milch- und Fleischprodukten. Damit ist die Tierindustrie klimaschädlicher als das gesamte weltweite Verkehrsaufkommen!

Methan entsteht in den Mägen von Wiederkäuern. Wie hilflos wir Menschen hier sind zeigt sich an den Überlegungen, dem Futter von Rindern Knoblauch beizusetzen, um die Methanproduktion zu reduzieren.

Bewusst auf Milch und Fleisch verzichten und damit viel Gutes für unsere Welt tun – da kann jeder mit machen. Sogar der Focus hat bemerkt, dass weniger Rindfleischkonsum der effektivste Weg sei, um den Energie- und Ressourcenverbrauch der Landwirtschaft zu senken.

Ganz spannend auch der Artikel vom GEO-Magazin zu diesem Thema: http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/vorsicht-fleisch-65319.html?p=2

Was tun?

  • Versucht ganz bewusst, Euren Fleischkonsum deutlich zu reduzieren. Das ist für viele sicher genauso schwierig wie auf das Rauchen zu verzichten.
  • Wer sich zutraut, verzichtet ganz auf Fleisch. Untermauert mit ethischen Gründen gelingt das auch nachhaltig. Und ist ein ganz persönlicher Beitrag für unsere Umwelt, der stolz macht und deutlich über das hinaus geht, was viele andere Menschen leisten.
  • Erklärt Mitmenschen, wieso „Fleischverzicht“ ein aktiver Beitrag für unser Natur ist.

Ergänzung am 12.4.15: 

Neue Studie: Die Landwirtschaft ist nach der Industrie zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt nun, welchen Schaden die Agrarindustrie verursacht.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article139249559/Studie-legt-Oeko-Suenden-der-Massentierhalter-offen.html

Schokolade ohne Kinderarbeit kaufen

Schokolade, die süße Versuchung… 11 Kilo essen wir Deutsche davon jährlich. Was mir überhaupt nicht bewusst war ist, wie viel Leid und Elend in der Schokolade steckt. Nun befasse ich mich damit und bin fast sprachlos.

Schokolade besteht zum größten Teil aus Zucker, Fett und Kakao. Letzterer kommt hauptsächlich aus der Elfenbeinküste, Ghana, Malaysia und Brasilien. Da die Nachfrage nach Schokolade steigt und die Kakaoernte nicht hinterher kommt, wird Schokolade immer teurer.

Dennoch leben viele Kakaobauern in bitterer Armut. Von dem Preis einer Schokoladentafel bekommen sie nur magere vier bis sechs Prozent. Deshalb muss der Kakaobauer sparen auf Teufel komm raus. Und das tut er: Ausbeutung, Arbeit unter schlimmsten Bedingungen, Kinderarbeit bis hin zu Kindersklaven. Ja, so etwas gibt es noch im Jahr 2015 – auch wenn wir es ungern wahr haben wollen! Kaum einem mitfühlenden Menschen würde die Schokolade noch schmecken, wenn wir diese Bedingungen sehen würden. Und man kann, beispielsweise im Dokumentarfilm Schmutzige Schokolade.

Da viele Konsumenten aber gerne billige Schokolade wollen und sich wenig für deren Herstellung interessieren, haben viele Menschen in den Schoko-Konzernen hier einen blinden Fleck und konzentrieren sich eher auf Gewinnmaximierung. Die Ausbeutung gibt es zuckersüß in hübsche Verpackungen verhüllt im Supermarkt. Wen kümmert es schon?

Nur wenn uns Konsumenten das alles nicht mehr egal ist, werden die Schokoladen-Hersteller reagieren.

Was können wir tun?

Bewusst Schokoladen-Produkte aus fairem Handel kaufen. Am Besten mit dem FairTrade Siegel. Durch faire Mindestpreise bringt es den Kakaobauern einen Weg aus der Armut und aus der Ausbeutung ihrer Arbeiter. Und es verhindert und verbietet Kinderarbeit.

Faire Schokolade ist teurer. Wer seine eigenen Kinder nicht an sieben Tagen die Woche Stundenlang bei jedem Wetter mit Macheten zur Kakao-Ernte schicken würde, der wird den Preis gerne bezahlen.