Archiv der Kategorie: Lebensmittel

Frischkäse

Bio Frischkäse – Einfach selbstgemacht. Ohne Plastikmüll.

Bei uns wird Frischkäse sehr gerne gegessen. Mindestens eine dieser leckeren 200g Portionen aus dem Supermarkt verbrauchen wir pro Monat. Was mich bei meinem Unterfangen, Wegwerfplastik zu vermeiden stört, ist die Verpackung aus dickem Plastik. In verschiedenen Blogs habe ich von der Idee gelesen, Frischkäse aus Joghurt selber zu machen. Und weil ich neugierig war, habe ich das ausprobiert.

Vorneweg – es ist wirklich super einfach – und schmeckt so lecker, dass der Frischkäse aus dem Markt nicht mithalten kann. Dabei habt Ihr die volle Kontrolle über alle Inhaltsstoffe. So wird der Frischkäse nicht nur wirklich frisch. Sondern auch Bio. Und mit leckeren Kräutern ein Genuss!

So geht’s:

  1. Mit einem sauberen Geschirrtuch ein Abtropfsieb auskleiden – ich habe dafür mein Nudelsieb genommen. In eine Rührschüssel oder die Spüle eine Kaffeetasse als Erhöhung, darauf kommt das ausgekleidete Sieb. So steht das Sieb nachher nicht in der Flüssigkeit, die da abtropfen wird.
  2. Ein 500g-Glas Bio-Joghurt nehmen und auf das Tuch im Sieb schütten. Einen nicht gehäuften Teelöffel Salz darin verrühren.
  3. Das Ganze für 10 Stunden (über Nacht) bei Zimmertemperatur stehen lassen – nicht im Kühlschrank! Jetzt tropft ganz langsam Flüssigkeit aus dem Sieb und aus dem Joghurt wird Frischkäse.
Jughurt im Küchentuch

Die Käsemaschine

Fertig ist der super leckere Frischkäse. Die Masse im Tuch habe ich in eine Schüssel geschabt. Das letzte mal hatte ich noch frischen Schnittlauch eingerührt, dieses mal blieb es „Natur“. Super lecker!

Friscjkäse aufs Brot

Frischer Frischkäse.

Das spart viel Plastik. Ist Bio. Und kostet weniger als die vergleichbare Menge aus dem Markt.

Was tun?

  • Macht Euren eigenen Frischkäse, der wirklich diesen Namen verdient hat!
  • Wenn ihr Lust bekommen habt, schaut euch in diversen Blogs nach anderen, schnellen und coolen Do-it-yourself-Ideen um. Die gesünder sind. Und Plastik sparen.
Speiseeis

Kleiner Erfolg: Eisdiele ersetzt Plastik durch Pappbecher

Was für eine Sommerhitze! Das Thermometer hat die 30-Grad-Marke überschritten. Höchste Zeit für ein kühlendes Eis von meiner Eisdiele.

Wer dort sein Eis im Becher wünscht bekommt es in bunten Einmal-Plastikbechern. An einem heißen Sommertag kommt so eine Unmenge an Plastikmüll zusammen. Also doch besser immer das Eis in der Waffel kaufen – und diese dann in der Biotonne entsorgen. Das ist ökologischer als den Plastikbecher im Müll zu werfen.

Wegwerf-Eisbecher aus Plastik.

Wegwerf-Eisbecher aus Plastik.

Ansprechen. Verändern!

Beim letzten Eis-Hunger habe ich die Besitzerin darauf angesprochen. Zu meinem Erstaunen hat sie darüber bisher noch nie nachgedacht. Sie hat mir zugestimmt und wird, sobald die Plastikbecher aufgebraucht sind, auf Pappbecher umstellen.

Ein kleiner Erfolg für die Umwelt. Das freut mich wirklich sehr!

Was tun?

  • Kauft kein Eis in Wegwerf-Plastikbecher. Lieber Waffel in die Biotonne als Plastikmüll verursachen.
  • Sprecht die Besitzer der Eisdielen an – oft haben sie sich einfach keine Gedanken darüber gemacht und sind gerne bereit, auf Pappbecher umzustellen.

Plastikfreier Käse

Wer Käse aus dem Supermarkt-Regal nimmt, kauft damit oft viel Plastik. Bis vor kurzem habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Zur Käsetheke bin ich selten gegangen, das war irgendwie immer zu mühsam. So kam der fertig geriebene Käse aus der Tüte, der Käseaufschnitt aus der wiederverschließbaren Plastikbox.

Jetzt habe ich mal genauer hingeschaut…

Chemikalien im Lebensmittel

Die Plastikverpackungen enthalten Weichmacher. Gerade beim Kontakt mit fetthaltigen Lebensmitteln wie Käse gehen diese in das verpackte Produkt über. Beim Essen gelangen sie in Deinen Körper. Das gilt auch für Fleisch oder Wurst.

Für den gesundheitlich sehr kritischen Weichmacher DEHP gibt es inzwischen Beschränkungen vom Umweltbundesamt, leider keine Verbote.

Heute werden als Ersatz hauptsächlich die Industriechemikalien Bisphenol A (BPA) und Phthalate verwendet. Bisphenol A gilt als hormonverändernd, nervenschädigend und krebserregend. Phthalate schädigen Leber und beeinträchtigen die Fortpflanzung.

Geriebener Käse ohne Plastik

Für Pizza und viele andere Gerichte brauche ich geriebenen Käse. Und da landete normalerweise fertig geriebener Pasta- oder Pizza-Käse aus dem Supermarkt-Regal in meinem Einkaufswagen. Die 150g Pasta-Käse, Industriell gerieben, mit Kartoffelmehl als Trennmittel bringen eine 6g schwere Plastiktüte mit ins Haus.

Jetzt kaufe ich meinen Lieblingspizzakäse von der Käsetheke am Stück und reibe selbst. Reiben braucht echt nicht viel Zeit – spart aber jedes Jahr viele Plastiktüten. Und verursacht sicher weniger Umweltverschmutzung durch Transport und Produktion.

Das Sahnehäubchen ist, dass ich jetzt wirklich guten geriebenen Käse esse. Denn wenn ich mir die Preise für die Tütenkäsen anschaue, kann das mit seinen notwendigen Kosten für Transport, Reiben, Trennmittel und Verpackung kein hochwertiger Käse sein.

Reibekäse aus der Tüte ist aus meiner Sicht ein wirklich sinnloses Produkt.

Käseaufschnitt ohne Plastik

Auch der Käseaufschnitt kommt jetzt nicht mehr wie früher in der Plastikverpackung aus dem Supermarktregal. Sondern frisch von der Käsetheke. Und damit auch wirklich kein Plastik dabei ist sage ich der Verkäuferin immer, sie soll die Plastik-Trennscheiben weg lassen. Denn auch wenn die Scheiben mal kleben sollten – so what? Das zu verhindern ist mir den Plastikmüll nicht wert. Inzwischen kennt mich die Verkäuferin, da wird das Einkaufen auch lustiger.

Frischware ohne Plastik

Einer der EDEKA-Märkte in meiner Nähe verwendet leider Plastiktüten, um die frische Ware von der Käsetheke zu verpacken. Das finde ich wirklich unnötig, besonders wenn andere Märkte hierfür gewachstes Papier und Papiertüten verwenden.

Ich habe jetzt einfach mal EDEKA und den Marktleiter angeschrieben, ob sie nicht generell auf Papier setzen wollen. Bis dahin kaufe ich meine frische Ware woanders.

Was tun?

  • Kauft Käse von der Käsetheke oder dem Wochenmarkt statt in Plastik verpackte Produkte. Reibt Käse selbst, holt Euch frischen Käseaufschnitt.
  • Sagt der Verkäuferin/dem Verkäufer, dass ihr die Käsescheiben beim Aufschnitt nicht durch Plastik getrennt haben möchtet.
  • Sprecht Verkäufer und Marktleiter darauf an, wenn frische Ware noch in Plastik eingepackt wird.

einfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur neuen Blogparade Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben
Die Linkparty findet im April auf diesem Blog statt.

Fleisch: Die Grillsaison für unser Klima

Das Thema „Fleischkonsum“ ist sehr emotional besetzt. Deshalb blende ich hier bewusst die ethischen Gesichtspunkte aus – und konzentriere mich auf die Auswirkungen von Fleisch-Konsum auf unsere Umwelt:

In Deutschland werden pro Person jährlich 60 Kilogramm Fleisch und Wurst verzehrt. Weltweit summiert sich der jährliche Bedarf auf 283 Millionen Tonnen – Tendenz stark steigend.

Um die vielen Tiere satt zu bekommen genügen die ursprünglichen Futtermittel wie Gras schon lange nicht mehr. Außerdem wachsen sie damit viel zu langsam – Zeit ist Geld, auch beim „lieben Vieh“. 12 Kilogramm Futtermittel braucht ein Rind, um ein 1 Kilo Fleisch anzusetzen. Bei Schweinen sind es 3 Kilo Futtermittel.

Also wird dem Tierfutter zu über 60 Prozent Kraftfutter beigemischt aus Mais, Soja, Weizen, Roggen oder Hafer. Über 40 Prozent der Ernte von Weizen, Roggen, Hafer und Mais wandern direkt in die Futtertröge.

Ein Großteil des Soja für dieses Kraftfutter kommt aus Südamerika: Auf 130.000 km² Ackerfläche wächst dort Soja für unsere Schlachttiere – das entspricht der Fläche Englands. Ein Bio-Siegel verdient sich dieses Soja definitiv nicht – angebaut wird Gen-Soja „Made in USA“, welches mit Spritzmitteln wie „Roundup“ behandelt wird. In den Anbaugebieten wurde eine abnorme Rate an Geburtsdefekten nachgewiesen. Sogar unser deutsches Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), hat gegen Roundup protestiert – was dem Hersteller Monsanto aber egal ist. Unsere Tiere fressen das Gen-Zeug. Und wir deren Fleisch. Lecker.

Insgesamt gesehen haben tierische Lebensmittel auf indirekte Weise einen deutlich höheren Flächenbedarf als pflanzliche, sei es als Ackerland oder als Weidefläche. Für die wachsenden Anbauflächen wird immer mehr (Regen-)Wald gerodet. Die Vernichtung von Wäldern ist eine der maßgeblichen Ursachen für die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung. Abgesehen davon, dass empfindliche Ökosysteme dadurch für immer verloren gehen.

Aber nicht nur das: Gefährlich für das Weltklima ist Methan (CH4). Dessen Konzentration in der Atmosphäre haben wir zwischen den Jahren 1750 bis 2000 mehr als verdoppelt! Methan hat einen Anteil von 20% an der durch Menschen verursachte Klimaveränderung. Eine hauptsächliche Ursache von der Methan-Zunahme ist unser Hunger nach Milch- und Fleischprodukten. Damit ist die Tierindustrie klimaschädlicher als das gesamte weltweite Verkehrsaufkommen!

Methan entsteht in den Mägen von Wiederkäuern. Wie hilflos wir Menschen hier sind zeigt sich an den Überlegungen, dem Futter von Rindern Knoblauch beizusetzen, um die Methanproduktion zu reduzieren.

Bewusst auf Milch und Fleisch verzichten und damit viel Gutes für unsere Welt tun – da kann jeder mit machen. Sogar der Focus hat bemerkt, dass weniger Rindfleischkonsum der effektivste Weg sei, um den Energie- und Ressourcenverbrauch der Landwirtschaft zu senken.

Ganz spannend auch der Artikel vom GEO-Magazin zu diesem Thema: http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/vorsicht-fleisch-65319.html?p=2

Was tun?

  • Versucht ganz bewusst, Euren Fleischkonsum deutlich zu reduzieren. Das ist für viele sicher genauso schwierig wie auf das Rauchen zu verzichten.
  • Wer sich zutraut, verzichtet ganz auf Fleisch. Untermauert mit ethischen Gründen gelingt das auch nachhaltig. Und ist ein ganz persönlicher Beitrag für unsere Umwelt, der stolz macht und deutlich über das hinaus geht, was viele andere Menschen leisten.
  • Erklärt Mitmenschen, wieso „Fleischverzicht“ ein aktiver Beitrag für unser Natur ist.

Ergänzung am 12.4.15: 

Neue Studie: Die Landwirtschaft ist nach der Industrie zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt nun, welchen Schaden die Agrarindustrie verursacht.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article139249559/Studie-legt-Oeko-Suenden-der-Massentierhalter-offen.html

Schokolade ohne Kinderarbeit kaufen

Schokolade, die süße Versuchung… 11 Kilo essen wir Deutsche davon jährlich. Was mir überhaupt nicht bewusst war ist, wie viel Leid und Elend in der Schokolade steckt. Nun befasse ich mich damit und bin fast sprachlos.

Schokolade besteht zum größten Teil aus Zucker, Fett und Kakao. Letzterer kommt hauptsächlich aus der Elfenbeinküste, Ghana, Malaysia und Brasilien. Da die Nachfrage nach Schokolade steigt und die Kakaoernte nicht hinterher kommt, wird Schokolade immer teurer.

Dennoch leben viele Kakaobauern in bitterer Armut. Von dem Preis einer Schokoladentafel bekommen sie nur magere vier bis sechs Prozent. Deshalb muss der Kakaobauer sparen auf Teufel komm raus. Und das tut er: Ausbeutung, Arbeit unter schlimmsten Bedingungen, Kinderarbeit bis hin zu Kindersklaven. Ja, so etwas gibt es noch im Jahr 2015 – auch wenn wir es ungern wahr haben wollen! Kaum einem mitfühlenden Menschen würde die Schokolade noch schmecken, wenn wir diese Bedingungen sehen würden. Und man kann, beispielsweise im Dokumentarfilm Schmutzige Schokolade.

Da viele Konsumenten aber gerne billige Schokolade wollen und sich wenig für deren Herstellung interessieren, haben viele Menschen in den Schoko-Konzernen hier einen blinden Fleck und konzentrieren sich eher auf Gewinnmaximierung. Die Ausbeutung gibt es zuckersüß in hübsche Verpackungen verhüllt im Supermarkt. Wen kümmert es schon?

Nur wenn uns Konsumenten das alles nicht mehr egal ist, werden die Schokoladen-Hersteller reagieren.

Was können wir tun?

Bewusst Schokoladen-Produkte aus fairem Handel kaufen. Am Besten mit dem FairTrade Siegel. Durch faire Mindestpreise bringt es den Kakaobauern einen Weg aus der Armut und aus der Ausbeutung ihrer Arbeiter. Und es verhindert und verbietet Kinderarbeit.

Faire Schokolade ist teurer. Wer seine eigenen Kinder nicht an sieben Tagen die Woche Stundenlang bei jedem Wetter mit Macheten zur Kakao-Ernte schicken würde, der wird den Preis gerne bezahlen.