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Der gute Vorsatz 2016

Der Jahreswechsel lädt viele Blogger ein, eine Bilanz vom vergangenen Jahr zu ziehen. Auch ich habe im Stillen zurück geblickt auf das, was mich in 2015 in diesem meinem Vegan-Blog beschäftigt hat.

Dabei merke ich wie es mich frustriert zu sehen, wie blind und unachtsam wir Menschen uns und unsere Welt ausbeuten. Milliarden von Menschen geben sich ganz der Karriere, Konsum und Zerstreuung hin, als wäre es das wichtigste in ihrem Leben. Und fördern mit dieser Lebensweise direkt die Zerstörung unserer Erde. Da verkommt eine Fördermitgliedschaft bei einem NGO wie Greenpeace oder WWF zum persönlichen Greenwashing. Denn die Veränderung fängt eben nicht bei der „bösen“ Industrie an, die für billiges Palmöl die Regenwälder in Indonesien abholzt und damit die Orang-Utans an den Rand des Aussterbends bringen.

Alle Veränderung beginnt bei uns selbst, als Konsument und mündigen Bürger!

  • Wir kaufen Produkte ohne uns zu kümmern was da drin ist oder wo es her kommt. Damit verantworten wir die vergiftete und zerstörte Umwelt in den Herstellungsländern. Beispielsweise die Abholzung der letzten Regenwälder für Palmöl. Kindersklaverei für unsere Schokolade. Vergiftete Böden für unsere billige Baumwollkleidung. Zerstörte Landschaften für unsere Elektroprodukte wie Smartphone, Smart-TVs und e-Bikes.
  • Wir essen Fleisch und Käse und verantworten damit neben massiver Tierquälerei einen Großteil der Umweltzerstörung unseres Planeten.
  • Wir vergiften Ozeane mit unseren Plastikprodukten und Waschmitteln.
  • Wir erhitzen die Erde durch unsere Urlaubsflüge, unseren Energieverbrauch, unseren Konsum an Plastikprodukten die später in der Müllverbrennung landen.
  • Wir beteiligen uns an Kriegen und Staatsterror durch unsere Konten bei Großbanken. Und haben dadurch sowie durch Ausbeutung die Flüchtlingskrise mit verursacht.
  • Wir machen uns Mitschuldig an der Zerstörung unserer Erde durch Beteiligungen an Aktienfonds und Aktiengesellschaften, die rücksichtslos mit Natur und Mensch umgehen. Hauptsache Dividende?
  • Wir halten es nicht für unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass unser Arbeitgeber rücksichtsvoll mit der Natur und Mensch umgeht – und machen uns so zum Handlanger von Ausbeutung und Umweltzerstörung.

Wir haben es in unserer Hand, wie die Welt aussehen wird. Zum Glück wächst die Zahl der wachen Menschen, die aus dem Hamsterrad des Gewohnten und Gewöhnlichen ausbrechen.

Gehörst Du auch dazu? Das wäre doch mal ein Vorsatz für das Neue Jahr – die Welt zu einem besseren Ort machen. Hier einige Vorschläge:

 

  1. Mit meinem Geld möchte ich mich nicht mehr an Kriegen, Staatsterror, Gentechnologie und Waffen-Industrie beteiligen. Ich wechsle zu einer ethischen Bank.
  2. Mit meinem Energieverbrauch werde ich die Umwelt weniger zerstören. Ich stelle um auf Ökostrom und spare Energie, wo es mir möglich ist.
  3. Mit meiner Ernährung möchte ich mich nicht mehr mitschuldig machen an Klimazerstörung und unsäglichem Tierleid. Ich werde mich vegan ernähren – oder zumindest vegetarisch. 
  4. Mit meinem Lebensmittel-Einkauf werde ich keine Grundwasser und Äcker mehr vergiften. Ich kaufe soweit es geht nur noch Produkte aus regionaler Bio-Landwirtschaft.
  5. Mit meiner Körperhygiene und meinem Wäschewaschen werde ich keine Abwässer mehr durch giftige Chemikalien und Mikroplastik vergiften. Ich stelle um auf natürliche Pflegeprodukte und abbaubare Öko-Waschmittel.
  6. Ich werde die Natur so gut es geht von Plastiktüten frei halten. Jute-Taschen zum Einkauf mit nehmen. Plastiktüten nicht annehmen und wenn doch, dann mehrfach verwenden.
  7. Ich werde meinen Papierverbrauch drastisch reduzieren und dadurch Umweltgifte und Energieverschwendung vermeiden.
  8. Ich werde meinen Einsatz für die Erde nicht auf das Private beschränken, sondern mich dafür einsetzen, dass mein Arbeitgeber nachhaltig und rücksichtsvoll mit Natur, Tier und Mensch umgeht.
  9. Ich werde mein Gewissen nicht ausschalten am Firmentor und meine Lebens- und Arbeitskraft nicht hergeben für einen Arbeitgeber in der Waffenindustrie, Tierindustrie oder Gentechnik, Geo-Engineering oder andere Branchen, welche negativ für die Erde, Tiere oder Menschen sind.
  10. Ich werde achtsam konsumieren. Produkte kaufen, die ich wirklich brauche und die möglichst nachhaltig in Produktion und Entsorgung sind.

Was ist Dein Beitrag für eine bessere Welt 2016?

Hunde und Plastikmüll

Plastiktüten sind ein großes Problem für die Natur, das ist bekannt. Und umweltbewusste Menschen versuchen alles, um diese zu vermeiden.

Die EU hat das Plastikproblem erkannt und möchte Tüten etwas eindämmen. Da frage ich mich, ob sie dabei auch an die vielen Plastiktüten für Hundekot gedacht haben?

Deutschlands knapp sieben Millionen Hunde produzieren 5,5 Milliarden Häufchen im Jahr. Hundekot gehört nicht in die Natur, denn er ist mein seinen Würmern, Bakterien und Viren ein Überträger von Krankheiten. Für Landwirte schlimm wirkt die Hundewurst auf Weideflächen, wenn sie Bandwürmer einbringt und damit Kühe krank macht. Verantwortungsbewusste Hundehalter sammeln deshalb die Hinterlassenschaft auf Spaziergängen in Hundekotbeuteln auf (so heißen die offiziell). Allein die deutschen Städte und Kommunen geben davon jährlich über 200 Millionen in öffentlichen Spendern aus.

Da wird Öl gefördert, raffiniert und aufwändig zu Tüten umgearbeitet. Was für eine Verschwendung von Ressourcen, um nichts weiter damit zu tun, als Hundekot zu verpacken und mitsamt diesem in den Müll zu gelangen. Und leider viel zu häufig achtlos in der Umwelt.

Mülleimer voll mit Hundekotbeutel

Mülleimer voll mit Hundekotbeutel

Die Hundekotbeutel bestehen aus Polyethylen. Abgekürzt PE oder HDPE. Dieser Kunststoff setzt in der Müllverbrennung Kohlendioxid frei und trägt so zur Klimaerwärmung bei.

Es gibt auch biologisch abbaubare Kotbeutel. Diese gehören ebenfalls in die Müllverbrennung und nicht auf den Kompost oder in die Natur. Dennoch sind die abbaubaren Tüten der PE-Ware vorzuziehen. Denn wäre nicht der Energieaufwand für die Herstellung, könnte man sie CO2-neutral nennen.

Leider scheint es keine Alternative zu Wegwerf-Kotbeuteln zu geben. Aber ich bin auch kein Hundehalter…

Hundehalter – Was tun?

  • Kauft abbaubare und nicht parfümierte Hundekotbeutel.
  • Werft volle Kotbeutel nur in den Restmüll, nicht in die Natur!
  • Lasst Euren Hund nicht im Wald, sonst irgendwo in der Natur und besonders nicht auf Weideflächen wursteln.

Die größte Klimamobilisierung aller Zeiten!

Die UN-Weltklimakonferenz findet dieses Jahr vom  30. November bis 1. Dezember in Paris statt. Dort treffen sich Politiker, Lobbyisten und Experten und beratschlagen über das Weltklima. Ein geeigneter Zeitpunkt für uns Bürger um weltweit für unser Klima auf die Straßen zu gehen. 

Denn wir alle wissen, dass es mit unserem Weltklima nicht gerade gut bestellt ist. Die Klimaerwärmung bringt immer verrückteres Wetter. Die Auswirkungen sind nicht mehr bequem weit weg. Es sind nicht mehr nur die überfluteten Südsee-Inseln oder die Hurrikane in Amerika. Es sind nicht nur die Hungersnöte durch Dürre in Afrika, die hunderttausende von Menschen zur Flucht nach Europa treiben.

Die starken Ernteausfälle wegen des zu trockene Sommers in 2015 verteuern unsere Getreideprodukte. Deutsche Landwirte denken wegen des knappen Tierfutter über Notschlachtungen nach. Haselnüsse sind weltweit knapp weil ein großer Teil der Ernte durch Wetterkapriolen ausgefallen ist…. Wir müssen endlich aufwachen und nachhaltig mit dem Weltklima umgehen!

Es ist zu bequem die Verantwortung auf unsere Politiker abzuschieben und zu warten, dass es Politik und Wirtschaft schon richten. Sondern die Veränderung beginnt bei jedem von uns. Jeder einzelne von uns kann seine Wohnung mit erneuerbaren Energien versorgen! Jeder einzelnen von uns kann überlegen, was sein persönlicher Beitrag zum Energiesparen ist – und dann auch sein eigenes Verhalten ändern. Auch der Fleischkonsum trägt maßgeblich zur Klimaveränderung bei!

Die Veränderung beginnt bei jedem von uns! Wir brauchen für Veränderung aber auch die Politik. Leider werden Politiker durch Lobbyisten bedrängt und so beeinflusst, dass bei vielen Entscheidungen der Kommerz vor dem Klima geht.

Deshalb: Lasst unsere Stimmen auf die Straßen bringen, am 28. und 29. November beim Global Climate March, an dem Global viele tausende Menschen ihre Forderungen zum Klimaschutz und zur Klimagerechtigkeit deutlich machen werden.

Die ganze Welt steht auf, um unser Klima zu retten – melde dich heute für die Aktion an, damit wir gemeinsam für unsere Zukunft eintreten und den Lauf der Geschichte gestalten.

Folgendes sind die zentralen Forderungen an die Politik:

  • das Ende der Nutzung und Subventionierung fossiler Energien
  • eine vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien
  • den Stopp des Waldverlustes und die Förderung von Aufforstung
  • die Abkehr von Geo- und Klima-Engineering
  • den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie
  • die Abschaffung des derzeitigen Emissionshandels-Systems

Auch wenn die in Paris geplante größte Demonstration aufgrund der Terroranschläge abgesagt wurde – weltweit finden in vielen Städten Demonstrationen statt, orchestriert auch durch Avaaz.

Was tun?

 

Video-Tipp: Hagen Rethers wichtiger Beitrag zur Lage der Gesellschaft

„Wo sind wir bereit, einen Millimeter aus unserer Komfortzone zu rutschen? Wo fangen wir an, mit Trippelschritten die Welt zu verbessern?“.

Wir sind der Souverän. Wir bekommen die Politiker, die wir verdienen. Wir bekommen die Wirtschaft, die Industrie und die ökologischen Folgen, die wir verdienen. Wir machen die Welt. Nicht „die“ anderen.

Hagen Rether spricht es aus. Wie wäre es mit Erwachsen werden?

Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Ein sehr wichtiges Video das aufrüttelt:

Die Amazonas-Indianer sagen über uns westliche Menschen, dass wir in einer Trance leben aus Konsum und Zeitvertreib. Es wird Zeit, dass wir aufwachen.

(Danke Michael M. für den Tipp mit dem Video!)

Zu einer nachhaltigen Bank wechseln

Bei welcher Bank Ihr Euer Girokonto führt hat mehr Einfluss auf das Wohl der Welt, als vielen bewusst sein wird. Denn die  Bank arbeitet mit dem Guthaben auf Eurem Konto. Sie investiert es in Aktien oder verleiht es in Form von Krediten.

Wer von Euch hat sich mal damit beschäftigt, was genau die Bank mit dem Geld auf Euren Konten macht? Ich jedenfalls hatte mich nicht damit beschäftigt. Vor Jahren wurde ich Kunde bei einer deutschen Großbank. Der Bankberater war super nett und wirkte professionell. Und die Konditionen für Kontoführung und Kredit schienen günstig.

Konventionelle Banken legen das Geld der Kunden mit dem Ziel an, möglichst hohen Gewinne zu erwirtschaften. Das freut die Gesellschafter und Aktionäre der Bank. In zweiter Linie dürfen sich auch deren Kunden freuen über gute Konditionen.

Das ist ökonomisch sinnvoll, wird aber mit einem hohen Preis erkauft. Denn hohe Gewinne versprechen besonders Investitionen in Waffengeschäfte, Nahrungsmittel-Spekulationen, Geldverleih an Despoten, Gentechnik, Atomkraft, Hedgefonds, Kinderarbeit… diese Art von Geschäften würden viele Bank-Kunden unter Protest ablehnen – wenn sie davon wüssten. Also werden sie im Unklaren gelassen.

Viel zu selten kommt etwas davon an die Öffentlichkeit. Wer selber nachlesen möchte findet dennoch im Internet ausreichend Belege. Hier ein paar Beispiele:

  • Deutsche Wirtschafts Nachrichten berichtet über acht deutsche Finanzinstitute, namentlich die Deutsche Bank, die Commerzbank, HypoVereinsbank, Bayern LB, Sparkassen Finanzgruppe, Heleba und KfW, die einer Untersuchung zufolge an der Finanzierung von Atomwaffen beteiligt sind.
  • taz über die Deutschen Bank und die Spekulation mit Lebensmitteln.
  • DIE WELT schreibt über Geldgeschäfte mit Despoten durch die Deutsche Bank und HypoVereinsbank.
  • DIE ZEIT über „Das Blut-Geld der Despoten“ bei Schweizer Banken.

Ich wechsle zu einer ethischen Bank!

Jetzt wechsle ich zur GLS-Bank. Mein Geld wird dort nur nach strengen ethischen Richtlinien investiert. Keine Rüstungsgeschäfte, keine Kinderarbeit, keine Gentechnik, keine Embryonen-Forschung. Weder Investitionen in Atomindustrie, Porno-Industrie noch in Lebensmittel-Spekulationen. Konzerne, die Kinderarbeit oder Verletzung von Menschenrechten dulden, sind tabu.

Die GLS-Bank ist transparent. Ich kann bis ins Details nachlesen, was sie mit meinem und dem Geld der anderen Kunden macht.

Neben der GLS-Bank gibt es noch weitere alternative Banken. Da ist die EthikBank, eine Tochter der Volksbank Eisenberg. Da sie abhängig ist von einer konventionellen Bank kam sie für mich nicht in Frage. Weiterhin gibt es die Triodos-Bank, ebenfalls wie GLS mit einem anthroposophischem Hintergrund. Bei Triodos kann man Geld europaweit kostenlos per MasterCard abheben. Allerdings scheint das Handling umständlich, da man die MasterCard online aufladen muss. Die UmweltBank ist eine Investmentbank – auf die Abwicklung der normalen Bankgeschäfte ist sie nicht ausgerichtet.

Generell sind Genossenschaftsbanken wie Volks- und Raiffeisenbanken weniger geneigt, hochriskante und unethische Geschäfte zu tätigen, da ihre Anlagestrategie auch viel transparenter ist.

Bankenwechsel mit Risiko?

Vor dem Bankenwechsel hatte ich die Sorge, dass ich an Service einbüße. Aber inzwischen bin ich beruhig:. Bargeld kann ich an allen Geldautomaten der Volks-, Raiffeisenbanken und Sparda-Banken abheben. Davon gibt es über 19.000, in fast jedem Dorf. Für den Auslandseinsatz steht mir die GLS-MasterCard zur Verfügung. Und für Kreditberatung, sollte ich das mal brauchen, könnte ich mich beim Telefonservice oder direkt in einer der sieben Filialen beraten lassen.

Die Kontoführung bei der GLS-Bank kostet 43 Euro. Das ist bestimmt mehr als bei Eurer konventionellen Bank. Tatsächlich erlässt Euch eine konventionelle Bank Gebühren als Gegenleistung für Eure Unterstützung von Kinderarbeit, Atomkraft, Despoten, Hunger und Umweltverschmutzung.

Ist es das wirklich wert?

Fazit:

  • Wechselt zu einer Bank mit klaren ethischen Richtlinien. Lasst Euer Geld nicht für Umweltverschmutzung, Nahrungsmittel-Spekulationen, Despoten oder Atomkraft arbeiten!

Titelbild: Szaaman / CC-BY-SA-3.0

Nachhaltig mit der Erde umgehen (Earth Overshoot Day)

Jeden Tag nutzen wir natürliche Ressourcen der Erde um zu leben. Wasser, Getreide, Brennmaterial, Bauholz und auch die Möglichkeit, das von uns erzeugte CO2 aufzunehmen und umzuwandeln. Für Mutter Erde prinzipiell kein Problem, hat sie doch die wunderbare Fähigkeit, eine Nutzung durch natürliche Kreisläufe wieder auszugleichen.

„Globale Biokapazität“ – darunter versteht das Global Footprint Network die Menge der verfügbaren natürlichen Ressourcen der Erde, die sie wieder ausgleichen kann. Berechnet wird auf dieser Grundlage, bis zu welchem Tag im Jahr diese Biokapazität aufgebraucht ist.

In einer nachhaltigen Gesellschaft würde diese Biokapazität für das ganze Jahr ausreichen. Aber davon sind wir leider immer weiter entfernt. So wird aus dem nachhaltigen „Nutzen“ ein „Ausbeuten“. Das kann auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht funktionieren.

13. August 2015 – Tag der Erdüberlastung

Am 13. August 2015 war es soweit. An diesem Tag hatten wir die Biokapazität ausgeschöpft. Sechs Tage früher als im Vorjahr. Seit dem nutzen wir jeden Tag mehr Ressourcen, als die Erde nachhaltig erneuern kann.

Die Folgen sind schrumpfende Wälder, überfischte und übersäuerte Meere, Lebensmittelkrisen, viele Zivilisationskrankheiten und die Überlastung der Erde mit Abfällen und Emissionen. Der Klimawandel ist eine der spürbarsten Auswirkungen der ökologischen Überlastung.

Die westliche Industriegesellschaft hat sich in ihren Anfängen den Freifahrtschein zur rücksichtslosen Ausbeutung der Erde und ihrer Lebewesen ausgestellt. Mit dieser Einstellung ist unsere Generation aufgewachsen.

Wir sind so beschäftigt mit dem Alltag, dass wir unseren eigenen Beitrag zur Ausbeutung oft nicht wahrnehmen. Wenn doch, dann möchten wir ihn als Notwendigkeit sehen um unseren Lebensstandard halten zu können und damit unsere Wirtschaft funktioniert.

So blieb der Earth Overshoot Day eine störende Randnotiz in den Abendnachrichten, gefolgt vom ausführlichen Fußball- und Wetterbericht.

Wir müssen aus unserer gewohnten Einstellung ausbrechen. Das ist unbequem. Aber es gibt etwas, das wichtiger ist als Geld, Macht, Zerstreuung und Karriere – die Zukunft des Planeten und all seiner Lebewesen.

Es liegt an uns. An jedem Einzelnen.

Was tun?

  • Geht Achtsam mit der Erde um. Macht Euch Gedanken, wo Euer eigener Anteil am Raubbau an der Natur ist – und wo Ihr etwas tun möchtet.
  • Es gibt viele gute Blogs zum Thema und auch wissenschaftlich fundierte Informationsquellen zum Zustand der Erde. Google steht Euch offen: https://www.google.de/#q=zustand+der+erde&tbs=qdr:y
  • Belastet die Produktionsbedingungen in China nur deren Umwelt? „Umwelt“ hat keine Grenzen.
  • Alles, was wir der Erde zufügen, fügen wir auch uns zu. Wir sind ein Teil der Erde. 

Duschen – ohne Schadstoffe und Plastikmüll.

Mit Seife und deren Umwelt-Auswirkungen habe ich mich ausgiebig in der Theorie befasst. Jetzt wird es für mich Zeit, auch Konsequenzen zu ziehen.

Das war einmal – Konventionelle Flüssigseifen

Für die Dusche verwendete ich bisher zwei unterschiedliche Flüssigseifen – eine Körperseife und ein Shampoo. Beide in dickwandigen Plastikflaschen. Die Körperseife gibt es auch im Nachfüllpack. Das spart immerhin etwas Plastikmüll.

Beide Flüssigseifen haben eine recht lange Liste an Inhaltsstoffen. Erstaunlicherweise sind einige davon nicht unumstritten in ihrer Verträglichkeit für Menschen.

Die Unverträglichkeit für die Natur steht allerdings außer Frage. Und so schäumte ich bisher bei jedem Duschen für die Wasserwelt giftige Substanzen in den Abfluss. Nicht alle dieser Substanzen können die Klärwerke restlos aus dem Wasser filtern. Sie gelangen in die Gewässer und schlussendlich in unsere Nahrungskette. Duschgel zum Essen.

Duschen mit Plastik

Vorher – Konventionelles Duschen mit Plastikmüll

Nachher – Das Neue Bio-Duschen

Seit diesem Monat sind die Flüssigseifen aus meiner Dusche verbannt. Als Ersatz habe ich eine feste Seife für mich entdeckt, die mich nicht wegen ihrer schwarzen Farbe fasziniert. Sie ist cremig, schäumt wie ein Weltmeister und tut meiner Haut spürbar gut. Und sie so gut, dass meine Tochter sie heimlich verwendet statt zur Himbeerduft-Kinderseife zu greifen.

Duschen ohne Müll

Nachher – duschen mit Dudu-Osun

„Dudu Osun“ heißt diese schwarze Seife aus Nigeria. Sie kommt umweltverträglich in der Pappschachtel daher. Der Duft und das wohltuende Gefühl ist den rein biologischen bis exotischen Inhaltsstoffen geschuldet: Palmkernöl, Asche verbrannter Kakaobohnenschoten, natürliches Glycerin, Sheabutter und kleine Mengen Honig, Zitronensaft, Limettensaft sowie afrikanisches Sandelholz. Ohne den Honig wäre sie vegan.

Sie ist nicht nur mein Ein-Und-Alles beim Duschen. Manche Männer verwenden sie auch wegen ihrer guten anti-bakteriellen Eigenschaften als Rasierschaum. Soweit bin ich noch nicht, aber ich werde es mal ausprobieren und Euch dann berichten.

Verträglichkeit und Alternativen

[Nachtrag 4. März 2016] – Inzwischen nutze ich Dudu-Olsun-Seife schon sehr lange. Allerdings haben einige Leser berichtet, dass sie bei ihnen Juckreiz und Rötungen ausgelöst hat. Als Alternative solltet Ihr deshalb die tollen Seifen von auf Nachhaltigkeit bedachten Herstellern wie SpeickLUSH, oder Weleda probieren. Die findet Ihr in Bio-Läden. Sobald ich meine schwarze Seifen aufgebraucht habe probiere ich auch Alternativen aus. Bis dahin produziere ich schwarzen Schaum 😉

Was tun?

Unseren ökologischer Fußabdruck.

Jeder von uns hat seinen ganz persönlichen Anteil am weltweiten Ressourcenverbraucht. Unsere Lebensmittel, Konsumgüter und Energie wollen produziert werden. Wir benutzen Infrastruktur und brauchen Wohnraum.

Wie hoch unser Anteil ist drückt der „ökologische Fußabdruck“ aus, den Wikipedia so erklärt:

Unter dem ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter den heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ökologischer_Fußabdruck

Die Ressourcen der Erde sind endlich – gleichzeitig wächst die Erdbevölkerung rasant und verlangt nach steigenden Lebensstandards. 1,8 Hektar Fläche kann die Erde pro Mensch nachhaltig bereit stellen. Wir verbrauchen jedoch 2,7 Hektar und leben somit nicht mehr nachhaltig. Wir Deutsche tragen mit 4,6 Hektar Flächenbedarf zu diesem Ungleichgewicht erheblich bei.

Zwangsläufig kommt es deshalb zu Verteilungskämpfen und Umweltzerstörungen. Langfristig werden wir so unseren Lebensstandard nicht halten können. Zur Zeit fühlen sich die Verteilungskämpfe noch weit weg an, kaum mehr denn Themen in der Tagesschau. Die Umweltzerstörungen dagegen sind schon da: Klimawandel, Artensterben, Plastikmüll in den Ozeanen, Anreicherung von Chemikalien in der Umwelt und in Lebewesen – eine leider endlose Liste.

Wir müssen uns bewusst werden, dass jedes Handeln und Konsumieren seine Spuren auf der Erde hinterlässt. Umdenken statt Wegsehen ist dringend notwendig. Da hilft es nicht, dass wir dieses Umdenken von „den anderen“ erwarten. Wir müssen bei uns selbst anfangen. Jeder einzelne. Auch wenn es kleine Schritte sind.

Vegan auch mit Kindern – mein neuer Blog

Manchmal juckt es mich in den Fingern, mehr zum Thema Ernährung ohne tierliche Bestandteile und ohne Tierleid zu schreiben. Von Banalem wie vegane Rezepten die auch Kinder mögen, Tipps für „Vegan-Einsteiger“ bis hin zu politischen Beiträgen. Das passt nicht zu Hundertsand. Das passt nicht zu Hundertsand, also habe ich mich zurück gehalten.

Bis jetzt: In meinem neuen Blog „HundertMalVeggie“ befasse ich mich mit genau diesen Themen: Vegan auch mit Kindern.

Schaut mal vorbei: hundertmalveggie.wordpress.com!

Seife und ihre Auswirkung auf die Umwelt

Etwa sieben mal pro Tag waschen wir uns die Hände. In meinem Leben werde ich das noch über 100.000 mal machen. Hier mal hinzuschauen kann sich für die Umwelt lohnen…

Handwaschmittel verdrängen Seifen

Als Kind habe ich die Hände mit Wasser und einem Seifenstück gewaschen. Heute ist in meinem Badezimmer wie in vielen anderen die klassische Stückseife durch einen Spender mit Flüssigseife ersetzt. Das ist einfach bequemer und schicker. Gedanken habe ich mir darüber nie gemacht.

Die klassische Seife wird seit Jahrhunderten aus pflanzlichen oder tierischen Fetten, Lauge und Düften hergestellt – ein sehr einfaches Produkt. Flüssigseife hat mit ihren gänzlich anderen Inhaltsstoffen damit nichts mehr gemein. Sie ist keine flüssige Seife, sondern mehr dem Geschirrspülmittel verwandt und sollte korrekterweise Handwaschmittel genannt werden.

Handwaschmittel aus schicken Spender sehen immer gut aus. Lassen sich einfach nachfüllen. Haben keine verschmierte Oberfläche wie durchnässte Seifenstücke. Und die Industrie freut sich über ein zig-faches an Gewinn im Vergleich zur Stückseife.

Für die einen ein Markt mit hohen Gewinnspannen – für unsere Umwelt leider eine große Belastung.

Verpackungsmüll

Flüssigseifen in Einmal-Spenderflaschen aus dem Supermarkt erzeugen unheimlich viel sinnlosen Plastikmüll. Da spart es schon viel Plastik, wenn man nur Nachfüllpacks kauft. Aber nicht nur die Verpackung, auch in einigen Flüssigseifen selbst ist Mikroplastik enthalten, damit sie schön cremig und glänzend aussehen. Dieses flutscht durch die Klärwerke durch, wandert weiter in die Nahrungskette und irgendwann essen wir plastinierte Fische. Lecker.

Stückseifen dagegen kommen ohne Mikroplastik meistens im Papier verpackt daher. Von „ganz wenig“ bis null Plastik.

Belastung durch Transport

Zum größten Teil bestehen Flüssigseifen aus Wasser. Das daraus resultierende Gewicht und Verpackungsmaß bringt im Vergleich zur klassischen Stückseife deutlich höhere Umwelt-Belastungen beim Transport mit sich.

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe von Stückseife mit Bio-Standard können gut abgebaut werden. Veganer sollten darauf achten, dass ihre Seifen nur pflanzliche Fette enthalten.

Einige industrielle Hersteller verwenden bedenkliche Stoffe. So findet sich beispielsweise bei den Produkten von DOVE die Chemikalien EDTA und Tetrasodium Etidronate. Beide sind eine große Belastung für die Umwelt.

Nicht ganz so aufgeräumt wie bei Bio-Stückseifen sieht die Inhaltsliste bei vielen Flüssigseifen aus. Viele der dort aufgeführten Chemikalien haben keinen praktischen Nutzen für die Sauberkeit: Konservierungsstoffe, Duftstoffe, Farbstoffe. Und Stoffe, damit die Seife schön schäumt. Viele verbinden Schaum mit „sauber“. Dabei hat Schaum keinerlei reinigende Wirkung.

Neben EDTA, welches sich leider auch in vielen Flüssigseifen wiederfindet, verwenden einige Diethanolamine (DEA) um den pH-Wert einzustellen. DEA gilt als krebserregend und fischgiftig.

Verträglichkeit

Seifen binden nicht nur das Schmutz-Fett, sondern entfernen auch einen Teil des natürlichen Fettfilms der Haut. Das kann zur Austrocknung führen. Schutz davor und ein besseres Hautgefühl bieten Seifen mit hohem Glyceringehalt. „Rückfettende“ Seifen basieren darauf, dass ein Teil der Seife durch Fette bereits gebunden ist, weshalb sie sich milder anfühlen, tatsächlich aber weniger reinigen.

Allergiker freuen sich über Olivenölseifen, da Seife aus natürlichen Fetten von den meisten Menschen vertragen werden. Synthetische Tenside in industriellen Flüssigseifen können dagegen als Allergen wirken.

Einige Seifen („Arztseifen“) sind angeblich antibakteriell. Die FDA in Amerika ist der Meinung, dass die dazu verwendete Chemikalie zu Gesundheitsprobleme führen. Also: Lieber Hände weg von Seifen oder Handwaschmitteln mit antibakterieller Wirkung.

Seife als Bakterienschleuder?

Ein hartnäckiges Vorurteil gegen Stückseife sind die Bakterien, die dort vom Vorbesitzer auf der Seifenoberfläche schlummern und durch mich beim Einseifen an meine Hände kommen. Eine eklige Vorstellung. Was viele vergessen: Die Seifenoberfläche ist alkalisch – für Bakterien und Keime mehr als ungemütlich. Noch ungemütlicher wird es für Bakterien, wenn die Seife trocken wird. Deshalb sollten Seifenschalen so beschaffen sein, dass Wasser abläuft. Dann werden die Seifenstücke auch nicht schmierig.

Und selbst falls ich Mikroorganismen beim Berühren der Seife auf meine Hände bekommen sollte – diese „fremden“ Keime werden mit dem Wasser genauso wieder abgespült wie meine „eigenen“. Denn darin besteht eben die Wirkung von Seife: Mikroorganismen von der Haut zu lösen, damit sie vom Wasser weg gespült werden können. Das es hier kein Hygiene-Problem gibt bestätigt auch das Institut für Hygiene der Universität Graz.

Das gleiche gilt übrigens auch für den Pumpspender bei Flüssigseifen. Auch dieser wird von vielen dreckigen angefasst. Und auch diese Bakterien werden wieder abgewaschen.

Fazit

Ich habe vor einiger Zeit auf der Toilette von Pumpspender auf Stückseife umgestellt. Und sobald der Seifenspender im Bad leer ist, wird auch er durch ein Seifenstück ersetzt.

Dann verursacht mein Händewaschen je nach Seifenhersteller null Plastikmüll. Spült keine giftigen Chemikalien und Mikroplastik in die Gewässer. Meine Seife wird dann nur Inhaltsstoffe haben, die sich biologisch abbauen lassen. Und die bei der Produktion nur geringe Belastungen für die Umwelt bedeutet. Ein kleiner Schritt, aber große Wirkung bei noch 100.000 mal Händewaschen.

Das klassische Duschmittel habe ich ersetzt durch eine Bio-Duschseife. Seit einiger Zeit wasche ich meine Haare mit Natron – null Seife, keine giftige Chemie. Darüber könnt Ihr hier mehr lesen: Giftfrei Haare waschen – mit NatronStatt Rasierschaum aus einem Spender nutze ich Seife – mehr dazu lest ihr hier: Rasierschaum ohne Müll und Gift.

Was tun?

  • Sollen es Flüssigseifen sein, dann nur Produkte zu denen es Nachfüllbeutel gibt.
  • Keine Produkte mit „Antibakterieller Wirkung“, EDTA und DEA nutzen. Diese Stoffe schaden dem Körper und der Umwelt.
  • Flüssigseife ersetzen durch eine gute Stückseife auf rein pflanzlicher Basis. Dabei darauf achten, dass die Seifenschale Löcher hat, damit das Wasser ablaufen kann.
  • Versucht einmal, Eure Haare mit Natron zu waschen.