Archiv der Kategorie: Allgemein

Taschentücher. Nachhaltig.

Nasskaltes Wetter – die Nasen laufen um die Wette. An allen Ecken und Enden wird geschnieft und in flauschige, weiße Papiertaschentüchern geschnäuzt.

Das war nicht immer so: Mit der Marke „Tempo“ begannen in Europa Papiertaschentücher erst ab 1929 die bisher genutzten Stofftaschentücher zu verdrängen. Das schafften sie, weil die Menschen unsicher waren, ob nach deren Wäsche noch gefährliche Keime in den Stofftaschentücher lauerten.

Heute können wir mit Gewissheit sagen, dass Stofftaschentücher durchaus hygienisch verwendbar sind. Wir könnten also das Rad zurück zu drehen. Und das sollten wir auch…

Papiertaschentücher und deren Auswirkung auf die Umwelt

Bei Papiertaschentüchern bedeutet Plastikmüll. Jeweils 10 Tücher bieten sich uns zum  Naseputzen in einem Plasik-Päckchen an. Im Supermarkt können wir diese Päckchen im Sammelpack durch Plastik gebündelt kaufen.

Auch wenn Papiertaschentücher aus dem nachwachsenden Rohstoff „Holz“ bestehen – sie sind alles andere als klimaneutral: Angefangen von den CO2-Emissionen durch die weiten Transportwege des Holzes aus dem Wald zur Fabrik bis hin zur Zellstoffgewinnung, die laut Umweltbundesamt sehr energie- und wasserintensiv ist und kritische Emissionen entstehen lässt.

Deutlich weniger umweltbelastend sind Taschentücher aus Recyclingpapier. Diese sparen mehr als die Hälfte an CO2. Leider verwenden fast alle Hersteller frischen Zellstoff.

Nach dem Gebrauch landen die nicht recycling-fähigen Papiertaschentücher im Restmüll. Aufwändig erzeugter Zellstoff von jährlich mehreren Milliarden Taschentüchern wird so dem Kreislauf entzogen. Würden sie in bei einem Ausflug in der Natur „entsorgt“, verschandeln sie bis zu 5 Jahre lang die Landschaft. Nachhaltigkeit geht anders.

Das Tempo rausnehmen!

Manchmal reist das Holz für die papiernen Taschentücher aus fernen Ländern an. Wie vor einigen Jahren noch bei Tempo (ob das heute noch so ist, ist mir unklar…): Zumindest bis zum Jahr 2006 bestanden die Tempo-Taschentücher hauptsächlich aus Eukalyptus-Holz. Dieses wuchs in brasilianischen Monokulturen und sorgte für das „Plus ein Weichheit“. Regenwälder und deren indigene Bewohner mussten für den Anbau gewaltsam weichen. Schade, dass Tempo erst nach massiven öffentlichen Druck durch Robin Wood sich zumindest von einem der übelsten Holzlieferanten getrennt hat.

Damit das Papiertaschentuch hygienisch weiß aussieht muss es gebleicht werden. Laut Ökotest erreichen die meisten Hersteller das auch ohne giftiges Chlor. Nur Feeling, Gut & Günstig Supersoft, Regina Softis und wieder einmal Tempo fielen im Test mit Chlorbleiche auf.

Und noch eine Unfassbarkeit fand ich bei meinen Recherchen: Tempo ist auf der Liste von Firmen, welche Tierversuche durchführen! Für Taschentücher! Da kann ich nur den Kopf schütteln. Für mich ist ganz klar – Tempo-Taschentücher kommen mir nicht mehr ins Haus.

Wenn Papier, dann mit blauem Engel!

400px-be_logo_juryumweltzeichen_menschumwelt-svgFalls ihr Papiertaschentücher kauft, dann achtet unbedingt auf Produkte aus Recyclingpapier. Die erkennt ihr an dem Gütesiegel „Blauen Engel“. EDEKA scheint solche aus dem Sortiment genommen zu haben. Macht nichts, es gibt Alternativen: Soft&Sicher bei dm, Alouette (Rossman), memo Recycling (memo), Mach Mit! (Rewe), Öko-Purex, WEPA Taschentücher… Die gesamte Liste findet Ihr direkt auf der Webseite vom Blauen Engel.

Noch machen bei Papiertaschentüchern aus Recycling weniger als zwei Prozent des Taschentuch-Umsatzes aus. Das können wir ändern!

Stofftaschentücher zur Rettung der Laufnasen!

Für mich gibt es genug gute Gründe für Stofftaschentücher. Da fällt kein Plastikmüll an, sie lassen sich mehrfach verwenden und schonen dadurch die Umwelt, besonders wenn sie    aus Bio-Baumwolle oder „Second-Nose“ (also gebraucht) sind. Die weichen Taschentücher aus Baumwolle findet nicht nur meine Nase sehr angenehm, auch die Nasen vieler Allergiker scheinen das zu freuen, wie Internet-Foren berichten.

Gebrauchte Stofftaschentücher gibt es von Eltern oder Großeltern, von Freunden (deren Eltern), bei eBay-Kleinanzeigen, eBay selbst oder einfach nach „Stofftaschentücher gebraucht“ googeln. Neue Taschentücher aus Bio-Baumwolle verkauft der Online-Shop Kulmine.

Und so hält Zuhause eine kleine Kiste viele hübsche bunte Taschentücher griffbereit. In der Winterzeit begleitet mich immer eines davon in der Hosentasche. Dafür ist es ratsam, sich nicht die Hosentasche mit überdimensionierten Herrentaschentücher auszubeulen, sondern zur kleinere Varianten zu greifen.

Die Sache mit der Hygiene…

Beruhigend finde ich, dass bei 60 Grad in der Waschmaschine die Keime kaputt gehen. Höhere Temperaturen sind dafür nicht notwendig. Deshalb dürfen die benutzten Tücher mit in die 60 Grad-Wäsche, die sowieso auch ohne sie anfallen würde (falls ihr nicht so heiß wascht, meint Wasteland Rebel, übergießt die Taschentücher vor der Wäsche mit kochendem Wasser und lässt sie 15 Minuten darin stehen). Wer an der Keimfreiheit zweifelt, bügelt die Taschentücher und tötet damit auch den letzten Übeltäter.

Und so freut sich meine Laufnase darüber, vom Stofftaschentuch sanft trocken getupft zu werden. Das Taschentuch darf dann auch gern mehrfach verwendet werden, ohne dass es eklig wird. Denn mit den eigenen Keimen kann man sich selbst nicht (mehr) anstecken. Allerdings nach einem ausgiebigen Schnäuzen findet das Tuch zügig seinen Weg in den Wäschekorb.

Auf verschnupften Ausflügen darf ein Vorrat an frischen Stofftaschentücher mitkommen. Die benutzten sammeln sich in einer kleinen Box, bis sie nach dem Ausflug die Wäsche bereichern. Wer das zu unhandlich findet kann immer noch für unterwegs auf eine Packung Recycling-Papiertaschentücher zurück greifen.

Was tun?

  • Besorgt Euch Taschentücher aus Stoff. Und genießt das angenehme weiche Gefühl an der Nase.
  • Wenn Papiertaschentücher, dann nur mit dem Blauen Engel gekennzeichnete Marken – und macht einem Bogen um umweltschädliche Taschentücher aus dem Mainstream.

Fluoride meiden

Meinen Beitrag möchte ich mit einem Zitat beginnen, den der SWR veröffentlicht hat:

Fluorid ist ein Spurenelement und kann tatsächlich in hoher Konzentration giftig wirken. Wenn zum Beispiel ein Kind eine ganze Tube Zahnpasta aufessen würde, dann könnte es daran sterben. Dieses Risiko besteht aber nicht bei sachgerechter Anwendung.

Wie geht es Euch mit diesem Zitat? Mich hat es aufgeschreckt. Schließlich putzten wir seit Jahren unsere Zähne mit fluoridhaltigen Zahnpasten. Und beim Kochen griff ich zum  Speisesalz „mit Zusatz von Jod und Fluorid“.

Meine erste Anlaufstelle für weitere Recherchen war Wikipedia: Dort ist für Kleinkinder eine sichere toxische Dosis von 5 mg Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht angegeben. In einer Tube Zahnpasta befinden sich 100 mg Fluorid. „Ein 15 kg schweres Kind hätte beim Verzehr der gesamten Tube Zahnpasta die wahrscheinlich toxische Dosis damit überschritten“.

Bisher dachte ich, dass ich beim Kauf von Produkten „mit Fluorid“ der Gesundheit etwas Gutes täte. Wieso sonst sollten die Hersteller von Zahnpasten und Speisesalze diesen Zusatz so prominent auf den Produktverpackungen vermarkten?

Wieso sind Fluoride in Zahnpasta?

Fluoride sind in der Natur weit verbreitet. Sie sind die Salze von dem hochreaktiven chemischen Elemente Fluor. Wir nehmen Spuren davon täglich aus natürlichen Quellen zu uns. Am meisten durch Leitungswasser, Gemüse, Fisch und Schwarztee. Fluoride haben im menschlichen Körper keine wichtige Funktion und werden normalerweise auch wieder ausgeschieden (mit zunehmenden Alter allerdings immer schlechter). Somit gibt es auch keine Fluorid-Mangelerscheinungen. 

Dennoch wird den Fluoriden etwas gutgeschrieben: eine hemmende Wirkung gegen Karies. Entdeckt wurde diese in den USA in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts dadurch, dass die Bevölkerung in Gebieten mit hohem Fluoridgehalt im Trinkwasser weniger Karies hatte.

Diese Entdeckung war auch bitter notwendig, weil wir westliche Menschen uns immer zuckerhaltiger ernährten. Zucker und zuckerhaltige Getränke sind die Hauptursache für Karies. Nicht nur die Zahnärzteschaft war erfreut über diese Entdeckung. Sondern auch die boomende Zuckerindustrie. Verständlicherweise möchte sie verhindern, dass wir Konsumenten aus Angst vor dem Zahnarztbohrer ihren süssen Zucker meiden. Die einflussreiche Zuckerindustrie, darunter Unternehmen wie Coca-Cola Company gehören deshalb bis heute noch zu den wichtigsten Geldgebern für die Fluorforschung.

Auf die Einsicht, dass eine Kariesprävention durch Reduktion des Zuckerkonsums aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen ist, folgten erste Fluoridierungsversuche. (Quelle: Wikipedia)

Was machen Fluoride im Körper?

Fluoride im Mund härten die Zähne und machen sie resistenter gegen Säuren. Damit sie beim Zähneputzen einwirken können wurde die Empfehlung ausgesprochen, mindestens drei Minuten lang zu putzen. Über die Mundschleimhaut kommen sie auch in den Körper. Bei Kindern, die Zahnpasta verschlucken, sowieso.

Karies möchte ich wirklich nicht. Allerdings auch nicht, was Fluoride in meinem Körper sonst noch anstellen können. Ich habe null Kontrolle darüber, wie viel ich in mich aufnehme über fluoridierte Zahnpasta, mein fluoridiertes Speisesalz, Speisesalz beim Mittagstisch in Restaurants, fluoridiertes Mineralwasser, natürliche Fluorquellen in Leitungswasser und Gemüse – wer soll das wissen?

Klar ist, dass Fluoride alles andere als gesund sind. Die Liste von möglichen Schädigungen durch Fluoride ist zu umfangreich, als dass ich sie hier wiedergebe. Viele der Vorwürfe sind nicht eindeutig bewiesen. Aber wer mag warten, bis dem so ist? Lest selbst:

Nur eines möchte ich hervorheben: Fluoride sollen angeblich die Entwicklung des Gehirns von Kindern stören. Auch wenn es nicht bewiesen ist würde ich einem Neugeborenen weder Fluoretten geben noch einer Fluoridierung in der Schule zustimmen.

Xylitol als Alternative zu Fluoriden

Die Vereinigung der anthroposophischen Zahnärzte empfiehlt dringend, von Flurorid in Zahnpasta abzusehen. Was also hilft gegen Karies?

Eine naheliegende Kariesprophylaxe liegt in der Vermeidung von Zucker und zuckerhaltigen Produkten. Bei Kleinkindern keine Fruchtsäfte oder andere Süßgetränke in die Nuckelflaschen machen. Wichtig ist das richtige Putzen. Zudem ist es ratsam, nach dem Essen mindestens 30 Minuten bis zum Zähneputzen zu warten, damit sich der durch Säure im Essen angegriffene Zahnschmelz erholen kann.

Statt Fluoride wirkt der Zuckeraustauschstoff „Xylit“ (auch Xylitol) gegen Karies. Dieser aus Birkenholz und anderen Pflanzen gewonnene Stoff ist im Gegensatz zu Fluoriden ungiftig.

Die Besonderheit an Xylit ist seine in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesene kariostatische und antikariogene Wirkung. (Wikipedia)

Meine Kinder und ich putzen unsere Zähne mit Zahnpasten mit Xylit von Weleda und Lavera. Weitere Hersteller findet Ihr bei Utopia. Nach einigen Geschmackstests hat sich mein Kleinster für das Zahn-Gel von Weleda entschieden. Wir anderen putzen mit der von Lavera.

Frau Hundertsand hat Zahnpasta selbst hergestellt – nach dem Zähneputzen wird mit einer Xylit-Lösung nachgespült, die wir eine Minute im Mund lassen und dann ausspucken.

Speisesalz mit Fluorid ist aus unserem Haushalt verbannt. Mineralwasser kaufen wir sowieso nicht – ansonsten würde ich hier auf fluoridarmes Wasser achten.

Nachsatz: Wir vertrauensselige Konsumenten

Wie so viele von uns habe auch ich darauf vertraut, dass die Industrie schon weiß, was sie uns Gutes tut und im Zweifelsfall sicher irgend eine Behörde im unseren Sinne darüber wacht. Wer von uns Konsumenten hat denn schon wirklich Ahnung, was hinter diesen Werbesprüchen steckt?

Was mir bei solchen Recherchen wie die für diesen Artikel immer bewusster wird, ist, dass die Industrie nicht das Ziel hat, zur Volksgesundheit beizutragen. Sondern die Unternehmen sind auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Organisationen. Und wenn wir, unwissende Konsumenten, vertrauensselig bevorzugt Produkte mit solchen markigen Zusätzen „Mit Fluorid“ kaufen, ergibt sich daraus ein Marktvorteil für die Hersteller mit diesem Zusatz – und ein Nachteil für alle ohne. In Folge setzen sich solche Produkte durch. Passende unterstützende „Studien“ werden oft im Paket gleich mit geliefert.

Auch die renommierte „Stiftung Warentest“ schwört heute immer noch vehement auf Fluoride in Zahnpasta  – und wertet Alternativprodukte ohne diese Zusätze als „mangelhaft“ ab. Schade.

Ausflugstipp: Verschwörungstheorien

Wer die Zeit hat dem empfehle ich die Lektüre der vielen Verschwörungstheorien aus dem Internet zum Thema Fluorid. Diese abendfüllende Welt von haarsträubenden Krimis eröffnen sich mit der Google-Suche nach „Fluorid Lüge“, mit vielen nicht belegten Behauptungen und Zitaten aus angeblichen Gegenstudien. Mehrfaches Wiederholen und gegenseitiges Abschreiben steigert nicht den Wahrheitsgehalt. Wobei bei einigen ein Körnchen Wahrheit verborgen sein wird.

Was tun? 

Das Thema ist sehr emotional. Deshalb bilde sich jeder seine eigene Meinung. Ich selbst…

Hoffnung

Die Welt befindet sich im Wandel. Es ist wunderschön, das zu erkennen. Weltumspannend bemühen sich Menschen um eine bewusstere Lebensweise, die wieder mit dem Wunder des Lebens verbunden ist. Es sind nicht nur GreenpeaceWWF oder Change.org. Es sind die Millionen von einzelnen Menschen, die sich weltweit aufmachen und ihren Lebensstil verändern. Sie verbünden sich in unzähligen regionalen Organisationen und berichten über ihre Wege in spannenden Weblogs.

Freudig erstaunt bin ich, dass auch die Verantwortlichen in den Regierungen auf die großen Probleme unserer Zeit reagieren. Neben Deutschland unternehmen weitere 194 Länder Anstrengungen, um die im „Pariser Abkommen“ vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Dieses Abkommen ist am 4. November 2016 in Kraft getreten. Wie beim Protokoll von Montreal, bei dem weltweit FCKW verboten wurde, entwickelt sich in der Menschheit quasi in letzter Sekunde die Einsicht, dass wir alle global handeln müssen – und können!

So ist es schön zu lesen, dass die Bundesregierung diesen riesigen Apparat „Deutschland“ ab 2050 klimaneutral umgestalten möchte. Dass ab 2020 keine Gas- und Ölöfen mehr erlaubt sein werden. Dass viele Unternehmen in Richtung Energie-Effizienz streben und Elektromobilität sowie Ökostrom deutlicher in den Fokus rücken.

Dabei ist die Klimaveränderung nur ein Symptom, aber nicht die Ursache der globalen Krankheit. Eine Ursache für die Klimaveränderung liegt in dem Wachstumsglauben unserer westlichen Welt. Und so finde ich es wunderbar, dass manche Unternehmen von diesem Glauben abrücken und erkannt haben, dass auch bewusstes Schrumpfen gesund sein kann. Stichworte dafür sind die Postwachstums-Ökonomie und die Gemeinwohl-Ökonomie.

Und auch bei den einzelnen Menschen verändert sich viel. Immer schneller nimmt die Zahl derjenigen zu, die sich für eine vegane Ernährung und Lebensweise entscheiden. Mehr als 1 Milliarde Menschen ernähren sich heute bereits vegetarisch-vegan. Täglich werden es mehr, in dem Wissen, dass die auf Fleisch und Milchprodukte aufbauende Ernährung schreckliches Leid für unsere Mitlebewesen bedeutet. Und dass Fleisch, Milch, Leder und jegliche andere Produkte mit tierlichen Bestandteilen mit eine der Hauptursachen für den Klimawandel und große Umweltschäden sind.

Es ist einfach schön, in dieser Zeit zu leben und diese alle Veränderungen zu mehr Bewusstheit bei so vielen Menschen zu sehen. Und ein Teil der globalen Bewegung zu sein. Jetzt kommt es auf uns an: Was brauchen wir wirklich, um zufrieden zu sein? In welcher Welt wollen wir Leben? Lasst sie uns gestalten!

Was tun?

  • Bewusstes Leben macht Freude und Sinn. Der erste Schritt ist der wichtigste – die anderen kommen uns dann viel leichter. Ich habe Vorschläge hin zu  einem nachhaltigeren Leben gesammelt, von denen einige sehr einfach in der Umsetzung sind. Auch wenn Ihr nur einen einzigen Aussucht und umsetzt, ist schon viel gewonnen.
  • Größere Veränderungen wie die zur veganen Ernährung werden von unbewussten inneren Widerständen verhindert. Häufige Ausreden sind: Zu aufwändig, keine Zeit, ungesund. Oft ist es eher die Angst, dann vom Umfeld nicht mehr akzeptiert zu werden. Mein Rat – mit kleinen Veränderungen austesten. Vielleicht mit einem veganen Gericht pro Woche anfangen…? Allein bei Chefkoch gibt es über 13.000 vegane Rezepte, meine kleine Liste findet Ihr auf meinem Vegan-Blog. Ach ja – bei der Umstellung Vitamin B12 nicht vergessen.

Minimalismus? – Meine Inventur der Dinge

Angeregt durch eine News auf Utopia.de, wonach der typische Deutsche über 10.000 Dinge besitzen würde, habe ich in einem früheren Beitrag die Behauptung aufgestellt, dass ich bei deutlich unter 1.000 Gegenstände liege.

Das zu beweisen stürzte ich mich in die Inventur meiner Besitztümer. Dabei blieb mir Marias Erfahrungsbericht von widerstandistzweckmaessig im Gedächtnis, deren Partner so wie ich der Meinung war, kaum etwas zu besitzen – was beim Nachzählen schnell widerlegt wurde: „Die Anzahl der Dinge, die man besitzt, wird leicht unterschätzt“. Wie wahr!

250 Dinge beherberge ich allein im Schlafzimmer. Darunter 21 Kleiderbügel, von denen 12 unbenutzt auf dem Boden des Kleiderschrank auf ihren Einsatz warten. Wahnsinnige 60(!) T-Shirts! Die Hälfte davon ziehe ich nicht mehr an, da sie alt und verwaschen sind, nur war ich bisher einfach zu faul sie auszusortieren.

Das Wohn- und Esszimmer inklusive Geschirr und Besteck trägt weitere 435 Dinge dazu, darunter 161 Bücher. Und Unnützes (aber schönes) wie 37 Muscheln und Steine, die meine Kinder und ich gesammelt und im Bücherschrank drapiert haben.

Die Küche bringt mit über 300 Dingen mich bedrohlich nahe an die 1.000 Besitztümer. Und noch ist nicht alles gezählt.

Ich gebe mich geschlagen – ich besitze über 1.000 Gegenstände. Wirklich erstaunlich, wie sehr ich mich hier falsch eingeschätzt habe. Auch wenn bis zu den „durchschnittlichen 10.000“ Gegenständen noch ein weiter Weg ist. Dennoch finde ich, dass ich zu viel besitze.

Da passt auch sehr schön das Zitat von Mahatma Gandhi, welches ich auf dem Blog Minimalismus Leben gefunden habe:

„Man soll weder annehmen noch besitzen, was man nicht zum Leben braucht.“ (Mahatma Gandhi)

Ich werde mich von einigen Dingen trennen. Das fällt nicht einmal schwer, denn bei der Inventur ist mir so Vieles in die Hände gekommen was schon lange nicht mehr in Verwendung war. Es ist einfach ein schönes Gefühl, Ballast abzuwerfen. Bei der nächste Inventur bleibe ich dann im dreistelligen Bereich. Wenn ich mich nicht wieder verschätze.

Wer besitzt denn 10.000 Dinge?

Auf Utopia habe ich gelesen, dass der durchschnittliche Deutsche etwa 10.000 Gegenstände besitzt. Zehntausend!!! Ich bin mir absolut sicher, dass ich kaum auf 1.000 Gegenstände kommen werde.  Jetzt reizt es mich, das heraus zu finden. Ich werde also demnächst Inventur machen.

Wenig zu besitzen finde ich gut und gesund. Ballast abzuwerfen schafft Raum und Ruhe – in der Wohnung und im Kopf. Aber alles mit Maß. Den „strengen“ Minimalismus, bei dem man mit weniger als 100 Gegenständen auszukommen versucht halte ich für zu extrem.

Bei meinem Umzug vor jetzt zwei Jahren habe ich mich von vielem getrennt. Aus Regalmetern an Bücherschränken wurde einen schmalen Schrank. Einige der aussortierten Gegenstände warten in Umzugskartons auf Menschen, die sie wertschätzend entgegen nehmen. An einigen Dingen hängen Erinnerungen an längst vergangene Tage, das macht die endgültige Trennung schwer.

Dennoch. Seit dem ich viel aussortiert habe kann ich nur bestätigen: Weniger zu besitzen fühlt sich gut an.

Auf das Ergebnis der Inventur bin ich selbst gespannt. Ob ich wirklich unter die 1.000 Gegenstände komme?

Der gute Vorsatz 2016

Der Jahreswechsel lädt viele Blogger ein, eine Bilanz vom vergangenen Jahr zu ziehen. Auch ich habe im Stillen zurück geblickt auf das, was mich in 2015 in diesem meinem Vegan-Blog beschäftigt hat.

Dabei merke ich wie es mich frustriert zu sehen, wie blind und unachtsam wir Menschen uns und unsere Welt ausbeuten. Milliarden von Menschen geben sich ganz der Karriere, Konsum und Zerstreuung hin, als wäre es das wichtigste in ihrem Leben. Und fördern mit dieser Lebensweise direkt die Zerstörung unserer Erde. Da verkommt eine Fördermitgliedschaft bei einem NGO wie Greenpeace oder WWF zum persönlichen Greenwashing. Denn die Veränderung fängt eben nicht bei der „bösen“ Industrie an, die für billiges Palmöl die Regenwälder in Indonesien abholzt und damit die Orang-Utans an den Rand des Aussterbends bringen.

Alle Veränderung beginnt bei uns selbst, als Konsument und mündigen Bürger!

  • Wir kaufen Produkte ohne uns zu kümmern was da drin ist oder wo es her kommt. Damit verantworten wir die vergiftete und zerstörte Umwelt in den Herstellungsländern. Beispielsweise die Abholzung der letzten Regenwälder für Palmöl. Kindersklaverei für unsere Schokolade. Vergiftete Böden für unsere billige Baumwollkleidung. Zerstörte Landschaften für unsere Elektroprodukte wie Smartphone, Smart-TVs und e-Bikes.
  • Wir essen Fleisch und Käse und verantworten damit neben massiver Tierquälerei einen Großteil der Umweltzerstörung unseres Planeten.
  • Wir vergiften Ozeane mit unseren Plastikprodukten und Waschmitteln.
  • Wir erhitzen die Erde durch unsere Urlaubsflüge, unseren Energieverbrauch, unseren Konsum an Plastikprodukten die später in der Müllverbrennung landen.
  • Wir beteiligen uns an Kriegen und Staatsterror durch unsere Konten bei Großbanken. Und haben dadurch sowie durch Ausbeutung die Flüchtlingskrise mit verursacht.
  • Wir machen uns Mitschuldig an der Zerstörung unserer Erde durch Beteiligungen an Aktienfonds und Aktiengesellschaften, die rücksichtslos mit Natur und Mensch umgehen. Hauptsache Dividende?
  • Wir halten es nicht für unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass unser Arbeitgeber rücksichtsvoll mit der Natur und Mensch umgeht – und machen uns so zum Handlanger von Ausbeutung und Umweltzerstörung.

Wir haben es in unserer Hand, wie die Welt aussehen wird. Zum Glück wächst die Zahl der wachen Menschen, die aus dem Hamsterrad des Gewohnten und Gewöhnlichen ausbrechen.

Gehörst Du auch dazu? Das wäre doch mal ein Vorsatz für das Neue Jahr – die Welt zu einem besseren Ort machen. Hier einige Vorschläge:

 

  1. Mit meinem Geld möchte ich mich nicht mehr an Kriegen, Staatsterror, Gentechnologie und Waffen-Industrie beteiligen. Ich wechsle zu einer ethischen Bank.
  2. Mit meinem Energieverbrauch werde ich die Umwelt weniger zerstören. Ich stelle um auf Ökostrom und spare Energie, wo es mir möglich ist.
  3. Mit meiner Ernährung möchte ich mich nicht mehr mitschuldig machen an Klimazerstörung und unsäglichem Tierleid. Ich werde mich vegan ernähren – oder zumindest vegetarisch. 
  4. Mit meinem Lebensmittel-Einkauf werde ich keine Grundwasser und Äcker mehr vergiften. Ich kaufe soweit es geht nur noch Produkte aus regionaler Bio-Landwirtschaft.
  5. Mit meiner Körperhygiene und meinem Wäschewaschen werde ich keine Abwässer mehr durch giftige Chemikalien und Mikroplastik vergiften. Ich stelle um auf natürliche Pflegeprodukte und abbaubare Öko-Waschmittel.
  6. Ich werde die Natur so gut es geht von Plastiktüten frei halten. Jute-Taschen zum Einkauf mit nehmen. Plastiktüten nicht annehmen und wenn doch, dann mehrfach verwenden.
  7. Ich werde meinen Papierverbrauch drastisch reduzieren und dadurch Umweltgifte und Energieverschwendung vermeiden.
  8. Ich werde meinen Einsatz für die Erde nicht auf das Private beschränken, sondern mich dafür einsetzen, dass mein Arbeitgeber nachhaltig und rücksichtsvoll mit Natur, Tier und Mensch umgeht.
  9. Ich werde mein Gewissen nicht ausschalten am Firmentor und meine Lebens- und Arbeitskraft nicht hergeben für einen Arbeitgeber in der Waffenindustrie, Tierindustrie oder Gentechnik, Geo-Engineering oder andere Branchen, welche negativ für die Erde, Tiere oder Menschen sind.
  10. Ich werde achtsam konsumieren. Produkte kaufen, die ich wirklich brauche und die möglichst nachhaltig in Produktion und Entsorgung sind.

Was ist Dein Beitrag für eine bessere Welt 2016?

Hunde und Plastikmüll

Plastiktüten sind ein großes Problem für die Natur, das ist bekannt. Und umweltbewusste Menschen versuchen alles, um diese zu vermeiden.

Die EU hat das Plastikproblem erkannt und möchte Tüten etwas eindämmen. Da frage ich mich, ob sie dabei auch an die vielen Plastiktüten für Hundekot gedacht haben?

Deutschlands knapp sieben Millionen Hunde produzieren 5,5 Milliarden Häufchen im Jahr. Hundekot gehört nicht in die Natur, denn er ist mein seinen Würmern, Bakterien und Viren ein Überträger von Krankheiten. Für Landwirte schlimm wirkt die Hundewurst auf Weideflächen, wenn sie Bandwürmer einbringt und damit Kühe krank macht. Verantwortungsbewusste Hundehalter sammeln deshalb die Hinterlassenschaft auf Spaziergängen in Hundekotbeuteln auf (so heißen die offiziell). Allein die deutschen Städte und Kommunen geben davon jährlich über 200 Millionen in öffentlichen Spendern aus.

Da wird Öl gefördert, raffiniert und aufwändig zu Tüten umgearbeitet. Was für eine Verschwendung von Ressourcen, um nichts weiter damit zu tun, als Hundekot zu verpacken und mitsamt diesem in den Müll zu gelangen. Und leider viel zu häufig achtlos in der Umwelt.

Mülleimer voll mit Hundekotbeutel

Mülleimer voll mit Hundekotbeutel

Die Hundekotbeutel bestehen aus Polyethylen. Abgekürzt PE oder HDPE. Dieser Kunststoff setzt in der Müllverbrennung Kohlendioxid frei und trägt so zur Klimaerwärmung bei.

Es gibt auch biologisch abbaubare Kotbeutel. Diese gehören ebenfalls in die Müllverbrennung und nicht auf den Kompost oder in die Natur. Dennoch sind die abbaubaren Tüten der PE-Ware vorzuziehen. Denn wäre nicht der Energieaufwand für die Herstellung, könnte man sie CO2-neutral nennen.

Leider scheint es keine Alternative zu Wegwerf-Kotbeuteln zu geben. Aber ich bin auch kein Hundehalter…

Hundehalter – Was tun?

  • Kauft abbaubare und nicht parfümierte Hundekotbeutel.
  • Werft volle Kotbeutel nur in den Restmüll, nicht in die Natur!
  • Lasst Euren Hund nicht im Wald, sonst irgendwo in der Natur und besonders nicht auf Weideflächen wursteln.