Wie wir mehr Liebe in die Welt bringen

Der von allen christlichen Kirchen angebetete Jesus ist bei Eltern aufgewachsen, die ihn als ein Kind Gottes angesehen haben. Es ist anzunehmen, dass sie ihn nie geschlagen haben. Sie brachten ihm die größte Hochachtung und Liebe entgegen. Wir wissen, welchen Menschen diese auf Liebe, Toleranz und Respekt beruhende Erziehung hervorgebracht hat. Was er bekommen hat, gab er weiter: Mitgefühl, Toleranz, Liebe, Respekt.

Dieses Zitat von der Psychoanalytikerin Alice Miller fand ich passend für diese Weihnachtszeit. Denn jedes Kind ist auch Kind Gottes. Wenn wir es erziehen mit Liebe, Toleranz, Mitgefühl und Respekt, dann bringen wir mehr Licht und Liebe in unsere Welt. Das ist unsere Aufgabe als Erwachsene.

So erzogen zu werden ist eines der größten Geschenke, das wir Erwachsene unseren Kindern machen können. Anders als viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum hält es ein ganzes Menschenleben lang. Es geht nicht kaputt nachdem die Garantie abgelaufen ist. Es verursacht keine Umweltverschmutzung – sonder es wird auf lange Sicht zu mehr Verbundenheit von Menschen miteinander und mit der Natur führen.

Dieses Geschenk ist nicht einfach zu haben. Es erfordert mehr als schnell im Online-Shop auf „kaufen“ zu klicken. Wir Erwachsene müssen dazu die Bereitschaft haben, an uns selbst zu arbeiten mit dem großen Versprechen, dass unsere Kinder keine Projektionsflächen werden auf denen wir unbewusst ausagieren, was wir aus unserer eigenen Kindheit mitgenommen und noch nicht verarbeitet haben.

Dazu der arabischer Dichter Khalil Gibran (1883-1931):

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Ich wünsche Euch allen erholsame und harmonische Weihnachten!

Was tun?

  • Gewaltfreie Kommunikation lernen
  • Bücher zu dem Thema lesen. Meine kurze Leseliste ist
    • Ermutigung und Anerkennung (Barbara Hennings)
    • Am Anfang war Erziehung (Alice Miller)
    • Dein kompetentes Kind (Jesper Juul)
    • Oje, ich wachse (Dr. von de Rijt)
  • Und fast das wichtigste – Psychotherapeutisch an Dir und Deiner Kindheit arbeiten

Titelbild: Andreas Werle / CC-BY-SA-3.0

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2 Gedanken zu „Wie wir mehr Liebe in die Welt bringen

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