Die Welt ist friedlicher – ohne Fernsehen!

Wenn man die Fernseh-Nachrichten anschaut, scheint klar: Die Welt ist voller tödlicher Gewalt: IS-Terror. Anschläge. Bürgerkriege. Amokläufe. Gewalt und Todschlag in den Nachrichten ebenso wie in vielen Fernsehfilmen. Sogar im Kinderprogramm wird das Böse bekämpft.

Auf Amnesty International habe ich ein wunderbares Interview gelesen mit Prof. Steven Pinker, der zu den massgeblichen Intellektuellen der USA zählt. Prof. Pinker zählt Beweise für den Rückgang von Gewalt auf mit denen er belegt, dass unsere Welt so friedlich und sicher wie noch nie in der Menschheitsgeschichte war!

Wir dürften heute in der friedlichsten Epoche leben, seit unsere Spezies existiert.(Prof. Steven Pinker)

Und dennoch – immer mehr Deutsche haben Angst um ihre Sicherheit und würden sich angeblich einen kleinen Waffenschein besorgen.

Unser Zerrbild wird gefüttert mit Meldungen aus den Medien! Schlagzeilen machen schreckliche Vorfälle. Für die Medien gibt es doch kaum etwas Besseres als etwas Schreckliches. Die Medien allerdings sind nicht „Schuld“ daran. Sondern – wie bei allem – wir Medien-Konsumenten! Solange die Medien mit den möglichst schlimmen Meldungen die höchste Aufmerksamkeit genießen, erzeugen wir damit eine auf das Negative fokussierte Berichterstattung. 

Tatsächlich ist das Risiko, eines gewaltsamen Todes zu sterben so gering wie noch nie. Und das, obwohl wir immer mehr Menschen werden. Woran liegt das? An sehr vielen Faktoren, die wichtigsten sind Demokratie, Bildung, Wissen und Handel.

Ich bin der Meinung, dass sich die Menschheit insgesamt in einem Reifeprozess befindet. Wir bewegen uns weg von dem „Klein-Klein“-Denken mit seinem Gewaltpotenzial. Und hin zu einem Empfinden als Weltbürger, als Mensch. Als Mensch egal welcher Religion oder Nationalität, haben wir alle das selbe globale Umweltproblem mit einem inzwischen so grassierendem Ausmaß, dass die Differenzen zwischen den Religionen oder Staaten, dass Streben nach Macht, Reichtum und medialer Aufmerksamkeit dagegen einfach lächerlich wirken.

Früher habe ich jeden Tag Tagesschau-Nachrichtensendungen konsumiert. Dort nimmt die Gewalt zwischen Menschengruppen einen großen Anteil ein. Und zankende Politiker. Diese Art Nachrichten erschaffen ein negatives Weltbild.

Wo ist das Schöne? Wo ist die positive Entwicklung der Menschheit – die es wirklich gibt? Was von diesen vielen Nachrichten betrifft mich wirklich persönlich?

Heute zum Beispiel auf Tagesschau.de, die Topp-News: „Türkei zieht Botschafter aus Wien ab!“ Na ja, der Botschafter wird schon irgendwo anders unterkommen. Das betrifft mich nicht persönlich.„Sarkozy will Präsident werden!“ – muss ich mir darüber Gedanken machen? In Frankreich kann ich nicht wählen. „Kämpfe in Kundus. Eine Stadt in Angst!“. Es macht mich traurig, dass die Menschen dort Angst haben. Weil mir Friede und Harmonie wichtig ist. Aber ich kann ihnen leider nicht helfen. „Richter stoppt Obamas Toiletten-Vorgabe!“. Mal was lustiges – aber ist das wichtig?

Was mich wirklich betrifft sind Nachrichten, die hier nicht erscheinen. Beispielsweise die Belastung Deines und meines Körpers durch Umweltgifte. Wie Glyphosat. Da betrifft mich die Nachricht sehr, dass unsere Kanzlerin Seite an Seite mit Monsanto für Glyphosat kämpfen will – das kommt allerdings nicht in den Mainstream. Oder das große Bienensterben – eine globale Bedrohung für die Ernährung der Menschheit. Der Klimawandel mit seinen für Dich und mich direkt spürbaren Folgen. Das Artensterben. Ressourcenknappheit durch die wachsende Weltbevölkerung betrifft Dich und mich. Und noch viel mehr…

Schön finde ich die vielen positiven Berichte. Die so gut wie nie in den offiziellen Nachrichten auftauchen. Wie diese von Prof. Pinker, dass unsere Zivilisation immer friedlicher wird. Dass immer mehr Menschen aus Mitgefühl für die anderen Lebewesen auf der Erde sich für eine vegetarische oder sogar vegane Ernährung entscheiden. Dass immer mehr Menschen auf Ökostrom umstellen und so etwas fürs Klima tun. Dass es immer mehr Menschen wichtig ist, Bio-Produkte zu kaufen. Dass wir Menschen es geschafft haben, weltweit das Ozonschädliche FCKW zu verbieten – das ist doch mal ein Hammer!

Der buddhistische Zen-Meister Thich Nhat Hanh hat geraten, sich aus dem Konsum von Gewalt der Medien zu verabschieden und sich nicht diesem Zerrbild hinzugeben. Nachrichten, die mich betreffen, würden mich von selbst erreichen. Und dass wir uns verabschieden vom Konsum von Gewalt in den Medien, allen voran die vielen Filme im Fernsehen, bei denen es um subtile oder offene Gewalt geht.

Diesem Rat bin ich vor zwei Jahren gefolgt. Inzwischen ist der Fernseher verkauft. Zeitungen nutze ich nur noch um den Biomülleimer auszukleiden. Radio höre ich keines mehr, seit Emlar Hörig den SWR3 verlassen hat. Aus dem aufgeregten Online-Dienste „Twitter“ bin ich ausgestiegen. Facebook ist ein in den Hintergrund getretenes Medium zum Verbreiten von meinen Meldungen.

Uninformiert fühle ich mich dennoch nicht. Meine Informationsquellen sind meine soziale Umgebung, die Blogspähre mit tausenden von engagierten Bloggern, einige Newslettern mit für mich wichtigen Themen, verschiedene Internet-Seiten – und natürlich aktive Online-Recherchen wenn mich ein Thema interessiert.

Ehrlich gesagt fühle ich mich wohl in einer friedlicheren Welt.

Was tun?

  • Probiert es aus – verabschiedet Euch für einige Zeit von der Gewalt im Fernsehen. Schaut nur noch schöne Sendungen die Euch wirklich berühren. Und genießt ansonsten die gewonnene Lebenszeit.
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3 Gedanken zu „Die Welt ist friedlicher – ohne Fernsehen!

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Martin!

    Als meine Tochter zur Welt kam (ist nur über 20 Jahre her) hatte ich etwas mehr Zeit um auch regelmäßig die Zeitung zu lesen. Irgendwann habe ich entdeckt, dass ich hochgradig ängstlich geworden war, was denn alles Böses passieren kann. Der Zusammenhang mit der Zeitung war schnell hergestellt, ich habe das Abo storniert und war nach kurzer Zeit wieder viel entspannter.

    Beim Fernsehen haben mich die Nachrichten nie so richtig interessiert. Mit der Zeit allerdings der Rest auch nicht mehr, deshalb lebe ich nun schon fast 10 Jahre ohne Fernsehprogramm. Mir geht wirklich nichts ab.

    Viele sind sehr erstaunt, wie ich überhaupt existieren kann ohne Nachrichten. Aber ich kann nur sagen, das was wichtig ist, erfahre ich so auch. Und alles andere muss nicht sein.

    Voriges Jahr hat mich die Griechenlandkrise sehr interessiert. Das konnte ich über das Internet verfolgen. Das ist mehr als ausreichend finde ich.

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

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  2. Martin Autor

    Hallo Maria – ich freue mich immer wieder über Menschen, die aus dem dunklen Medien-Sumpf auftauchen und in die helle Welt mit eigenen Augen sehen. Und sich um die wirklich wichtigen Dinge interessieren – wie ich auf Deinem Blog eindrucksvoll lesen kann. Schön finde ich auch, dass die Theorie, dass wirklich wichtige Nachrichten einen wie von selbst erreichen, durch Beispiele wie Dich belegt werden. Danke Dir!
    Martin

    Gefällt 1 Person

    Antwort
  3. Pingback: Entspannen per Ausknopf « Schreiben und lesen lassen

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