Plastikfreier Käse

Wer Käse aus dem Supermarkt-Regal nimmt, kauft damit oft viel Plastik. Bis vor kurzem habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Zur Käsetheke bin ich selten gegangen, das war irgendwie immer zu mühsam. So kam der fertig geriebene Käse aus der Tüte, der Käseaufschnitt aus der wiederverschließbaren Plastikbox.

Jetzt habe ich mal genauer hingeschaut…

Chemikalien im Lebensmittel

Die Plastikverpackungen enthalten Weichmacher. Gerade beim Kontakt mit fetthaltigen Lebensmitteln wie Käse gehen diese in das verpackte Produkt über. Beim Essen gelangen sie in Deinen Körper. Das gilt auch für Fleisch oder Wurst.

Für den gesundheitlich sehr kritischen Weichmacher DEHP gibt es inzwischen Beschränkungen vom Umweltbundesamt, leider keine Verbote.

Heute werden als Ersatz hauptsächlich die Industriechemikalien Bisphenol A (BPA) und Phthalate verwendet. Bisphenol A gilt als hormonverändernd, nervenschädigend und krebserregend. Phthalate schädigen Leber und beeinträchtigen die Fortpflanzung.

Geriebener Käse ohne Plastik

Für Pizza und viele andere Gerichte brauche ich geriebenen Käse. Und da landete normalerweise fertig geriebener Pasta- oder Pizza-Käse aus dem Supermarkt-Regal in meinem Einkaufswagen. Die 150g Pasta-Käse, Industriell gerieben, mit Kartoffelmehl als Trennmittel bringen eine 6g schwere Plastiktüte mit ins Haus.

Jetzt kaufe ich meinen Lieblingspizzakäse von der Käsetheke am Stück und reibe selbst. Reiben braucht echt nicht viel Zeit – spart aber jedes Jahr viele Plastiktüten. Und verursacht sicher weniger Umweltverschmutzung durch Transport und Produktion.

Das Sahnehäubchen ist, dass ich jetzt wirklich guten geriebenen Käse esse. Denn wenn ich mir die Preise für die Tütenkäsen anschaue, kann das mit seinen notwendigen Kosten für Transport, Reiben, Trennmittel und Verpackung kein hochwertiger Käse sein.

Reibekäse aus der Tüte ist aus meiner Sicht ein wirklich sinnloses Produkt.

Käseaufschnitt ohne Plastik

Auch der Käseaufschnitt kommt jetzt nicht mehr wie früher in der Plastikverpackung aus dem Supermarktregal. Sondern frisch von der Käsetheke. Und damit auch wirklich kein Plastik dabei ist sage ich der Verkäuferin immer, sie soll die Plastik-Trennscheiben weg lassen. Denn auch wenn die Scheiben mal kleben sollten – so what? Das zu verhindern ist mir den Plastikmüll nicht wert. Inzwischen kennt mich die Verkäuferin, da wird das Einkaufen auch lustiger.

Frischware ohne Plastik

Einer der EDEKA-Märkte in meiner Nähe verwendet leider Plastiktüten, um die frische Ware von der Käsetheke zu verpacken. Das finde ich wirklich unnötig, besonders wenn andere Märkte hierfür gewachstes Papier und Papiertüten verwenden.

Ich habe jetzt einfach mal EDEKA und den Marktleiter angeschrieben, ob sie nicht generell auf Papier setzen wollen. Bis dahin kaufe ich meine frische Ware woanders.

Was tun?

  • Kauft Käse von der Käsetheke oder dem Wochenmarkt statt in Plastik verpackte Produkte. Reibt Käse selbst, holt Euch frischen Käseaufschnitt.
  • Sagt der Verkäuferin/dem Verkäufer, dass ihr die Käsescheiben beim Aufschnitt nicht durch Plastik getrennt haben möchtet.
  • Sprecht Verkäufer und Marktleiter darauf an, wenn frische Ware noch in Plastik eingepackt wird.

einfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur neuen Blogparade Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben
Die Linkparty findet im April auf diesem Blog statt.

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5 Gedanken zu „Plastikfreier Käse

  1. widerstandistzweckmaessig

    Frisch gekaufter Käse hat oft auch eine bessere Qualität. Vor allem der geriebene Käse ist eigentlich Abfallkäse.

    Wichtig ist auch, den Käse ohne Plastik zu Hause aufzubewahren. Gelernt habe ich, dass er in Plastik viel schneller schimmlig wird! Unter der Käseglocke hält er viel länger frisch.

    lg
    Maria

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  2. Zora

    Sehr schöner Beitrag! Genauso mach ich das auch. und kann gar nicht glauben, dass ich früher immer den geriebenen Käse gekauft hab. Was für Müllberge das waren! Und in meinem Bioladen freut sich die Verkäuferin sogar immer, wenn ich meine Glasdose mitbring und sie den Käse einfach reinlegen kann.
    Dein Post würde übrigens mal wieder wunderbar zu {Einab} passen. Vielleicht magst du diesen Monat ja wieder mitmachen?
    http://foolfashion.blogspot.de/2015/06/einab-im-juni.html
    LG Zora

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    1. Martin Autor

      Hallo Zora – ja wirklich erstaunlich, wie viel Müll man aus Bequemlichkeit produziert. Und gerne mache ich wieder bei {Einab} mit, Danke für die Einladung! LG Martin

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  3. Pingback: Kein Sommerloch bei {EiNaB}: Rückblick auf die Juni-Parade | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben

  4. Pingback: Achtsames Wegwerfen | Hundertsand

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